Tagesarchiv: 21. November 2009

Früherer Vizepräsident Irans zu 6 Jahren Haft verurteilt

Veröffentlicht auf Mowjcamp am 21. November 2009
Quelle (Englisch): http://english.mowjcamp.com/article/id/66342
Deutsche Übersetzung: Julia; bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Blog angeben

Wie eine iranische Webseite berichtet, wurde der frühere iranische Vizepräsident Mohammad Ali Abtahi zu 6 Jahren Haft verurteilt.

In einem Interview mit der Webseite ayandenews dementierte die Tochter des früheren Vizepräsidenten Berichte über die Freilassung ihres Vaters. Fatemeh Sadat Abtahi sagte ayandenews gegenüber, dass Abtahi heute Morgen in Begleitung von 5 Personen in sein Haus zurückgekehrt sei, das von seinen Begleitern durchsucht wurde. Daraufhin seien sie zum Gericht gefahren, wo man ihm mitteilte, dass ihn sechs Jahre Haft für seine angebliche Rolle in den Ereignissen nach den gefälschten Wahlen im Juni erwarteten.

Nach dem Gerichtstermin wurde Abtahi in das berüchtigte Evin-Gefängnis zurückgebracht, wo er seit seiner Verhaftung Mitte Juni festgehalten wird. Abtahis Anwalt hofft, morgen seine Entlassung gegen Kaution gewährleisten zu können.

Abtahi ist eine der bekannten politischen Persönlichkeiten, die bei den ersten Schauprozessen nach den Unruhen nach der Wahl zum Ablegen gefälschter Geständnisse gezwungen wurden.

Gegen den führenden Reformpolitiker wird u.a. wegen Gefährdung der inneren Sicherheit, Propaganda gegen die Islamische Republik Iran, Präsidentenbeleidigung, Störung der öffentlichen Ordnung durch Teilnahme an illegalen Versammlungen sowie Zurückhaltung von geheimen Dokumenten ermittelt.

Neuigkeiten über Dr. Pourandarjani

Veröffentlicht auf Azarmehr am 21. November 2009
Quelle (Englisch): http://azarmehr.blogspot.com/2009/11/more-on-doctor-pourandarjani.html
(Untertitel eingefügt von Übersetzerin Elli: Die Scheinheiligkeit des Regimes kennt keine Grenzen)
Deutsche Übersetzung: Elli; bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben

Weitere Details über den plötzlichen mysteriösen Tod des 26-jährigen Arztes Dr. Ramin Pourandarjani, der einen Teil seines Militärdienstes in dem berüchtigten Kahrizak-Gefangenenlager ableistete, sind nun bekannt geworden.

Laut dem obersten Kommandanten der Sicherheitskräfte Esmail Ahmadi-Moghadam wird der Arzt beschuldigt, die Gefangenen nicht ordnungsgemäß behandelt zu haben! Pourandarjanis Mutter teilte dagegen mit, sie habe bereits in einem Gespräch mit dem Vater von Mohsen Rouholamini – ein Wahlkampfmitarbeiter des Präsidentschaftskandidaten Mohsen Rezaii, dessen Sohn wie zahlreiche andere Gefangene in Kahrizak ums Leben gekommen war – ihre Bedenken geäußert, dass ihr Sohn unter Druck gesetzt werde, damit er den Tod Rouholaminis auf eine Meningitis-Erkrankung (und nicht auf Mißhandlungen) zurückführe.

Ein alter Schulfreund von Ramin Pourandarjani teilte mit, Ramin habe mehrmals mit ihm über die schreckliche und menschenunwürdige Behandlung der Gefangenen, die aufgrund ihres Protestes gegen die umstrittene Präsidentschaftswahl im Juni in Kahrizak festgehalten wurden, gesprochen. Einmal habe er erzählt, die Häftlinge bekämen nicht die Medizin, die er ihnen verschrieben hatte. Stattdessen habe die Gefängnisleitung ihm erklärt, er solle sich keine Sorgen machen und die Rezepte weiterhin ausstellen.

Ein Foto der Schulklasse von Dr. Ramin Pourjandani an einer Begabtenförderschule in Tabriz