Hengameh Shahidi kehrt ins Gefängnis zurück, will Hungerstreik beginnen

Daneshjoo News, 16. November 2010 – Eine Quelle aus dem nahen Umkreis von Hengameh Shahidi hat der Organisation International Campaign for Human Rights in Iran (ICHRI) mitgeteilt, dass Shahidi heute Morgen ins Evin-Gefängnis zurückgekehrt sei. Ihr medizinisch begründeter Hafturlaub war nicht verlängert worden. Ihr ursprünglich bewilligter Hafturlaub war noch nicht zu Ende; es wurde ihr nicht mitgeteilt, warum ihr Hafturlaub unterbrochen und keine Verlängerung genehmigt wurde. Shahidi habe mitgeteilt, dass sie in einen Hungerstreik treten wolle. Personen aus dem nahen Umfeld Shahidis geben an, sie sei bei ihrer Rückkehr nach Evin in einer sehr guten moralischen Verfassung gewesen.

Der medizinisch motivierte Hafturlaub war Hengameh Shahidi gewährt worden, nachdem Gerichtsmediziner in ihren Untersuchungen zu dem Schluss gelangt waren, dass sie nicht hafttauglich sei. Sie hatte Vorkehrungen für eine Einweisung ins Krankenhaus getroffen, wo sie eine Reihe von Tests und ein Angiogramm durchlaufen sollte. Dennoch war sie gezwungen, ins Gefängnis zurückzukehren, bevor ihre Behandlung überhaupt begonnen hatte. Sie hatte lediglich einige physiotherapeutische Behandlungen erhalten.

Am 28. Oktober 2010, nach zweimonatigen Bemühungen seitens ihrer Familie, war Hengameh Shahidi  schließlich ein dreitägiger medizinisch begründeter Hafturlaub gewährt worden. Ihre Familie hatte für ihre Freilassung eine Kaution hinterlegt. Während dieser Zeit musste Shahidi alle drei Tage bei der Staatsanwaltschaft vorstellig werden, um eine Verlängerung ihrer Haftbefreiung zu erwirken.

ICHRI zufolge sagte die oben genannte Quelle: “Sie bedurfte ständiger Behandlung. Leider erforderten die Regelungen ihrer Haftbefreiung,  dass sie alle drei Tage bei der Staatsanwaltschaft vorsprechen musste, um den Hafturlaub zu verlängern. Das machte es für sie sehr schwierig, ihre ärztliche Behandlung wahrzunehmen. Wegen der begrenzten Zeit, die sie zur Verfügung hatte, um sich außerhalb des Gefängnisses behandeln zu lassen, entschuldigte sich Hengameh sogar bei den vielen politischen Aktivisten, die sie besuchen wollten.”

Die Journalistin Hengameh Shahidi wurde gegen den Rat ihrer Ärzte wieder ins Gefängnis gebracht. Die Ärzte hatten angesichts der ungeeigneten medizinischen Einrichtungen und des Mangels an Spezialisten im Evin-Gefängnis empfohlen, dass ihre Haftbefreiung verlängert wird, damit sie ihre vielen Erkrankungen und Leiden behandeln lassen kann. Hengameh Shahidi leidet u. a. an rheumatischer Arthritis, Herz- und Verdauungsstörungen und einer Magen-Darm-Erkrankung.

International Campaign for Human Rights in Iran

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle (Englisch): http://banooyesabzirani.blogspot.com/2010/11/hengameh-shahidi-returns-to-prison-and.html
Originalartikel (Persisch): Daneshjoo News

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