Immer mehr schwere Haftstrafen für Studenten: 15 Jahre für Ali Kantoori

Veröffentlicht auf International Campaign for Human Rights am 01. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.iranhumanrights.org/2010/03/heavy-sentences-for-students-on-the-way-15-years-for-ali-kantoori/
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Der studentische Aktivist Ali Kantoori ist zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Er bestreitet sämtliche gegen ihn erhobenen Anklagen.

Nachdem politische und studentische Aktivisten bereits mit sehr hohen Haftstrafen und Kautionsanordnungen bis zu 500.000 $ belegt wurden, ist nun auch der studentische Aktivist Ali Kantoori zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sein Urteil wurde von Abteilung 104 des General Court in Sanandaj ausgestellt. Ein studentischer Aktivist, der den Fall kennt, sagte der Organisation International Campaign for Human Rights in Iran gegenüber, es gebe in Kantooris Fall keine Beweise, die eine solch hohe Haftstrafe rechtfertigen.

Wie dieser Student weiter mitteilte, berücksichtigte das Gericht keine der Aussagen Kantooris oder seines Anwalts. Das Urteil wurde ohne Einbeziehung seiner Verteidigung gefällt. International Campaign for Human Rights in Iran vorliegenden Informationen zufolge kam dieses Urteil zeitgleich mit weiteren harten Urteilen gegen andere studentische Aktivisten in Iran. Einige Familien haben versucht, vor der öffentlichen Verkündung der Urteile Kontakt mit den Gerichten und Richtern aufzunehmen, um zu erreichen, dass die Urteile geprüft und abgemildert werden – bislang allerdings offenbar ohne Erfolg.

Kantoori war im Dezember 2007 in der Nähe seines Hauses in Qazvin verhaftet worden und anschließend zunächst in Trakt 209 von Evin, später ins Gefängnis Ghezel Hesar gebracht worden. Nach fünf Monaten im Gefängnis wurde er im Mai 2008 gegen eine Kaution in Höhe von 150.000 $ freigelassen. Das Revolutionsgericht Sanandaj verurteilte ihn zunächst u.a. wegen Propaganda, Aufstand [„mutiny“, auch Meuterei] und Handlungen gegen die nationale Sicherheit zu 32 Monaten Gefängnis.
Die weiteren gegen ihn erhobenen Anklagen wurden in einem gesonderten Prozess verhandelt, in dem er dann zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde. Sein Anwalt erfuhr am 23. Februar 2010 von dem Urteil.

Kantoori hatte zuvor alle gegen ihn erhobenen Anklagen zurückgewiesen. Sein Anwalt erklärt, es gebe keine Beweise, die die Anklagen gegen seinen Klienten stützen.

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