Iran gleicht Freilassung von 5 Dissidenten mit weiteren Verhaftungen aus

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 4. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/03/iran-balances-release-of.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

(Archivbild)

Die iranischen Behörden haben fünf der nach den Wahlen inhaftierten Verhafteten freigelassen. Morteza Kazemian, Vorstandsmitglied des Vereins zur Verteidigung der Pressefreiheit, ist nach 60 Tagen Einzelhaft gegen Kaution entlassen worden.

Nooshin Jafari, Reporterin für die am Montag verbotene Tageszeitung Etemad, und Niloofar Laripour, Reporterin bei Chelcheragh, sind nach einem Monat in Evin freigelassen worden.

Rashid Esmaili, Mitglied des politischen Rates der Studentenorganisation Danesh-Amoukhtegan, wurde gegen eine Kaution von 40 Millionen Rial (etwa 40.000 Dollar) freigelassen. Er war vor mehr als 2 Monaten vom Geheimdienstministerium Isfahan festgenommen worden.

Sina Shokouhi, ein studentischer Aktivist und Mitarbeiter [„member“] der Zentrale Mehdi Karroubis, ist nach 100 Tagen Haft ebenfalls gegen Kaution freigelassen worden.

Trotz der Entlassungsserie der letzten Wochen verhaftet die Islamische Republik fast täglich weitere Regierungskritiker.

Iqan Shahidi und Sama Noorani, zwei vom Studium suspendierte Baha’i, wurden gestern von Sicherheitskräften verhaftet.

Rasoul Imanzadeh, Mitglied der Zentrale Mir Hossein Moussavis in der Provinz Ost-Aserbaidjan, wurde ebenfalls gestern verhaftet.

Nach der 10. Präsidentschaftswahl in Iran sind mehr als 5000 Menschen verhaftet worden. Viele bekannte politische und soziale Aktivisten sind unter den Inhaftierten, viele von ihnen haben lange Gefängnisstrafen erhalten.

Neday-e Sabz-e Azadi berichtet, dass der Journalist und studentische Aktivist Peyman Aref zu einem Jahr Gefängnis und 74 Peitschenhieben verurteilt wurde. Aref war von der Anklage der „Mitgliedschaft in einer staatsgefährdenden Gruppe“ freigesprochen worden.

Im Gerichtsurteil heißt es: „Das Gericht erkennt die Geschichte des Angeklagten an und meint,
dass diese Strafe für sein Verbrechen nicht angemessen ist. Daher, folgend der 19. Klausel des Islamischen Strafgesetzbuches, spricht das Gericht ein lebenslanges Verbot journalistischer Tätigkeit und Zusammenarbeit mit allen politischen Parteien gegen den Angeklagten aus.“

In den letzten acht Monaten wurden viele Journalisten und Universitätsstudenten zu schweren [Haft-]Strafen zwischen 6 Monaten und 15 Jahren verurteilt. Heute ist ein Student der Universität Damghan sogar zum Tode verurteilt worden.

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