Tagesarchiv: 27. Dezember 2009

Neffe von Oppositionsführer Moussavi bei Zusammenstößen getötet

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 27. Dezember 2009
http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/12/oppsoition-leaders-nephew.html
Deutsche Übersetzung: Julia (bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben)“>(bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben)

Ali Moussavi, der Neffe von Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi, ist Berichten zufolge bei den heutigen Protesten durch einen Schuss ins Herz getötet worden.

Parleman News berichtet, dass sich die Leiche des 35jährigen zur Zeit im Ebn Sina-Krankenhaus befindet. Sie weist eine Schusswunde im Herzen auf. Die Webseite Kalameh berichtet, dass Mir Hossein Moussavi im Krankenhaus ist und versucht, die Umstände zu klären.

Demonstranten hatten angekündigt, am heutigen Ashura-Tag eine Prozession vom Imam-Hossein-Platz zum Azadi-Platz organisieren zu wollen. Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten haben bisher vier Todesopfer und Dutzende Verletzte gefordert.

Die iranische Polizei hat kategorisch bestritten, dass Demonstranten heute zu Tode gekommen sind.

Mir Hossein Moussavi, einer der Präsidentschaftskandidaten der Wahlen im Juni, der die Wahlergebnisse anficht, war in der Vergangenheit Ziel diverser Angriffe von Hardlinern, weil er sich weigert, seine Vorwürfe des Wahlbetrugs zurückzunehmen. Die Präsidentschaftswahlen im Juni hatten die jüngsten Unruhen ausgelöst.

Vor Kurzem war sein Auto von regierungstreuen Kräften angegriffen worden, als er sich auf dem Rückweg von Ayatollah Montazeris Beerdigung befand. Außerdem wurde er aus seinem Amt als Präsident der Akademie der Künste entlassen.

Staatliche Medien in Iran zeichnen anderes Bild von Demonstrationen

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 27. Dezember 2009
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/12/iran-state-media-paint-di.html
Deutsche Übersetzung: Julia (bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben)

Hardliner-Medien haben nichts unversucht gelassen, um Demonstranten gegen die Präsidentschaftswahl zu diskreditieren. Diese hatten angekündigt, an Ashura auf die Straße gehen zu wollen, um ihre Unzufriedenheit zu zeigen.

Zuletzt hatte es Proteste anlässlich der Trauermärsche zum Tod des reformorientierten und vom Obersten Führer Ayatollah Khamenei geschmähten Großayatollah Montazeri gegeben. Am vergangenen Sonntag hatten hunderttausende Demonstranten am Begräbnis des Großayatollahs in Qom teilgenommen, weshalb der Staat alle in anderen Städten geplanten Gedenkfeiern verboten hatte.

Die Demonstranten hatten sich mit Blick auf den heutigen traditionellen Trauertag Ashura für den dritten Imam der Schiiten zurückgehalten.

Trotz wiederholter Warnungen und Drohungen der Staatsmacht und der politischen Führung sind Demonstranten heute auf die Straße gegangen, wo sie sich mit extremer Gewalt konfrontiert sahen. Sie zeigten damit, dass die Proteste des Volkes gegen die Regierung und der Ruf nach Gerechtigkeit nicht verblassen werden.

Die staatlichen Medien hingegen arbeiteten hart, um die Proteste zugunsten der Regierung darzustellen. Die Nachrichtenagentur Fars News berichtete, Anhänger von Moussavi und Khatami hätten „Exemplare des Heiligen Koran verbrannt“.

Außerdem wurden die Demonstranten beschuldigt, Ashura-Trauerkomitees angegriffen zu haben. Fars behauptete zudem, Anhänger von Moussavi hätten Gläubige im Gebet angegriffen. Weiter hieß es, Demonstranten hätten Ashura-Trauernde durch „hupen und Jubelrufe wie bei einer Hochzeit“ beleidigt.

Fars berichtete weiterhin, die „Aufständischen“ hätten „Parolen gegen die Islamische Regierung gerufen“ und wären daraufhin „von Menschen verjagt und zerstreut worden“.

Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete, dass „der Rest der Moussavi-Anhänger in einigen Straßen der Hauptstadt Aufstände angezettelt, öffentliches Eigentum zerstört und Ashoura-Trauernde und Bürger belästigt“ hätte. IRNA fügte hinzu, die „Aufständischen“ hätten „Ashura-Trauernde systematisch angegriffen“ und hätten „keine Ashura-bezogenen Symbole“ bei sich gehabt.

IRNA zufolge „verjagten tausende Trauernde an der Teheran-Universität am Ende der Trauerzeremonie die Störenfriede“.

Der IRNA-eigene Fernsehsender Iran Network berichtete, drei Personen seien an der Azadi-Straße von einem Auto überfahren und getötet worden und fügte hinzu, das Auto habe einem der „Aufständischen“ gehört und sei „identifiziert.“

Iran bestätigt fünf Tote und 300 Verhaftungen

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 27. Dezember 20009
http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/12/iran-confirms-five-deaths.html
Deutsche Übersetzung: Julia (bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben)

Nach stundenlanger Verspätung bei der Berichterstattung über die Unruhen in Teheran und der Leugnung der Ausmaße der Proteste und Zusammenstöße haben die staatlichen Medien in Iran schließlich bestätigt, dass bei den heutigen Protesten in Teheran fünf Menschen getötet und 300 verhaftet wurden.

