Tagesarchiv: 5. Februar 2010

Video-update: Bewohner von Lar liefern sich Gefechte mit Anti-Aufruhr-Polizei

Veröffentlicht auf http://persian2english.com/ am 5. Februar 2010
Quelle (Persisch): Freedom Messenger
Übersetzung Persisch-Englisch: Maryam, Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=5610
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben
(Anmerkung d. Übers.: Dieser Artikel beruht zum Zeitpunkt der Übersetzung auf einer einzigen und inoffiziellen persischen Quelle. Ich bitte, den Inhalt des Artikels entsprechend als „unbestätigt“ einzustufen)

Iran News Agency – Am Morgen des 4. Februar 2010  (Donnerstag)  gab es eine große Demonstration in Lar, die bis nach 2:30 morgens andauerte.

Ein lokaler Vertreter der Obrigkeit wies alle Ladenbesitzer an, ihre Geschäfte zu öffnen. Eine große Mehrheit der Menschen in Lar protestierten lautstark mit Parolen (gegen diese Anweisung).

Hier sind einige der Parolen:

„Tod den Kompromittierenden“ [? „Death to the Compromiser“]; „Friede sei mit Muhammad, alle haben Lärm gemacht“; „Wertlose Führer, tretet zurück“; „Lar muss Provinz werden“; „Wir sind alle zusammen“

Der Demonstrant tut so, als ob er telefoniert, in Wirklichkeit filmt er jedoch



Menschen versammeln sich in Lar, um gegen die Entscheidung der Regierung zu protestieren, einem nahegelegenen Dorf den Stadt-Status zu verleihen.



Demonstranten skandieren: „Laristani wurde getötet, das Volk wird das nicht akzeptieren“



Die Menschen rufen: „Hier ist der Beweis für die Gräueltaten der Regierung“



Demonstrationen in Lar am 2. Februar 2010: „Ich töte den, der meinen Bruder tötet“



Zusammenstöße in Lar. Demonstranten rufen „Allah-o Akbar“

Zusammenstöße in Lar werden heftiger: Ein Zeuge berichtet

Veröffentlicht auf Persian2English am 5. Februar 2010
Quelle (Persisch): Iran News Agency
Referenziert von Freedom Messenger
Übersetzung Persisch-Englisch: Xan I., Persian2English
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=5857
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Archivbild

Iran News Agency: Neuesten Berichten aus Lar zufolge wurde das heutige Freitagsgebet in der Stadt wegen der Straßenproteste und Demonstrationen abgesagt. Ein Zeuge berichtet, dass die Innenstadt von Lar voller Menschen ist und sich eine Menschenmenge von bis zu 4 km vor Azzam Hosseiniye versammelt hat.

Berichten zufolge hat eine Gruppe eine Polizeistation angegriffen, um die Anti-Aufruhr-Polizei wegen deren Einsatz von Gummigeschossen zur Rede zu stellen, der letzte Nacht mehrer als 40 Verletzte zur Folge hatte.

Der Zeuge erzählt, dass die Anti-Aufruhr-Polizei, eingeschüchtert durch die von den Menschen demonstrierte Einheit, die Stadt binnen kurzer Zeit verlassen habe. Diese Polizeieinheiten bestünden nicht aus Iranern, denn sie hätten keine Gnade gegenüber Frauen, Männern, Jungen und Alten gezeigt, sondern mit ihren Schlagstöcken jeden verprügelt, der ihnen über den Weg lief. Die gesamte Stadt protestiert lautstark gegen die Obrigkeit. Die Menschen riefen Parolen über Imam Hossein und sagen, dass sie Widerstand leisten werden und sich der Schande widersetzen und mit ihren Streiks und Protesten fortfahren würden.

Die Demonstration ist noch immer im Gange, und sie wird auch morgen und übermorgen fortgesetzt, bis die Forderungen der Bevölkerung erfüllt werden.

[Anm. d. Übers.: Worum es in diesem Konflikt genau geht, ist offenbar noch immer nicht wirklich klar. S. dazu auch https://englishtogerman.wordpress.com/2010/02/02/angriffe-auf-banken-und-zusammenstose-in-lar/]

Versöhnlichere Töne beim Teheraner Freitagsgebet

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 5. Februar 2010
http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/02/tehran-friday-sermon-beco.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Beim Freitagsgebet in Teheran wurden diese Woche versöhnlichere Töne angeschlagen. In seiner Predigt rief Ayatollah Emami Kashani die Demonstranten auf, auf „bestimmte Parolen“ zu verzichten und sich von denen fernzuhalten, die solche Parolen verwenden.

Wie ILNA berichtet, sagte Ayatollah Kashani: „Wenn auch die derzeitigen Bedingungen manchmal problematisch sind, muss dennoch zwangsläufig der letzte Imam wieder erscheinen.“

Schiiten glauben, dass der letzte Imam verschwunden ist und dass seine Wiederkehr den Tag des jüngsten Gerichts bringen wird.

Oppositionelle und die Protestbewegung haben angekündigt, am kommenden Donnerstag auf die Straße gehen zu wollen, um ihren Protest gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen und die darauf folgenden Ereignisse zu erneuern.

Die Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi, die beide die Wahl anfechten, haben die Menschen zur Teilnahme an den Demonstrationen aufgerufen.

Der Leiter des Freitagsgebets in Teheran sagte heute: „Ich rufe alle, die Lärm machen wollen, dazu auf, zuzuhören, sich dem Volk anzuschließen und freundlich zu sein. Selbstverständlich ist es mit Feinden etwas anderes.“

Ayatollah Kashani, der auch Mitglied im Expertenrat ist, sagte zu den Protesten am Tag Ashura [27. Dezember 2010]: „An diesem Tag waren bestimmte Parolen zu hören, die ich euch bitte, nicht zu verwenden. Lasst das Land vereint bleiben.“

Der versöhnliche Ton dieses Freitagsgebetes steht in völligem Kontrast zu der Predigt, die Ayatollah Jannati letzte Woche gehalten hatte. Er hatte darin die Hinrichtung von Regimekritikern empfohlen und mehr Exekutionen durch den Strang gefordert, um die Proteste zum Schweigen zu bringen.

Auch andere Stellen des Establishments äußerten sich eher versöhnlich.

Der Chef des Obersten Rechnungprüfungshofes, Hojatoleslam Pour Mohammadi, wird mit den Worten zitiert: „In den letzten sieben Monaten sind wir jedes Mal, wenn wir einander angegriffen haben, in unserem Leben, unserer Arbeit, unserem Fortschritt zurückgeworfen worden. Das Land wird unsicher, und genau das ist der größte Wunsch unserer Feinde.“

Er fügte hinzu: „Selbst wenn wir bei Kämpfen im Recht sind, sollten wir uns zurückziehen, denn Kampf führt zu Zerstörung. Das Feuer der Volksverhetzung verbrennt nicht nur die Aufständischen, sondern schluckt jeden, der in seiner Nähe ist.“