Tagesarchiv: 24. November 2009

20 Studenten der Gilan-Universität vorgeladen

Veröffentlicht auf Mowjcamp am 24. November 2009
Quelle (Englisch): http://english.mowjcamp.com/article/id/66832
Deutsche Übersetzung: Julia; bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben

Berichten zufolge sind 20 Studenten der Universität Gilan, die am 8. November gegen eine Rede von Ahmadinejads früherem Kulturminister Saffar Harandi protestiert hatten, vor das Disziplinarkomitee der Universität geladen worden.

Das Komitee ist dabei, Maßnahmen gegen Studenten zu ergreifen, die während der Demonstrationen am 4. November verhaftet worden waren. Landesweit waren Iraner an diesem Tag auf die Straßen gegangen, um gegen die Regierung Ahmadinejad zu protestieren, die sie für ungesetzmäßig halten.

Das Ausmaß der Proteste gegen die Rede Saffar Harandis war derart, dass er, statt seine Rede zu halten, vor allem auf die Studenten reagierte, die mit seiner Anwesenheit an ihrer Universitäte nicht einverstanden waren. Er war gezwungen, seine Rede vorzeitig abzubrechen.

Zwar wurde kein offizielles Urteil gegen die Studenten erlassen, die Harandis Rede gestört hatten, aber ein Offizieller der Universität wurde zitiert, wie er einem der Studenten gegenüber sagte: „Wir werden euch so behandeln, dass keiner jemals wieder in Versuchung kommt zu protestieren.“

Studentische Aktivisten sind besorgt, dass die jüngste Vorgehensweise der Universität von Sicherheits- und Geheimdienstorganen außerhalb der Universität inszeniert ist, die die Unabhängigkeit der Universität unterminieren wollen.

Offizielle der Universität haben außerdem die Veröffentlichung einer Studentenzeitung verhindert, nachdem dieses zwei Berichte über die Störung von Saffar Harandis Rede und die Verhaftung des studentischen Aktivisten Seyed Kouhzad Esmaeili gebracht hatte, der am Morgen des 4. November verhaftet worden und in eine Gefängnis in Rasht gebracht worden war, um dort eine viermonatige Haftstrafe zu verbüßen.

Die Tragödie an der Teheran-Universität – Juni 2009

Veröffentlicht auf Persian2English am 24. November 2009
Quelle (Persisch):
Freedom Messenger
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=1247

Blut auf dem Fußboden nach dem Angriff auf das Wohnheim der Teheran-Universität

Die Videos unten zeigen die Folgen der Angriffe durch Basijis, Spezialeinheiten und Milizen in Zivil auf Studenten der Teheran-Universität und ihre Wohnheim-Zimmer. Die Angriffe ereigneten sich in der Nacht auf den 14. Juni. Viele der Studenten wurden entführt, und von einigen von ihnen gibt es noch immer keine Nachricht. Mindestens sieben von ihnen wurden auf der Stelle ermordet.

Leider haben die Angriffe auf iranische Studenten und Wohnheime keine nennenswerte Beachtung in den Mainstream-Medien erhalten. Noch schlimmer ist, dass viele dieser Übergriffe nicht mit Kameras festgehalten wurden, zum Beispiel Fälle, wo Basijis in die Wohnheimzimmer platzten und die Studenten mit Ketten und Messern attackierten.

Regimetreue Kräfte setzten dieses Zimmer im Wohnheim der Teheran-Universität in Brand und zerstörten es

Am Tag danach gab das staatliche Fernsehen bekannt, dass „Schläger“ für die Gewalt verantwortlich seien. Damit versuchte das Regime, die Angriffe auf unschuldige Studenten und Zivilpersonen zu schieben.
Da es aber Beweise dafür gibt, dass die „Schläger“ in Wahrheit zu den Kräften des Regimes gehörten, werden nicht nur die Lügen der Regierung entlarvt. Vielmehr kann man daraus schließen, dass das gegenwärtige Regime Schläger als Teil seines Systems begrüßt und unterstützt.

VIDEOS

Erstellt von einer Gruppe Studenten der Teheran-Universität im Juni 2009


[hier fehlt ein Video, weil es auf youtube nicht mehr erhältlich ist]

Schwer verletzter Student

Weitere harte Urteile

Veröffentlicht auf Mowjcamp am 24. November 2009
Quelle (Englisch): http://english.mowjcamp.com/article/id/66833
Deutsche Übersetzung: Julia; bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben

Bei den harten Urteilen gegen im Zusammenhang mit den Protesten nach den Wahlen Verhaftete scheint kein Ende in Sicht zu sein.

Ali Tajernia, Mitglied des Zentralkomitees der Islamischen Iranischen Partizipationsfront, der vor kurzem nach einer fünfmonatigen Haft freigelassen worden war, ist zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe und 70 Peitschenhieben verurteilt worden.

Unter den Verurteilten ist auch die studentische Aktivistin Atefeh Nabavi, die in der Nacht des 15. Juni verhaftet worden war. Sie wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Anfangs war sie angeklagt worden, Verbindungen zur terroristischen MKO (PMOI oder auch MEK) zu unterhalten und sich an den „illegalen Demonstrationen des 15. Juni“ beteiligt zu haben. Von diesen Anklagen wurde sie allerdings freigesprochen. Sie stand aber wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Aktivität gegen das [Islamische] System durch Beteiligung an illegalen Demonstrationen“ weiter vor Gericht. Ihre Anwältin Nasrin Sotoudeh bezeichnete das Urteil als „ungerecht“.