Hausarrest: Sorge um Zahra Rahnavard im “Akhtar-Gefängnis”

Zahra Rahnavard

Kalemeh, 15. Januar 2012  (Teilübersetzung) – Seit Beginn des Hausarrests für [Oppositionsführer] Mir Hossein Moussavi und seine Frau Zahra Rahanvard ist fast ein Jahr vergangen. In dieser Zeit wurden dem Ehepaar ihre bürgerlichen Grundrechte verwehrt, wie Besuch und Kontakt mit ihren Angehörigen und Freunden. Angehörige, die sich in der Hoffnung auf Neuigkeiten von dem Ehepaar in der Akhtar-Straße einfinden, werden von den in der Umgebung stationierten Agenten zudem unhöflich behandelt.

Seit mehr als drei Monaten gab es keine Kommunikation mehr zwischen dem Ehepaar und der Außenwelt. Die Angehörigen haben seit dem ersten und letzten Besuch der Töchter Moussavis und Rahnavards am 24. August 2011 keinerlei Kontakt mehr zu den beiden gehabt. Damals hatte Moussavi angeblich erklärt, die Zukunft sei “hell”, und eine Beteiligung [der Reformer an den bevorstehenden Parlamentswahlen] sei unter den gegebenen Umständen “sinnlos”.

In den letzten Wochen sind diese Restriktionen aus höchst mehrdeutigen und besorgniserregenden Gründen weiter verschärft worden. Moussavi und Rahnavard sind wieder isoliert, jede Kommunikation – auch Telefonate oder die Möglichkeit, Informationen über ihre Situation zu erhalten – ist verboten worden.

Entgegen anderslautender Berichte in der Vergangenheit haben Moussavis und Rahnavards Töchter ihre Eltern niemals in deren Wohnung besucht. Die raren Besuche, die zwischenzeitlich gestattet wurden, fanden nicht in der Wohnung des Ehepaares statt und haben ihre Töchter keinesfalls beruhigen können. Dass sie die bitteren Lebensumstände ihrer Eltern und das Verhalten der Bewacher erlebten, hat ihre Sorge im Gegenteil noch erhöht.

Kalameh vorliegenden Berichten zufolge war einer von Moussavis älteren Brüdern, der vor einiger Zeit nicht nur seinen Vater, sondern auch seinen ermordeten Neffen verloren hatte, vor Kurzem zusammen mit seiner Frau in die Akhtar-Straße gekommen, um etwas über die Situation seines Bruders und seiner Schwägerin in Erfahrung zu bringen. Die stationierten Wachleute sollen nicht nur jede Kooperation mit dem besorgten Bruder verweigert, sondern ihm auch auf rüde und geringschätzige Art zu verstehen gegeben haben, dass er nach Hause gehen und sich in der Akhtar-Straße nicht mehr zeigen soll.

Die Wachleute erklärten zunächst, über keine Informationen zu verfügen, und ergänzten dann, es würde niemand in der Akhtar-Straße wohnen. Als Moussavis Bruder widersprach, behaupteten die Wachleute, niemand kenne Moussavi und Rahnavard, niemand mit diesen Namen würde in der Straße wohnen. Derartiges wurde in der Vergangenheit schon mehrfach behauptet, und viele fragten sich daraufhin, wo Moussavi und Rahnavard [...] wirklich sind. [...]

Unterdessen sind Mir Hossein Moussavi und Zahra Rahnavard weiterhin aller ihrer in Iran geltenden Grundrechte als Gefangener beraubt. Zwar durften sie im vergangenen Jahr einige Male Besuch von ihren Angehörigen erhalten, doch sowohl die Sicherheitsatmosphäre, durch die ihr Hausarrest geprägt ist, als auch die ihnen auferlegten Einschränkungen haben sich in den letzten Monaten verschärft. In den letzten Monaten sollen die Behörden der Familie selbst kleinste Informationen über das Wohlergehen, den Aufenthaltsort und die Situation der beiden Gefangenen vorenthalten haben.

Die regierungsnahen Medien und der Sicherheitsapparat verbreiten hingegen immer wieder Gerüchte und Schmähungen über Moussavi und Rahnavard. Vor diesem Hintergrund sorgte die Tatsache, dass Rahnavard erheblich an Gewicht verloren hat, ihre Hände beim letzten Besuch zitterten und sie selbst ausgesprochen gequält wirkte, lassen bei der Familie Befürchtungen hinsichtlich der Sicherheit des Essens und der zur Verfügung gestellten Medikamente  aufkommen. Auch ein Plot gegen das Ehepaar wird für möglich gehalten.

Die Islamische Medizinische Vereinigung hatte Anfang des Sommers Sorge um die Gesundheit der Führer der Grünen Bewegung geäußert und verlangt, dass Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi von unabhängigen Ärzten untersucht werden. Die Behörden der Islamischen Republik ignorierten diese Forderung.

[...]

Teilübersetzung aus dem Englischen
Quelle/Englische Übersetzung: Banooye Sabz
Persisch: Kalemeh

Auslassungen sind mit [...] markiert. Es handelt sich ausschließlich um Textstellen, die nach Ermessen der Übersetzerin für das Verständnis des wesentlichen Inhalts unerheblich oder nicht hilfreich sind.

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