Christliche Gemeinden in Iran immer stärker unter Druck: Pfarrer Wilson Issavi gefoltert

Veröffentlicht auf RAHANA am 4. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.rhairan.org/en/?p=1420
Deutsche Übersetzung: Günter Haberland, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Die Ehefrau des inhaftierten assyrischen Leiters der evangelischen Kirche zu Kermanshah beschreibt seinen Zustand nach einem Besuch im Gefängnis als furchtbar.

RAHANA – Pfarrer Issavi wies nach Aussage seiner Frau Medline Nazanin am Körper sichtbare Folterspuren auf, als sie ihn im Gefängnis besuchte. Ein Geheimdienstmitarbeiter sagte Nazanin, der Priester werde möglicherweise zum Tode verurteilt.

Pfarrer Wilson Assavi, der assyrische Führer der evangelischen Gemeinde von Karmanshah wurde am 2. Februar 2010 von Agenten des Geheimdienstministeriums verhaftet, als er in Shahin Shahr/Isfahan einen seiner alten Freunde besuchte. Er wurde an einen geheimgehaltenen Ort verbracht. Vorher, am 3. Januar, war in Pfarrer Issavis Haus in Isfahan von Geheimdienstagenten eine Razzia durchgeführt worden. Seine Kirche, eine der ältesten in Kermanshah, wurde versiegelt und seine Gemeidemitglieder wurden unter Beobachtung gestellt.

Seiner Frau zufolge wird der Pfarrer in einem nicht gekennzeichneten Gefängnis an der alten Shahin-Shahr-Straße festgehalten. Ihr wurde seit seiner Verhaftung nur ein Mal erlaubt, ihn zu besuchen. Sie berichtet, der Priester habe sichtbare Zeichen von Folter an seinem Körper und sei in einem schrecklichen Zustand. Die Gefängnisleitung habe ihr gesagt, ihr Mann sei wegen der Durchführung von Taufen und der Bekehrung von Muslimen zum Christentum angeklagt und „erwarte seinen Prozess und sein Todesurteil“.

Am Sonntag, 28. Februar, überfielen Geheimdienstagenten das Haus von Hamid Shafiee und seiner Frau Reyhaneh Aghari, zweier bekannter (Haus-)Kirchenführer Isfahans. Das Paar wurde verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht, einige Gegenstände ihrer persönlichen Habseligkeiten, einschließlich Bücher und CDs, wurden von den Agenten beschlagnahmt.

In den letzten Monaten mussten die Versammlungen der Gotteskirche unter dem Druck der Regierung ihre Treffen am Freitagabend einstellen, und die assyrische Pfingstgemeinde „Shahre Ara“ in Teheran wurde gezwungen, ihre Türen zu schließen.

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