Die iranische Polizei sprach in einem öffentlichen Statement davon, dass fünf Personen heute unter „verdächtigen Umständen“ getötet wurden. Weiter heißt es, Sicherheitskräfte hätten versucht, mittels „verbaler Kommunikation“ den Frieden wiederherzustellen, jedoch seien sie „von Aufständischen bedrängt und angegriffen worden, wobei einige Sicherheitskräfte verletzt wurden.“

In dem Statement heißt es weiter, nach dem „Angriff der Aufständischen“ habe die Polizei versucht, „ohne Schusswaffeneinsatz“ den Frieden wiederherzustellen und die Menge zu zerstreuen.

Kommandant Radan gab bekannt, dass bei den heutigen Ereignissen „eine Person getötet wurde, als sie von einer Brücke fiel und von einem Auto überfahren wurde, eine weitere Person starb infolge eines Schusses.“ Er stellte fest, dass der Tod durch den Schuss „verdächtig“ sei.

Weiterhin behauptete Kommandant Radan, dass mehrere öffentliche und private Fahrzeuge von „Aufständischen“ angezündet worden seien.

Demonstranten gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen waren heute auf die Straße gegangen, um ihren Protest gegen die Regierung zu bekräftigen, die ihrer Ansicht nach durch Wahlbetrug an die Macht gekommen ist. Berichte und Bilder von den Demonstrationen lassen ein hohes Ausmaß an Gewalt bei den Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten erkennen.

Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und feuerten Schüsse in die Luft, um die Menge zu zerstreuen. Während die regierungstreuen Medien nichts unversucht ließen, um das Ausmaß der Proteste herunterzuspielen, indem sie sie als „kleine Störungen“ bezeichneten, haben reformorientierte Webseiten die heutigen Zusammenstöße als in den Protesten der letzten sechs Monate „beispiellosen“ Ausdruck der Unzufriedenheit bezeichnet.

Schüsse am Gebäude der Nationalen Fernseh- und Radioanstalt

Veröffentlicht auf Persian2English am 27. Dezember 2009
Quelle (Persisch): Freedom Messenger
Übersetzung Persisch-Englisch: Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.wordpress.com/2009/12/27/shots-heard-around-national-tv-radio-building/
Deutsche Übersetzung: Julia (bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben)
(Anmerkung d. Übers.: Dieser Artikel beruht zum Zeitpunkt der Übersetzung auf einer einzigen und inoffiziellen persischen Quelle. Ich bitte, den Inhalt des Artikels entsprechend als „unbestätigt“ einzustufen)

Bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten am Gebäude der Nationalen Fernseh- und Radioanstalt waren Schüsse zu hören.

Netzwerk Bewegung Grüner Weg (Jaras):
Während des Fests zur Shaame Ghariban-Nacht in Teheran gab es Berichten zufolge vereinzelte Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei in Straßen und auf Plätzen.

Ein Jaras-Korrespondent berichtete über Zusammenstöße am Azadi-Platz und am Enghelab-Platz, stärker werdende Zusammenstöße in der Vali Asr-Straße und in der Nähe des Gebäudes des Nationalen Rundfunks. In der Nähe des Gebäudes waren auch Schüsse zu hören.

Auch von der Mirdamad-Straße kamen Berichte über Unruhen und Zusammenstöße mit der Polizei.

Abdollah Nouris Bruder angegriffen

Veröffentlicht auf http://persian2english.wordpress.com/ am 27. Dezember 2009
Quelle (Persisch): Rahe Sabz (Link nicht bekannt)
Übersetzung Persisch-Englisch: Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.wordpress.com/2009/12/27/abollah-nooris-brother-attacked/
Deutsche Übersetzung: Julia (bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben)

Wie Jaras berichtet, sind während der heutigen Zusammenstöße in Isfahan der Bruder des früheren Innenministers der Regierung Khatami, Abdollah Nouri, sowie dessen Sohn von der Polizei durch wiederholte Schläge mit Schlagstöcken schwer verletzt worden.
Wie Augenzeugen berichten, hatte die Polizei zunächst die Schwägerin und die Nichte Abdollah Nouris in Hosseinabad bei Isfahan verhaftet. Als Abdollahs Bruder und sein Neffe versuchten, ihre Angehörigen zu befreien, griff die Polizei sie mit Schlagstöcken an. Später schleppten die Beamten den bereits schwer verletzten Bruder Abdollah Nouris auf die Straße. Einige der Augenzeugen glauben, dass Nouris Bruder tot ist, doch es gibt Berichte, nach denen er im Rudaki-Gefängnis von Isfahan festgehalten wird. Sein körperlicher Zustand ist furchtbar.