Iran erhöht Druck auf Familien von Opfern der Ereignisse nach der Wahl

Zahra Nikpeyma

Zamaaneh, 17. Dezember 2010 – Angehörige von Opfern der politischen Unruhen nach der Wahl in Iran von 2009 erleben eine neue Welle der Repression durch die Behörden der Islamischen Republik.

Wie das Zentrum zur Unterstützung der Familien von Opfern und Gefangenen berichtet, hat die Staatsanwaltschaft eine Vorladung für Zahra Nikpeyma, die Mutter des in den Unruhen nach der Wahl getöteten Ashkan Sohrabi ausgestellt.

Ashkan Sohrabi, IT-Student an der Universität Ghazvin, war am Samstag, dem 20. Juni 2009 bei den Protesten erschossen worden.

Wie die Webseite des Zentrums letzte Woche weiter berichtete, wurde Mehdi Ramazani, Vater von Ramin Ramazani, bei einer Gedenkfeier für Amir Arshad Tajmir, ein weiteres Opfer der Ereignisse nach der Wahl, verhaftet.

Ramin Ramazani war bei dem Massenprotest am 15. Juni  erschossen worden, der sich gegen Mahmoud Ahmadinejads Wahlsieg richtete.

Amir Arshad Tajmir wurde Berichten zufolge im Dezember des vergangenen Jahres an Ashura [27. Dezember] von Fahrzeugen der Sicherheitskräfte überfahren.

Der Webseite zufolge wurden mehrere Teilnehmer der Gedenkzeremonie für Tajmir verhaftet. Einige wurden später wieder freigelassen. Hakimeh Shokri, Neda Mostaghimi und Mehdi Ramazani befinden sich weiterhin im Evin-Gefängnis in Gewahrsam, über ihre Situation ist nichts bekannt.

Gestern hatten iranische Sicherheitskräfte Familienangehörige der Opfer von Ashura 2009 daran gehindert, auf dem Friedhof Behesht-e Zahra eine Gedenkveranstaltung abzuhalten.

Im vergangenen Dezember waren Demonstranten an Ashura aus Protest gegen den vermuteten Betrug bei der Präsidentschaftswahl von 2009 auf die Straße gegangen, wo sie von Sicherheitskräften mit massiver Gewalt konfrontiert wurden. Im Internet wurden Bilder veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie Fahrzeuge der Sicherheitskräfte Menschen überfahren oder [Demonstranten] von Brücken gestoßen werden. Anhand dieser Bilder wurde schnell klar, dass die iranischen Behörden fest entschlossen waren, die Proteste mit Gewalt zu stoppen.

Gestern waren Familienangehörige des inhaftierten Journalisten und Filmemachers Mohammad Nourizad, der sich zur Zeit in einem trockenen Hungerstreik befindet, vor dem Evin-Gefängnis verhaftet und kurze Zeit später wieder freigelassen worden. Auch Fakhrosadat Mohtashamipour, die Ehefrau des politischen Gefangenen Mostafa Tajzadeh, wurde gemeinsam mit Nourizads Angehörigen vorübergehend verhaftet.

Die Familie wurde von den Gefängnisbeamten grob behandelt, und Nourizads Ehefrau Fatemeh Maleki wurde nach ihrer Freilassung ins Krankenhaus gebracht.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 17. Dezember 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/12/iran-steps-up-pressure-on.html

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