Ausreisende werden am Teheraner Flughafen mit Auslands-Fotos eingeschüchtert

Veröffentlicht auf International Campaign for Human Rights in Iran am 7. Februar 2010
Quelle (Englisch): http://www.iranhumanrights.org/2010/02/using-photographs-of-protests-outside-iran-to-intimidate-arriving-passengers-at-the-airport/
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Behörden am internationalen Imam-Khomeini-Flughafen in Teheran (IKI) haben offenbar Fotos von Protestveranstaltungen im Ausland gesammelt, auf denen Iraner zu sehen sind, die aus Solidarität mit Iranern in Iran an Protesten gegen die Menschenrechtsverletzungen in Iran teilnehmen. Beim Verlassen des Flughafens wurden mehrere iranische Staatsbürger willkürlich ausgewählt und in Räume geführt, wo sie angeben mussten, in welches Land und welche Stadt sie reisen. Dann wurden ihre Gesichter mit den vorliegenden Fotos verglichen. Damit sollen Iraner identifiziert werden, die sich im Ausland an derartigen Veranstaltungen beteiligt haben.

Verschiedene Personen, die kürzlich aus Teheran zurückgekommen sind, haben ICHRI berichtet, dass sie mehrere Stunden am IKI zubringen mussten, während ihre Gesichter mit vorliegenden Fotos abgeglichen wurden. Einer von ihnen, der vor Kurzem aus Teheran wiedergekommen ist, erzählte ICHRI: „… nachdem ich mein Gepäck eingecheckt hatte, forderte ein Beamter mich auf, ihm zu einem Seiteneingang zu folgen. In dem Raum saßen Menschen hinter Monitoren, auf denen Hunderte Aufnahmen von Gesichtern zu sehen waren. Es waren keine Passfotos, sondern Fotos von Versammlungen. Auf einem Foto war ein Mädchen mit erhobener Faust zu sehen, auf einem anderen ein junger Mann, der etwas rief.“
Die Personen berichten, dass Beamte von ihnen die Zielstaaten und -städte wissen wollten und dann in dem besagten Raum nach Fotos suchten, die aus der jeweiligen Stadt stammen, um festzustellen, ob der oder die Reisende an Kundgebungen teilgenommen hat.

In einem anderen Fall wurde ein junger Mann, der mehrere Wochen in Teheran gewesen war, in einen Raum gebeten, wo ein Sicherheitsbeamter auf ihn wartete. Sein Pass war bei der Ankunft schon gestempelt worden. Sie forderten ihn auf, seine Facebook-Seite zu öffnen, worauf er überrascht erwiderte, er habe keine Facebook-Seite. Der Beamte suchte auf Facebook nach dem Namen des Mannes und forderte ihn auf, seinen Facebook-Account einzugeben. Nachdem der junge Mann sich mehrere Minuten lang geweigert hatte, warnte der Beamte ihn, er werde bei der Ausreise Probleme bekommen. Dies bewahrheitete sich allerdings nicht.

Derartige Aktionen sollen im Ausland lebende Iraner einschüchtern und davon abhalten, an Versammlungen teilzunehmen. Sie stellen einen klaren Verstoß gegen die bürgerlichen Rechte dieser Personen und eine Verletzung ihrer Privatsphäre dar.

Ein Augenzeuge berichtet, dass die Behörden der Islamischen Republik Personen zu verschiedenen Versammlungen außerhalb Irans entsenden und damit beauftragen, Teilnehmer zu fotografieren und die Fotos an die iranischen Behörden weiterzugeben. In einem anderen Fall war einem jungen Mann während einer Demonstration in Deutschland aufgefallen, dass jemand sein Gesicht mehrfach fotografierte. Er sprach den Fotografen an und forderte ihn auf, das Fotografieren einzustellen. Als der Mann nicht aufhörte, kam es zu einer Rangelei zwischen dem Fotografen und Umstehenden, die den Zwischenfall verfolgt hatten. Schließlich verhaftete die Polizei alle Beteiligten. Der junge Mann sagte immer wieder, dass der fragliche Fotograf die Fotos für bestimmte, nicht persönlich motivierte Zwecke gemacht habe. Die Polizei untersuchte daraufhin das Mobiltelefon des Fotografen und prüfte die darauf abgelegten Fotos. Überrascht stellten sie fest, dass sich Hunderte von Fotos verschiedener Gesichter darauf befanden.

4 Antworten zu “Ausreisende werden am Teheraner Flughafen mit Auslands-Fotos eingeschüchtert

  1. Warum machst du auf Missstände in den USA aufmerksam. Ist doch was ganz anderes. Die USA schützen sich zurecht vor Terror. Der Iran will Menschen, die für intelektuelle Freiheit kämpfen, aufsprüren und aus dem Weg räumen.
    Immer wenn es um schlimme Dinge in der arabischen Welt geht kommt irgendwann einer und postet, das die USA die schwarzen Schafe sind… absolut realitätsfremd

  2. mr. tristan 1936 , was hat eine mit den andern zu tun.
    bist du vielleicht auch ein basiji. redest du ähnlich wie ahmadinajes.ständige vergleiche mit usa oder israel.

  3. wenn leute,die außerhalb des iran an demos teilgenommen haben und fotographiert worden sind,ist es ganz normal diese herauszufiltern.
    in die usa kommen sie gar nicht erst rein oder werden ohne rechtsanspruch bei der einreise verhaftet,wenn ihre visage vielleicht arabische züge trägt ohne daß sie irgendwo demonstriert haben.
    so DEMOKRATISCH sind die USA !!!!!!

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