Kinder des Ehepaars Moussavi haben ihre Eltern besucht

Mir Hossein Moussavi, Zahra Rahnavard

Zamaaneh, 13. März 2011 – Die Kinder der Führungsfiguren der iranischen Opposition Mir Hossein Moussavi und Zahra Rahnavard haben mitgeteilt, dass sie ihre Eltern 22 Tage nach Beginn des strikten Hausarrests der beiden am Dienstag endlich besuchen durften.

 

In einem heute auf der Webseite Kalemeh veröffentlichten Brief schreibt die Familie Moussavis, dass eine seiner Töchter am 8. März zusammen mit Rahnavards Schwester und Moussavis Bruder von Sicherheitsbehörden einbestellt wurden. Dem Brief zufolge wurde ihnen ein Besuch bei Mir Hossein Moussavi und Zahra Rahnavard in Aussicht gestellt. Allerdings habe sich die Besuchserlaubnis nur auf die drei genannten Personen erstreckt, wogegen diese protestierten, da alle drei Töchter ihre Eltern sehen wollten.

“Wir mussten versprechen, [bei dem Besuch] keine politischen Themen anzusprechen. Danach wurden wir zu einem Haus in der Pasteur-Straße gebracht. Wir überquerten den Hof, der voller Sicherheitskräfte war und in dem ein Transporter mit getönten Scheiben stand. Dann kamen wir in den einzigen Raum des Hauses”, schreiben die Kinder des Ehepaars in ihrem Brief. “Dann schlossen wir unsere offensichtlich überraschten Eltern in die Arme.”

Dem Brief zufolge wird das Ehepaar also nicht in der eigenen Wohnung, sondern in einem anderen Haus in derselben Straße festgehalten.

Moussavis Kinder wurden darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Wohnung ihrer Eltern durchsucht wurde. Dokumente aus der Zeit, als Mir Hossein Moussavi Ministerpräsident war, sowie mehrere CDs mit Inhalten mehrjähriger Arbeiten Zahra Rahnavards wurden beschlagnahmt.

Moussavis Kinder schreiben weiter, der Besuch bei ihren Eltern habe sie davon überzeugt, dass ihre Eltern “noch entschlossener als zuvor zu ihrem Pakt mit der Bevölkerung” stünden.

Aus dem Brief geht hervor, dass die Sicherheitskräfte Moussavis Töchtern nahegelegt haben, über den Besuch zu schweigen. Nach mehreren Tagen hätte die Familie jedoch beschlossen, die Nachricht über den Besuch öffentlich zu machen.

Am Schluss des Briefes heißt es, man werde die Entwicklungen weiterhin über die Webseite Kalemeh bekannt geben, so wie es Moussavi selbst vor seinem Hausarrest getan hat.

Die iranischen Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi waren zusammen mit ihren Ehefrauen unter Hausarrest gestellt und von der Außenwelt isoliert worden, nachdem sie ihre Unterstützer zu einem Solidaritätsmarsch mit den Aufständen in Ägypten und Tunesien aufgerufen hatten.

In den letzten Wochen veröffentlichten oppositionelle Webseiten Berichte über eine Verlegung der beiden Ehepaare in ein Gefängnis.

Die iranischen Behörden hatten diese Berichte wiederholt dementiert und erklärt, die beiden Ehepaare befänden sich weiterhin in ihren Wohnungen, dürften aber nicht mehr mit der Öffentlichkeit kommunizieren.

Der Opposition zufolge stellen der Hausarrest und die Restriktionen eine Verletzung der Bürgerrechte der beiden Ehepaare dar, da kein ordentliches Gericht sie offiziell angeklagt oder verurteilt hat.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 13. März 2011
Quelle (Englisch): http://radiozamaneh.com/english/content/iranian-opposition-leaders-allowed-visit-children

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