Karroubi widerspricht Hardliner-Vorwürfen gegen die Opposition

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 17. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/03/karroubi-challenges-hardl.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Saham News - Treffen zwischen Mehdi Karroubi und der Islamischen Partizipationsfront

Mehdi Karroubi hat die Islamische Republik dafür kritisiert, jede Form der Opposition auf ausländische Verschwörungen zurückzuführen. Der letzte iranische Monarch habe gegen die damalige Opposition, die später die Islamische Republik gründete, ebenso argumentiert, so Karroubi.

Mit Blick auf die Vorwürfe der Hardliner fragte Karroubi: „Wie kommt es, dass die Rechtfertigungen des Schahs für seine Taten falsch waren, aber wenn dieselbe Logik und dieselben Inhalte seiner Worte von ihnen [den Hardlinern] kommen, diese plötzlich für richtig erachtet werden?“

Karroubi, der vor Mitgliedern der reformorientierten Islamischen Partizipationsfront sprach, fragte, warum es keine Kritik gegen BBC gegeben hätte, als diese „die Revolution unterstützt“ habe.

Hardliner in der Islamischen Republik haben die Opposition wiederholt beschuldigt, das Regime mit Hilfe von vom Ausland gestützten Verschwörungen stürzen zu wollen. Der Oberste Führer hat die Tatsache, dass die USA, Großbritannien, Israel und Frankreich in den letzten neun Monaten Anzeichen für eine Unterstützung der Proteste in Iran erkennen ließen, als Zeichen gedeutet, dass die Protestbewegung fehlgeleitet und [Produkt einer] ausländischen Verschwörung sei.

Der Generalsekretär der National Trust Party [Etemaad-e Melli, gemeint ist Mehdi Karroubi] erinnerte seine Kritiker daran, dass der verstorbene Begründer der Islamischen Republik, Ayatollah Khomeini, in seinem politischen Kampf gegen die Monarchie alle Nachrichtenagenturen und Medien genutzt habe. Niemand in der Islamischen Republik käme auf die Idee, ihn zu beschuldigen, Verbindungen mit dem Ausland unterhalten zu haben, so Karroubi weiter.

Mehdi Karroubi erklärte, die Islamische Republik, für die das Volk zu Beginn der Revolution gestimmt habe, sei „nicht die Islamische Republik, die wir heute haben.“

Karroubi verurteilte den Angriff auf sein Haus durch Anhänger Khameneis.

Am Montag hatte es Übergriffe auf sein Haus gegeben, bei denen regierungstreue Gruppen die Wände des Hauses mit Parolen beschmierten. Karroubi bezeichnete die Übergriffe als eine Aktion von Ganoven unter dem Namen Hisbollah.

Derartige Aktionen hätten den „Ruf und die Glaubwürdigkeit“ der Islamischen Republik schwer beschädigt, so Karroubi. Er warnte die Behörden: „Das Volk kann mit Gewalt zum Schweigen gebracht werden, aber es kann niemals durch Anwendung von Gewalt gelenkt werden“.

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