Projekt “Freiheit für Nasrin Sotoudeh” gestartet

ICHRI, 5. Dezember 2011 – Die Webseite “International Campaign for Human Rights in Iran” (ICHRI) hat heute ein Projekt zur Erreichung der Freilassung der inhaftierten Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh gestartet, mit dem auch auf die tragische Situation iranischer Gewissensgefangener aufmerksam gemacht werden soll. Der Projektstart erfolgt kurz vor dem internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember.

Teil des Projektes ist ein neues vierminütiges Video mit dem Titel Free Sotoudeh Now”. Darin beschreiben die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi und andere Persönlichkeiten Nasrin Sotoudehs beharrliches Engagement für ihre Arbeit, ihre ungerechte Inhaftierung und die Dringlichkeit eines großangelegten internationalen Einsatzes für ihre Freilassung.

“Nasrin Sotoudeh ist eine der mutigsten und unverblümtesten Menschenrechtsschützer/innen Irans, und ihre Familie hat sich unermüdlich um ihre Freilassung bemüht”, erklärt ICHRI-Sprecher Hadi Ghaemi. “Es ist mehr als angemessen, dass wir anlässlich des Tages der Menschenrechte unsere Anstrengungen verstärken, um Frau Sotoudeh bekannter zu machen und den Druck auf die iranische Regierung erhöhen, um ihre Freilassung zu erreichen.”

Neben dem Video hat ICHRI zwei Aktionsbriefe aufgesetzt, die von Unterstützern elektronisch an führende iranische Offizielle bzw. die Außenminister von 25 Ländern schicken können. Mit den Briefen wird die Freilassung Sotoudehs bzw. der internationale Einsatz dafür gefordert.

Das Projekt verfügt über eine Webseite mit verschiedenen Videos und Fotos sowie einem exklusiven Video, das vor ihrer Verhaftung aufgenommen wurde. Sie spricht darin über die Hinrichtung Minderjähriger in Iran. Außerdem werden verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung für Nasrin Sotoudeh vorgestellt.

“Die meisten Menschen in der Welt wissen, dass iranische Bürger oft dafür eingesperrt werden, dass sie ihre Meinung sagen und an Demonstrationen teilnehmen. Aber für gewöhnlich kennen sie die Namen dieser Gefangenen nicht”, so Hadi Ghaemi. “Wenn wir dem Leiden der Gewissensgefangenen in Iran ein Gesicht geben, werden wir nicht nur dem Anliegen der Freilassung Nasrin Sotoudehs, sondern der Freilassung hunderter anderer zu Unrecht in Gefangenschaft gehaltener Menschen in Iran mehr Nachdruck verleihen können.”

Seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009 haben iranische Behörden hunderte Journalisten, politische Aktivisten, Studentenführer und Menschenrechtsverteidiger wegen ihres friedlichen Engagements oder der Ausübung ihrer Ausdrucksfreiheit ins Gefängnis gebracht – oft ohne faire Prozesse. Viele Gewissensgefangene berichten von Folter und Misshandlung, oft durch die Hände von Offiziellen des Geheimdienstministeriusm, die mit diesen Methoden versuchen, Geständnisse zu erzwingen. Auf der ständig wachsenden Liste der Gewissensgefangenen finden sich auch die Namen vieler Menschenrechtsanwälte wie Nasrin Sotoudeh, Abdolfattah Soltani, Mohammad Seifzadeh und Javid Houtan Kian.

Nasrin Sotoudeh wurde am 4. September 2010 verhaftet und später wegen “Gefährdung der nationalen Sicherheit” und “regimefeindlicher Propaganda” angeklagt. Im September 2011 wurde sie in 2. Instanz zu 6 Jahren Haft und einem zehnjährigen Berufsverbot als Juristin verurteilt.

Grund für die Entscheidung des Gerichts war Sotoudehs Zusammenarbeit mit einer der führenden iranischen Menschenrechtsgruppen, dem Zentrum zum Schutz der Menschenrechte, sowie die Tatsache, dass sie nach der Wahl von 2009 vielen verhafteten Protestteilnehmern und Regierungskritikern als Anwältin zur Seite gestanden hatte. So hatte sie u. a. in iranischen und internationalen Medien über die Fälle ihrer Klienten berichtet. In der Haft trat sie zwei Mal aus Protest gegen den Entzug ihrer Grundrechte als Angeklagte und Gefangene in einen Hungerstreik.

Nasrin Sotoudeh, Mutter zweier kleiner Kinder, erlangte in Iran und weltweit Bekanntheit wegen ihres Engagements für die Abschaffung der Todesstrafe für Jugendliche, für die Verbesserung dder rechtlichen Situation der Frauen und die Verteidigung von Gewissensgefangenen. 2008 wurde sie mit dem Menschenrechtspreis des in Italien ansässigen “Human Rights International Committee” ausgezeichnet. 2011 gewann sie den angesehenen “Pen International Freedom to Write Award”.

Sotoudehs Fall wurde von der UN-Menschenrechtskommission, dem UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Iran, den Regierungen unzähliger Länder und der Europäischen Union sowie NGOs auf der ganzen Welt als Verstoß gegen die Menschenrechte genannt.

Der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember erinnert an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948 durch die Vereinten Nationen.

Übersetzung aus dem Englischen
Quelle: International Campaign for Human Rights in Iran

Bitte unterstützen auch Sie die Aktion für Nasrin Sotoudeh, in dem sie die Aktionsbriefe unterschreiben und elektronisch abschicken. Vielen Dank!

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