Die Säulen der Mullahkratie: Verachtung für Iran

Quelle (Englisch): http://iranquest.com/the-pillars-of-mullahcracy-contempt-for-iran/
Übersetzung: Julia

Die Islamische Republik wurde von Menschen geschaffen, die alles und alles Iranische hassen. Das Regime ist nicht nur auf eine Theokratie gegründet, die bezüglich Verletzung von Bürgerrechten und Gleichheit ihre eigenen Probleme hat, sondern auch auf eine anti-iranische Philosophie.
Der Kampf des iranischen Volkes ist ein zweifacher Kampf – einer für Freiheit und Demokratie, ein weiterer für seine nationale Identität. Als Ergebnis des kürzlichen Volksaufstandes für eine säkulare Demokratie befürchtet der Oberste Führer und designierte Stellvertreter Gottes auf Erden, Ayatollah Khamenei, dass die in iranischen Schulen unterrichteten Fächer nicht so islamisch sind, wie sie sein sollten und eine zusätzliche Radikalisierung von Unterrichtsmaterialien geboten sei.

Khamenei zufolge sollte jedes nicht-islamische Fach, wie z. B. die Geisteswissenschaften, ersetzt werden. Seine Befürchtungen sind stichhaltig, denn Philosophie, Alte Geschichte und Politikwissenschaften klären Schüler auf. Aufklärung führt dazu, dass Vorurteile, Ignoranz und Indoktrination – allesamt Teil der langfristigen sozialen und politischen Agenda der Islamischen Republik – verweigert werden. Khameneis Förderung der Islamisierung Irans ist jedoch für das Regime kein neues Ziel.

Das Regime in Teheran beschädigt seit Langem methodisch die iranische Geschichte und Archäologie mit dem Ziel, Nationalismus zu zerstören. Es gibt unzählige Berichte über Organisationen, die sich dem nationalen Erhalt verschrieben haben und die unter der mutwilligen Sabotage und dem Finanzmangel der Regierung leiden. Alte präislamische Stätten wie Prathian Kuheh Khajeh, achämenidische Überreste bei Bushehr, Sasanian Barm-e-Dalak, das Grab von Kurosh dem Großen, Susa, Persepolis und unzählige andere sehen sich unbekümmerter Vernachlässigung und unverhohlener Zerstörung durch vorsätzliche Bauprojekte und ungenügende Sicherheitsvorkehrungen ausgesetzt. Vor Kurzem wurde berichtet, dass das noch nicht fertiggestellte Gebäude für die Ferdowsi-Stiftung in Isfahan scheinbar ohne Grund vom Regime zerstört wurde.

Ferdowsis Shahnameh („Das Buch der Könige“), geschrieben in nahezu makellosem Persisch, ist ein anerkanntes nationales Meisterwerk für alle Menschen iranischen Ursprungs. Über seine historische Bedeutung hinaus repräsentiert das Epos die Essenz der iranischen Sprache und Ferdowsis Bemühungen, eine von den arabischen Invasionsmächten bedrohte Sprache wiederzubeleben.

Doch während der letzten 30 Jahre hat die Islamische Republik fleißig an der Verwässerung der iranischen durch die arabische Sprache gearbeitet. Statistiken zufolge werden mittlerweile 35% der arabischen Worte in der Alltagssprache benutzt.

Die Islamische Republik hat iranische Literatur und Geschichte emsig gefälscht und verzerrt, unter anderem mit subtilen strategischen Veränderungen wie dem Ersetzen iranischer Eigennamen und Worte durch arabische. Islamisierung ohne Arabisierung ist unmöglich. Da die Alltagssprache und die nationale Geschichte ein Volk definieren, erleben die Iraner einen kulturellen und sozialen Genozid. Zum Beispiel haben die meisten Figuren in Textbüchern jetzt, im Gegensatz zu früheren Regimes, arabische Namen wie Amin und Akram. 10 der 16 Buchstaben in einem Sprachbuch für das 1. Schuljahr haben arabische Namen im Gegensatz zu 3 mit iranischen Namen.

