Farzad Kamangar

Veröffentlicht bei ICHRI am 26. Januar 2009
Quelle (Englisch): http://www.iranhumanrights.org/2009/01/farzad-kamangar/

UPDATE: (5. September 2008) Farzad Kamangars Todesurteil wurde am 11. Juli 2008 offiziell bestätigt. Internationalem Druck zum Trotz wurde Kamangar am 11. Juli 2008 in Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses verlegt. Abteilung 209 befindet sich außerhalb des Bereichs der Rechtssprechung des nationalen Gefängnissystems und wird vom Geheimdienst geleitet.

Farzad Kamangar (32), ein kurdischer Lehrer und Sozialarbeiter in der Stadt Kamyaran, wurde den Angaben seines Anwalts auf der Basis von „absolut null Beweisen“ zum Tode verurteilt. Das Revolutionsgericht machte Kamangar wegen Vorwürfen der Mitgliedschaft in der Kurdischen Arbeiterpartei PKK den Prozess. Am 25. Februar 2008 verurteilte das Gericht Kamangar zum Tode. Khalil Bahramian, Kamangars Anwalt, sagte: „In den Gerichtsakten von Herrn Kamangar gibt es keine Hinweise auf irgendwelche Verbindungen zu den Anklagen, die gegen ihn erhoben werden.“

Bahramian, der bei der hinter geschlossenen Türen abgehaltenen Gerichtsverhandlung anwesend war, berichtete, das Verfahren habe „nicht länger als fünf Minuten gedauert. Der Richter erließ sein Urteil ohne jegliche Erklärung und verließ daraufhin sofort den Raum.“ Er fügte hinzu: „Es wurden absolut null Beweise gegen Kamangar vorgelegt. In den vierzig Jahren, die ich in meinem Juristenberuf tätig bin, habe ich so etwas noch nicht gesehen.“

Bahramian legt gegen das Todesurteil Berufung ein. Er geht davon aus, dass die Justiz das Todesurteil wegen des völligen Fehlens von Beweisen aufheben muss.

Sicherheitskräfte hatten Kamangar im Juli 2006 kurz nach seiner Ankunft in Teheran verhaftet, als er aus Kamyaran kam. Die Behörden hatten ihn zunächst im Zusammenhang mit zwei Personen verhaftet, mit denen er nach Teheran gereist war.

Während der Untersuchungen wurde Kamangar von allen Anschuldigungen freigesprochen. Es ist nicht klar, warum die Staatsanwaltschaft entschied, ihm wegen Mitgliedschaft in der PKK den Prozess zu machen, da keine Beweise vorgelegt wurden. Bahramian sagte, die gerichtliche Verfolgung und das Todesurteil seien Hinweise auf eine „Diskriminierung von Kurden“ innerhalb des Justizsystems.

Seit Kamangars Verhaftung brachten die Behörden ihn in verschiedenen Gefängnissen in Kermanshah, Sanandaj und Teheran unter. In einem Brief, den Kamangar im Oktober 2007 im Gefängnis von Sanandaj verfasste, beschrieb er die Folter und Misshandlungen, denen er unterworfen war. Auch bei Besuchen von seiner Familie und seinem Anwalt zeigte er Anzeichen, dass er gefoltert wurde.

Deutsche Übersetzung: Julia am 9. Mai 2010, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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Eine Antwort zu “Farzad Kamangar

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