Tagesarchiv: 25. Oktober 2009

Iran protestiert gegen Rechtsverletzungen in Schweden

Veröffentlicht auf PressTV am 25. Oktober 2009
Quelle (Englisch): http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=109613&sectionid=351020101

Der iranische Außenminister hat den schwedischen Botschafter im Iran Magnus Wernstedt einbestellt, um gegen die großangelegten Verletzungen der Rechte von Minderheiten in Schweden zu protestieren.

Der schwedische Diplomat, dessen Land zur Zeit die Präsidentschaft der Europäischen Union innehat, wurde am Sonntag zum Außenministerium bestellt. Dort wurde er über „weitreichende und systematische Verletzung der Rechte von Minderheiten und Flüchtlingen in Schweden und anderen EU-Mitgliedsstaaten“ informiert sowie darüber, dass Schweden „politische Erwägungen und doppelte Ansätze („dual approaches“) in Menschenrechtsfragen hineintrage.“

Wernstedt teilte mit, er würde das Anliegen an die Behörden seines Landes und anderer EU-Mitgliedsstaaten herantragen.

Mohtashami-Pour: Neue Einzelheiten über die Verhaftungen beim Komeil-Gebet

Englische Übersetzung: persian2english
Quelle (Englisch): http://wp.me/pDjBz-cJ
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben

Freitag, 22. Oktober 2009

Nach dem Angriff von Offiziellen auf ein Komeil-Gebet, das für die Freilassung von Shahab Tabatabaei organisiert worden war und bei dem viele Menschen verhaftet wurden, sind neue Einzelheiten bekannt geworden.

Fakhr Olsaddat Mohtashami-Pour sprach in einem Interview mit Parleman News über Einzelheiten des Ereignisses: „Wir haben Nachforschungen angestellt und gehen davon aus, dass die bei der Versammlung verhafteten Mädchen und Frauen in eine Wohnung in der Pastour-Straße gebracht worden sind.“

Sie fuhr fort: „Unter den Verhafteten befinden sich die Schwägerinnen von Herrn Ramezan Zadeh, die Ehefrau von Herrn Mihani sowie seine Tochter, der Sohn von Herrn Shirkound und Reyhaneh Taremi, die Nichte von Hossein Taremi, der im Büro des Obersten Führers arbeitet.“

Weiter berichtete sie: “Einige der Verhafteten durften ihre Familien anrufen, die meisten allerdings nicht. Die Eltern von Reyhaneh Taremi sind im Ausland, und ihre Schwester, die an Herzproblemen leidet, ist allein im Haus. Sie wartet voller Sorge auf die Rückkehr ihrer Schwester. Wie machen uns große Sorgen um sie.“

Die Ehefrau von Mostafa Tajzadeh erklärte: „Die Familienangehörigen der Verhafteten sind sehr aufgebracht über die Art und Weise, wie diese angegriffen und belästigt wurden und machen sich große Sorgen über ihre Lieben. Wir hoffen, dass die Verhafteten die Erlaubnis erhalten werden, ihre Familien telefonisch zu kontaktieren, damit man weiß, dass sie noch am Leben sind.“
Sie merkte an: „Die Verhaftungen waren von einem Richter angeordnet worden, und es wurde behauptet, dass es sich bei der Veranstaltung nicht um ein Komeil-Gebet handelte, sondern um ein Organisationstreffen für den 4. November“.

“Das Interessante daran ist, dass zum Zeitpunkt des Angriffs die Lichter alle gelöscht waren und die Zeremonie ihren Höhepunkt erreicht hatte, es wurde für die Freilassung der politischen Gefangenen gebetet.“

Sie fuhr fort: “Den Informationen zufolge, die wir erhalten haben, wurden viele der Teilnehmer leider belästigt und misshandelt, insbesondere die Ehefrauen von Mir Damadi und Ramezan Zadeh. Es ist eine Schande, dass gewöhnliche Menschen, politische Aktivisten, Ehefrauen von Verstorbenen („Märtyrern“), Invaliden und sogar Koranlehrer oder die Koranschülerinnen Zahra Mojarradi und Farideh Mashini auf diese Weise verhaftet wurden.
Während die Beamten dort waren und weitere Kleinbusse ankamen, durften wir nicht einmal die Toilette benutzen. Allen wurden Handschellen angelegt, und wir wurden in die Autos gebracht.“

Sie betonte: “Es ist sehr bedauerlich, dass sie während einer heiligen Zusammenkunft, die einberufen wurde, um denen zu helfen, die ungerecht behandelt wurden, auf diese Weise auftauchen und Menschen verhaften und die Familienangehörigen völlig im Ungewissen ließen, obwohl sie versprochen hatten, dass alle innerhalb weniger Stunden wieder freigelassen werden würden.“

“Es wurde zwar gesagt, dass diese Verhaftungen – die jeder Grundlage entbehren – vom Staatsanwaltschaft angeordnet wurden, glauben wir nicht daran, denn als Angehörige von politischen Gefangenen haben wir den Staatsanwalt gesehen und wissen, dass er ein unabhängiger und freigeistiger Mann ist. Wir vermuten, dass dies das Werk von Personen ist, die die Gesellschaft ins Chaos stürzen wollen, weil ihre gesamte Existenz von diesem Chaos genährt wird.“

Sie fügte hinzu: „Trotz der Veränderungen im Justizsystem haben wir Zweifel, dass diese Verhaftungen vom Staatsanwalt angeordnet worden sind – es sei denn, dies wird offiziell bestätigt.“

Massenverhaftungen dauern an: Familienmitglieder von politischen Gefangenen ebenfalls verhaftet

Veröffentlicht auf Mowjcamp am 22. Oktober 2009
Quelle (Englisch): http://english.mowjcamp.com/article/id/50554
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Vor wenigen Stunden gab es bei einer Gebetszeremonie für die Freilassung von Seyed Shahaboddin Tabatabaei und anderen politischen Gefangenen eine Razzia, bei der mehr als ein Dutzend Personen verhaftet wurden. Unter den Verhafteten befanden sich auch Verwandte von Inhaftierten.

