Menschenrechtsaktivisten wegen “Moharebeh” angeklagt

Veröffentlicht auf Persian2English am 27. Januar 2010
Quelle (Persisch): Radio Farda
Übersetzung Persisch-Englisch: Tour Irani, Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=5227
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Mehrdad Rahimi (rechts) and Koohyar Goodarzi (links)

Die Organisation Committee of Human Rights Reporters (CHRR) in Iran hat mitgeteilt, dass die beiden verhafteten Mitglieder des Komitees, Koohyar Goodarzi und Mehrdad Rahimi, wegen „Moharebeh“ (Kampf gegen Gott) angeklagt wurden.

CHRR berichtete bereits über den Druck, der auf verhaftete Mitglieder ausgeübt wird, um zu erreichen, dass sie die Anklagen annehmen und mit den Befragern kooperieren.

CHRR zufolge ist Koohyar Goodarzi angeklagt, „Krieg gegen Gott zu führen“, „Propaganda gegen das Regime“ verbreitet und an „illegalen Versammlungen“ teilgenommen zu haben.

Der Teheraner Staatsanwalt hatte bereits bei seinem Treffen mit Shiva Nazar Aharis Familie erklärt, die Organisation CHRR stehe mit der Organisation der Volksmujahedin (MKO) in Verbindung. Mehrdad Rahimi hatte seiner Familie gegenüber erwähnt, dass die Befrager versuchten, sie zu zwingen, die Anklage wegen „Moharebeh“ zu akzeptieren.

Dem CHRR-Bericht zufolge war Goodarzi in den letzten Tagen mit einbandagiertem Kopf gesehen worden. Wie es zu der Kopfverletzung kam, ist nicht bekannt. Goodarzi hatte dagegen protestiert, dass er mit einem Al-Qaida-Mitglied in einer Zelle untergebracht war. Dem Gesetz nach müssen Gefangene ihren Vergehen entsprechend getrennt untergebracht werden.

Das Islamische Gesetz sieht für „Moharabeh“ die Todesstrafe vor.

Am Samstag fand die letzte gerichtliche Anhörung für die fünf verhafteten Teilnehmer an den Ashura-Protesten statt, die wegen „Moharebeh“ und Verbindungen zur MKO angeklagt sind. Die Urteile werden in Kürze verkündet.

Angehörige der Opposition und Unterstützer von Menschenrechtsgruppen haben erklärt, diese „Geständnisse“ seien unter Anwendung von Druckmitteln und Folter erzwungen worden, zudem seien die Betroffenen sehr lange in Haft gewesen und hätten keinen Zugang zu einem Anwalt gehabt.

Amnesty International und die Menschenrechtskommission, zwei Organisationen, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzen, haben Statements herausgegeben, in denen sie die möglichen Todesurteile gegen Inhaftierte von Ashura (27. Dezember) verurteilen. Beide Organisationen haben sich besorgt geäußert und die iranischen Behörden aufgefordert, die Rechte von Gefangenen und Demonstranten zu achten.

In dem vor wenigen Tagen erschienenen jährlichen Menschenrechts-Bericht von Amnesty International wird festgestellt, dass die iranische Regierung während der Ereignisse nach der Präsidentschaftswahl in Iran im Juni 2009 die umfassendste Repression des letzten Jahrzehnts begonnen hat.

Bitte unterstützen Sie die Urgent Action von Amnesty International: http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-005-2010/menschenrechtler-inhaftiert

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