Eine im Jahr 2007 durchgeführte unabhängige Studie über iranische Textbücher legt unzählige direkte Zitate vor, die zeigen, wie Schüler im Schiismus als einziger legitimer Definition des Islam mit den faschistischen politischen und sozialen Ansichten des Regimes indoktriniert werden. Die folgenden Auszüge sind klare Beispiele für die Bemühungen des Klerus, iranisches Erbe und iranische Kultur ihrer verdrehten Agenda anzupassen. In der Einleitung eines Literaturlehrbuches für das 9. Schuljahr heißt es: „Der Islam befürwortet Fachwissen und Wissenschaft, doch nur solches Fachwissen und solche Wissenschaft, die dem Islam dienen.“ In einem Soziologielehrbuch für die 5. Klasse liest man: „Wenn es im Koran einen Befehl Gottes gibt, oder wenn etwas durch den Propheten, die Imame oder den Führer des Islamischen Gesellschaft gesagt wird, so muss das gesamte Volk gehorchen, ohne es zu hinterfragen“; die höchste Form des Opfers sei der Märtyrertod.

In der Einleitung eines Sprachlehrbuches für die 10. Klasse wird der Oberste Führer Khamenei zitiert: „Der beste Weg für die materielle und die spirituelle Welt ist, auf den Idealen Khomeinis zu beharren, sogar das eigene Leben für sie zu opfern.“ Im Religionsunterricht für Oberschulen wird die jährliche Pilgerreise nach Mekka als „Schlachtplan für das Trennen der Feindeshände von islamischen Händen“ bezeichnet.

Im Religionslehrbuch für die 10. Klasse wird eklärt: „… im Islamischen Staat müssen das Establishment und die Säulen der Regierung auf dem Islam beruhen und der Führer muss ein strenggläubiger Moslem sein, den Gott für diese Position erwählt hat. Diese Position heißt Imamat.“ Im Islamunterricht für die Oberstufe wird erklärt, dass der Iran militärisch sein muss und eine seiner Pflichten die Konfrontation von Ungläubigen und „globalen arroganten Mächten“ sei. Im Lehrbuch der Weltgeschichte für die 11. Klasse liest man, dass Hitler der Ansicht war, Verräter und Juden seien für Deutschlands Niederlage verantwortlich. Das Geschichtslehrbuch der 11. Klasse betrachtet das Wahlrecht für Frauen als „klaren Akt der Feindseligkeit gegen den Islam“.

Um einem Volk den Sinn für seine Identität und nationalen Stolz zu nehmen, muss seine Geschichte verzerrt werden. Zum Beispiel beschreiben Textbücher der Islamischen Republik den Gründer des vorigen Regimes (Reza Schah Pahlavi) als ungebildeten Diktator, der von Großbritannien etabliert wurde, um die Iraner zu unterdrücken und das Islamische Theologische Priesterseminar zu zerstören. Ein weiteres der im Überfluss vorhandenen Beispiele für Verzerrungen durch die Mullahs ist das Sprach- und Lesebuch für das 4. Schuljahr, in dem Arash Kamanghir, der berühmte weltliche Nationalheld aus dem Buch der Könige mit religiösen Gefühlen in Verbindung gebracht wird.

Das iranische Volk kämpft für mehr als persönliche Freiheit, Gleichheit und politische Ausdrucksmöglichkeiten. Es kämpft für den Iran und seine nationale Identität. Die Islamische Republik fürchtet nichts mehr als den vorislamischen Lebensstil mit seiner Neigung zu Freiheit und dem Recht auf freie Entscheidung, wie sie durch die Achämenidische Geschichte verzeichnet ist. Seine Verachtung für den Iran wird des Regimes Ruin sein.

Sheda Vasseghi

Sheda Vasseghi hat einen Master in Alter Geschichte mit Schwerpunkt Geschichte des alten Persien. Sie ist verantwortlich für Public Relations für persepolis3d.com und Mitglied der Azadegan-Stiftung. Frau Vasseghi schreibt regelmäßig für politische Magazine wie WorldTribune.com

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2 Antworten zu “Die Säulen der Mullahkratie: Verachtung für Iran

  1. Pingback: Die Säulen der Mullahkratie: Verachtung für Iran « Nolde-Blog

  2. Und das wird in Europa und der ganzen Welt geplant.
    Mein Gott, sei uns gnädig und laß die Jugend der Welt, dieses nicht hinnehmen.

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