Regierungsanhänger attackieren iranische Reformkleriker

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 8. Januar 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/01/progovernment-forces-atta.html

Mahammad Ali Sodoughi


Regierungsanhänger haben das Büro des Leiters der Freitagsgebete in Yazd, Mohammad Ali Sodoughi, angegriffen. Parleman News zufolge wurde Sodoughi auch an Ashura von Ahmadinejad-treuen Kräften verbal beleidigt.

Auch andere reformorientierte Geistliche wie Ayatollah Sanei und Ayatollah Dastgheib waren in den letzten Wochen Ziel ähnlicher gewalttätiger Angriffe.

Diese Geistlichen hatten wiederholt das gewaltsame Vorgehen der Regierung gegen Demonstranten gegen die Wahl verurteilt und die Freilassung der politischen Gefangenen gefordert.

Der Leiter der Teheraner Freitagsgebete Kazem Sedighi warnte, dass die „Menschen“ ihre Geduld verlieren und die Dinge in die eigene Hand nehmen würden, sollte das juristische Establishment nicht auf die „Volksverhetzung“ bezüglich der Ereignisse an Ashura reagiern.

Er erklärte, „Aufständische und andere Gruppen, die deren bösartige Pläne teilen“, hätten den Ashura-Tag durch Feiern und Pfiffe entehrt.

Ashura ist ein Trauertag im schiitischen Kalender. Demonstranten waren am letzten Ashura-Tag auf die Straße gegangen und hatten ihre Proteste gegen die Präsidentschaftswahl im Juni 2009 fortgesetzt, die ihrer Meinung nach zu Gunsten Mahmoud Ahmadinejads gefälscht wurde.

Während regierungstreue Kräfte versuchen, die Demonstranten mit dem Vorwurf zu diskreditieren, dass sie die Heiligkeit dieses Tages verletzt hätten, sagt die Opposition, dass es die Regierung sei, die die Heiligkeit dieses Tages durch Vergießen unschuldigen Blutes verletzt habe. Mindestens acht Personen waren an diesem Tag bei der Niederschlagung der Proteste ums Leben gekommen.

Kazem Sedighi behauptet, dass einer der Oppositionsführer eine Person für das Anzünden eines Fahrzeuges bezahlt habe. Weiterhin behauptet er, dass die Person für jede regierungsfeindliche Parole bezahlt wurde, die er an diesem Tag rief.

Mit diesen Vorwürfen scheint er auf die umfassende Berichterstattung über die nach Ashura von der Regierung organisierten pro-Regierungs-Demonstrationen zu reagieren, für die Büros und Schulen geschlossen und Arbeiter und Schulkinder mit Bussen zur Demonstration gefahren und mit Essen und Getränken versorgt worden waren.

Eine Antwort zu “Regierungsanhänger attackieren iranische Reformkleriker

  1. IST DIE ISLAMISCHE IRANISCHE REPUBLIK (NOCH) EIN „MULLAH-REGIME“ ?

    War dieser Begriff stets mit dem Mangel behaftet, den gesamten schiitischen Klerus in denselben islamistischen Topf zu werfen, so ist er spätestens mit dem Amtsantritt Ahmadinedschads 2005 und der darauf einsetzenden Militarisierung der Gesellschaft und ihrer Institutionen unerträglich hohl geworden.

    Man ist Zeuge eines langjähriger Prozesses elitärer Machtverlagerung, der die politisch-ökonomische Führung Irans aus den Händen greiser Kleriker in jene von Elitesoldaten in ihren Mittfünfzigern überführt.

    Erstere wurden in theologischen Seminaren und den Gefängnissen des Schahs politisiert, Zweitere in technisch-wirtschaftlichen Studiengängen und auf den Minenfeldern des Irak-Iran-Kriegs, in dem sie – im solidarischen Glauben an die Revolution vereint – diese gegen innere und äußere Feinde verteidigten.

    Täglich werden inzwischen in iranischen Medien die Statements hochrangiger Revolutionsgardisten veröffentlicht, als handele es sich um Auskünfte von Metaministern.

    Die politisch-ökonomische Führung in Teheran ist von den greisen Klerikern an die Generation der Elitesoldaten aus dem iranisch-irakischen Krieg übergegangen.

    Quelle:
    http://www.taz.de/nc/1/politik/nahost/artikel/1/der-durchmarsch-der-gardisten
    18.08.2009

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