Wie Quellen berichten, sind Mehrak Mirab Zadeh, die Ehefrau von Tabatabaei, Massoumeh Khosh Sowlatan, die Ehefrau des früheren Bürgermeisters von Teheran Morteza Alviri, und Faezeh Abtahi, die Tochter von Mohammad-Ali Abtahi kurz nach ihrer Verhaftung freigelassen worden.

Unter den Verhafteten befinden sich Mohammadreza Jalaeipour, der Doktorand der Oxford-Universität, der bereits nach 88tägiger Haft aus Evin entlassen worden war, Zahra Mojarradi, die Ehefrau des verhafteten politischen Aktivisten Mohsen Mirdamadi, und Saeed Noor Mohammadi, ein Mitglied der Reformpartei.

Die Namen der Verhafteten sind:
Saeid Nourmohammadi
Hadi Heidari
Mohammad Reza Jalaeipour
Farideh Mashini
Iman Mirabzadeh (Schwager von Tabatabaei)
Sakineh Karimzadeh (Ehefrau des früheren Regierungssprechers Abdollah Ramezanzadeh)
Mahboubeh Haghighi
Somayeh Mehrju
Roya Hosseini
Saeideh Kordinejad
Ali Mirdamadi
Alireza Taheri
Reza Miri
Ata Tehranchi

Oppositionsführer Karroubi in der Öffentlichkeit angegriffen

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 23. Oktober 2009
Quelle (Englisch) http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/10/opposition-leader-karroub.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben

Der Kandidat der Präsidentschaftswahlen im Juni Mehdi Karroubi, der die Ergebnisse der Wahlen angefochten hat, ist von Ahmadinejad-Anhängern angegriffen worden, als er eine Medienmesse in Teheran besuchen wollte.

Die Webseite Parleman News berichtet, dass eine Gruppe von schlagstockschwingenden Männern in Zivil Mehdi Karroubi angegriffen und ihm den Turban vom Kopf gerissen hätten. Karroubis Begleiter hatten ihn daraufhin vom Messegelände gebracht.

In dem Bericht heißt es, nach dem Eintreffen Karroubis hätten hunderte von Protestierenden gegen die Wahl sich dem Stand der Agentur Fars News genähert und Parolen gegen die Regierung gerufen.

Vor Beginn der Ausstellung hatten verschiedene Internet-Netzwerke zu einer Demonstration bei der Veranstaltung aufgerufen. Demonstranten hatten Plakate zur Unterstützug der kürzlich verbotenen Zeitungen mitgebracht und diese auf dem Ausstellungsgelände, insbesondere vor den Ständen der regierungstreuen Medien aufgehängt.

In den vergangenen vier Monaten hatte die Regierung nach Protesten gegen den angeblich gefälschten Wahlsieg Mahmoud Ahmadinejads viele reformorientierte Medien geschlossen. Die Protestbewegung hat sich den Namen „Grüne Bewegung“ gegeben und bei jeder öffentlichen Versammlung „grüne“ Symbole verwendet, um ihren anhaltenden Protest gegen die politische Situation des Landes zu zeigen.

Iranische Reformkleriker verurteilen jüngste Verhaftungen

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh, 23. Oktober 2009
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/10/iran-reformist-clerics-co.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.

Die Verhaftung von mehr als 30 Teilnehmern an einer Gebetszeremonie gestern Abend (Donnerstag, 22. Oktober 2009, d. Übers.) hat großen Unmut bei den Familien der Verhafteten und in reformorientierten Klerikerkreisen ausgelöst.

Gestern Nacht sind mehrere Personen bei einer Gebetszeremonie im Haus des verhafteten politischen Aktivisten Shahabeddin Tabatabai verhaftet worden, als Sicherheitskräfte dort eine Razzia durchführten. Einer der mittlerweile freigelassenen Verhafteten sprach von 68 Verhafteten und teilte mit, dass sie mittlerweile nach Evin gebracht wurden.

Die Nachricht von den Verhafteten erreichte gestern Nacht auch prominente Geistliche wie Montazeri, Sanaei, Makarem Shirazi, Mousavi Ardebili und Safi.

Ayatollah Montazeri und Ayatollah Sanaei verurteilten die Verhaftungen und äußerten ihr Bedauern darüber, dass ein heiliger Anlass wie das „Comeil“-Gebet in der Islamischen Republik nicht länger respektiert wird. Sie bezeichneten die Verhaftungen als Akt der Schwäche der Behörden.

Die Familien der Verhafteten kündigten Demonstrationen, Hungerstreiks und Proteste auf internationaler Ebene für den Fall an, dass die Verhafteten nicht freigelassen werden.

Seit der Präsidentschaftswahl im Juni, die von zwei Kandidaten angefochten wurden und landesweite Massenproteste hervorgerufen hatten, versucht die Regierung, die Unruhen durch Verhaftungen und Druck auf die Protestierenden zu schwächen.