Tagesarchiv: 2. Dezember 2009

Wieder hartes Urteil gegen iranischen Journalisten

Veröffentlicht auf Zamaaneh am 2. Dezember 2009
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/12/another-leading-journalis.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben

Saeed Laylaz

Der iranische Journalist und führende Wirtschaftsexperte Saeed Leylaz ist zu 9 Jahren Haft verurteilt worden.
Leylaz war während der Proteste gegen den angeblich gefälschten Wahlsieg des Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad verhaftet worden. Er war Chefredakteur der kürzlich verbotenen Tageszeitung Sarmayeh. Er war ein unverblümter Kritiker der Wirtschaftspolitik Mahmoud Ahmadinejads.

Leylaz werden “Propaganda gegen das System, Besitz geheimer Dokumente und Verbindungen zu ausländischen Elementen“ vorgeworfen. Seinem Anwalt zufolge steht eine der Anklagen gegen Leylaz in Verbindung mit dem iranischen Politikanalysten der Britischen Botschaft in Teheran Hossein Ressam, der in den Unruhen nach der Wahl ebenfalls verhaftet worden war.

Wie sein Anwalt weiter mitteilte, wurde in Saeed Leylazs Wohnung ein Parlamentsbericht zu Untersuchungen und Recherchen über die Justiz gefunden. Dieser Umstand wird als „Besitz von geheimen Dokumenten“ gewertet. Seinem Anwalt zufolge wurde für Leylaz keine Kaution festgesetzt.

Im Zuge der Niederschlagung der Proteste gegen die Präsidentschaftswahl werden Journalisten zur Zeit immer wieder zu langen Haftstrafen verurteilt. Ahmad Zeidabadi, ein weiterer reformorientierter Journalist, wurde zu 6 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Exil verurteilt und erhielt ein lebenslanges Verbot politischer Betätigung.

Hengameh Shahidi wurde gestern ebenfalls zu mehr als 6 Jahren Haft verurteilt.

Reformkleriker verurteilt Vorgehen der Regierung gegen Demonstranten

Veröffentlicht auf Zamaaneh am 02. Dezember 2009
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/12/photow01-ayatollah-hosein.html
Deutsche Übersetzung: Julia; bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben

Der führende schiitische Geistliche Ayatollah Hoseinali Montazeri sagte heute, die Menschen würden „sich nicht mit weniger als ihren rechtmäßigen Forderungen zufriedengeben“.

Ayatollah Montazeri

Die Gegner des angeblich gefälschten Wahlsiegs von Mahmoud Ahmadinejad bei den Präsidentschaftswahlen im Juni haben sich um die Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi zu einer Bewegung zusammengefunden, die als „Grüne Bewegung“ bekannt wurde.

Die Proteste dauern bereits seit mehr als fünf Monaten an, und die Versuche der Regierung, sie durch „Töten, drohen, verhaften, ungesetzliche Strafverfolgung, lange und unfaire Strafen für politische Aktivisten und Freiheitskämpfer sowie das Verbreiten von Lügen“ zum Schweigen zu bringen, würden nichts an der Entschlossenheit des Volkes ändern, so Montazeri.

Der gemäßigte Geistliche lobte die Grüne Bewegung und ihren friedlichen Kampf für die verletzten Rechte des Volkes. Wie er sagte, sei es der Bewegung gelungen, unter „Zahlung eines hohen Preises“ die „gewalttätige Natur der extremistischen und repressiven Fraktion zu entlarven“.

Montazeri kommentierte auch die Fähigkeit der Bewegung, Aufmerksamkeit und Sympathie internationaler Menschenrechtsorganisationen für ihre rechtmäßigen Forderungen zu erwecken.

Ayatollah Montazeri ist ein entschiedener Kritiker der Islamischen Republik, der das Vorgehen der Regierung gegen Protestteilnehmer und Häftlinge nach den Wahlen immer wieder schonungslos kritisiert hat.