Shadi Sadrs Interview mit BBC Persian

Veröffentlicht auf Persian2English am 23. Januar 2010
Quelle (Persisch): BBC Persian http://www.youtube.com/watch?v=c54kG7yzEoU
Übersetzung Persisch-Englisch: Siavosh J., Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=4917
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia

Shadi Sadr: Im Grunde ist es so: wenn die Forderungen einer einzelnen sozialen Gruppe präsentiert werden sollen, dann erinnert das an das das Erklimmen eines Berges. Es sollte ein klares Bild des Gipfels geben, den wir zu erreichen versuchen. [In unserer Analogie] sind die Forderungen wie ein Gemälde, das noch gemalt wird. Es genügt, realistische Forderungen auf der Grundlage der Realitäten des Alltags der Frauen zu stellen. Die zu erfüllenden Forderungen hängen von dem Stadium ab, in dem sich die Bewegung befindet, von der Balance der politischen Kräfte, und vom allgemeinen Fortschritt der Bewegung. Es ist eine strategische Frage. In der Phase der Forderungen ist es wichtig zu wissen, wie genau unsere Forderungen aussehen und wie wir sie zu erfüllen gedenken.

Frage: Sie sagen, dass in den Statements von Herrn Moussavi, Herrn Karroubi und den fünf anderen Intellektuellen kein Bezug auf Ihre Forderungen genommen wird. Wo sehen Sie sich in Bezug auf diese Bewegung, die als „Grüne Bewegung“ bekannt geworden ist?

Shadi Sadr: Mir persönlich als Mitglied der Frauenbewegung und als Teilnehmerin an den Demonstrationen, die die mutigen Frauen in den vordersten Linien des Volkswiderstands gesehen hat, beunruhigt, dass die Frauen, die so mutig ihr Leben geopfert haben, in den Statements derer, die sich als Führer der Bewegung betrachten, nicht berücksichtigt werden. Wir sind besorgt darüber, dass die Forderungen der Frauen, die in den Bewegungen nach der Wahl wiederholt artikuliert wurden, in der dann folgenden politischen Welle vergessen werden. Meiner Ansicht nach ist das Statement (der Frauenrechtsaktivistinnen) ein Wink in die Richtung aller politischen Aktivisten und aller, denen an einer besseren Zukunft für Iran gelegen ist. Jeder von uns, der die Volksbewegung repräsentiert, muss unsere Forderungen aussprechen und Lösungen anbieten, wie sie erfüllt werden können.

Frage: Glauben Sie nicht, dass dieser „Wink“ zu Spaltungen in der Grünen Bewegung führen könnte?

Shadi Sadr: Nein, danach sieht es nicht aus. Auch die fünf religiösen Intellektuellen, die ihr Statement veröffentlicht haben, haben dies in Eigenregie getan. Sie sahen keine Notwendigkeit zur Etablierung einer gemeinsamen vereinten Front, sie hielten es auch nicht für nötig, sich mit anderen Gruppen zu beraten. Was ich vertrete und für die Demokratie in Iran als hilfreich erachte, ist keine „monolithische Botschaft“: Wir müssen alle Gruppen berücksichtigen, die unter dem Dach der Grünen Bewegung zusammen gekommen sind. Dies wird nicht möglich sein, wenn wir nicht die Diversität der Forderungen der verschiedenen Gruppen anerkennen. Ich glaube, die Bewegung hat das Potential, all diese [Forderungen] wahrzunehmen und zu verarbeiten.

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