Arash Rahmanipours Anwältin spricht über die Hinrichtungen von heute

Veröffentlicht auf Persian2English am 28. Januar 2010
Quelle (Persisch): Deutsche Welle
Übersetzung Persisch-Englisch und Zusammenfassung: Siavash Sartipi, Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=5352
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben


Arash Rahmanipour und Mohammad Ali Zamani sind heute hingerichtet worden. Sie waren angeklagt, die öffentliche Ordnung gestört zu haben, obgleich sie vor der Wahl im Juni2009 verhaftet worden waren. Rahmanipour war zum Zeitpunkt der Verurteilung für seine „Verbrechen“ 17 Jahre alt.

Die beiden jungen Männer waren wegen „Moharebeh“ (Kriegführung gegen Gott), Umsturzversuchen gegen das Regime und Zusammenarbeit mit einer monarchistischen Organisation und der Organisation der Volksmujahedin angeklagt.

In den auf die Wahl folgenden Schauprozessen hatten beide gestanden, Demonstrationen organisiert zu haben, obwohl sie sich zur Zeit der Proteste bereits in Haft befanden (weshalb sie an der Organisation von Demonstrationen nicht beteiligt gewesen sein können).

Nach der Ausstrahlung ihrer Geständnisse im staatlichen Fernsehen wurden auf iranischen Webseiten viele Kommentare veröffentlicht. Einer dieser Kommentare stammte von jemandem, der seine Zelle mit Mohammad Ali Zamani geteilt hatte. Er schrieb auf der Webseite Norooz, dass Mohammad von den Vorgängen außerhalb des Gefängnisses nichts wusste. Er fragte andere nach den Wahlen und den darauf folgenden Unruhen.

Tage vor dem Schauprozess wurde Ali Zamani routinemäßig um 9 Uhr aus seiner Zelle geholt, um sich auf sein Geständnis vor Gericht vorzubereiten. Gegen Abend wurde er in die Zelle zurückgebracht. Ali Zamani hatte gehofft, nach dem Schauprozess freigelassen zu werden.

Nasrin Sotoudeh, die Anwältin von Arash Rahmanipour, bestätigte den Inhalt des Kommentars auf der Webseite von Norooz. In einem Interview mit der Deutschen Welle sagte sie: „Rahmanipour hat mir erzählt, dass er unter Druck gesetzt wurde. Ihm wurde versprochen, dass er statt der Todesstrafe nur 10 Jahre Haft bekommen würde, wenn er Dinge gestehen würde, die er nicht getan hatte. Aber so ist es nicht gekommen.“

Nasrin Sotoudeh zufolge hatte der Geheimdienst von Arashs Vater verlangt, seinen Sohn zu Geständnissen zu zwingen, anderenfalls würden sie ihn ebenfalls verhaften.

Auch Nasrin Sotoudeh wurde bedroht. „Sie haben mich weder zu den Verhören, noch zur Gerichtsverhandlung zugelassen, um meinen Klienten zu verteidigen. Als ich darauf bestand, in die Verhandlung gelassen zu werden, um meinen Klienten zu verteidigen, drohten sie mir ebenfalls mit Verhaftung. Sie haben mir sogar meine Lizenz weggenommen“, erklärt Sotoudeh.

Die Verhaftungen vor den Wahlen
Nasrin Sotoudeh zufolge wurde Arash Rahmanipour in seiner Wohnung gemeinsam mit seiner schwangeren Schwester verhaftet. Nach ihrer Freilassung verlor seine Schwester das Kind.

Die medizinische Akte seiner Schwester wurde dem Gericht übersandt.

Nasrin Sotoudeh fügt hinzu: „Entgegen der Behauptungen des Revolutionsrates wurde mein Klient zu Hause verhaftet. Mein Klient war zum Zeitpunkt seiner Verhaftung 19 Jahre alt. Arash ist ein weiteres Opfer der Hinrichtung von Minderjährigen, denn viele der gegen ihn erhobenen Vorwürfe betrafen Vorfälle, die sich ereigneten, als er 16 oder 17 Jahre alt war.“

Heimliche Hinrichtung
Die Akten von Arash Rahmanipour und Mohammad Reza Ali Zamani wurden zwecks Revision an den Obersten Gerichtshof übersandt. Nasrin Sotoudeh wurde darüber in Kenntnis gesetzt. Die Anwälte und die Angehörigen der beiden jungen Männer erfuhren erst heute (28. Januar) aus den Medien von den Hinrichtungen.

Nasrin Sotoudeh ist nun besorgt, dass weitere Hinrichtungen bevorstehen könnten. „Ich mache mir jetzt große Sorgen um meine anderen beiden Klienten, Ayyoub Porkar und Reza Khademi“.

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6 Antworten zu “Arash Rahmanipours Anwältin spricht über die Hinrichtungen von heute

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