Irans unbekannte Gefangene bitten um Hilfe

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 25. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/03/irans-ordinary-postelecti.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Eine Gruppe von Gefangenen, die nach der Präsidentschaftswahl [vom Juni 2009] verhaftet wurden, haben mit einem Brief die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Situation der gewöhnlichen Gefangenen gelenkt, die nicht die Unterstützung und Fürsprache genießen, die für die bekannten Personen unter den Gefangenen selbstverständlich ist.

In dem Brief schreiben sie, nur weil sie „Textbotschaften oder E-Mails versandt oder empfangen, die Demonstration beobachtet oder sich still dem Schweigmarsch der Demonstranten angeschlossen“ hätten, würde ihnen nun „Feindschaft gegen Gott“ (moharebeh), Beleidigung von Regierungspersönlichkeiten, Propaganda gegen das Regime und Verdunkelung“ vorgeworfen.

In den vergangenen neun Monaten wurden tausende Menschen verhaftet, die gegen die Wahl protestiert hatten. Unter diesen Gefangenen sind möglicherweise einige hundert bekannte soziale und politische Aktivisten, aber in den Gefängnissen siechen auch tausende unbekannte Gefangene dahin, die sich den Demonstrationen gegen die Präsidentschaftswahl angeschlossen hatten. Die Wahl war der Opposition zufolge gefälscht worden, um Mahmoud Ahmadinejads Wiederwahl zu sichern.

In dem Brief, der auf der Webseite Kalemeh veröffentlicht wurde, heißt es:“Wir sind einfache Demonstranten, die gegen das Ergebnis der Wahlen protestiert haben. In den Medien wurde nicht ein Wort über uns geschrieben.“

Dem Brief zufolge wurde diesen Gefangenen der Prozess gemacht, ohne dass ihnen ein Verteidiger oder auch nur ein Vertreter der Staatsanwaltschaft zur Seite stand. Sie wurden zu Haftstrafen von mehr als sechs Jahren verurteilt.

In dem Brief heißt es weiter, die Behörden würden sie auch weiterhin beschuldigen, Verbindungen zu verschiedenen oppositionellen Gruppen oder ausländischen Organisationen und Spionageagenturen zu unterhalten.

Die Verfasser des Briefes fragen: „Wie ist es möglich, dass Veruntreuer, Schmuggler, Verkäufer von Universitätsabschlüssen und Inhaber von obszönen Häusern freigesprochen werden, Hafturlaub erhalten und freigelassen werden, an uns aber niemand einen Gedanken verschwendet?“

In den Wochen vor dem iranischen Neujahr waren viele nach der Wahl inhaftierte Gefangene gegen hohe Kautionen vorübergehend freigelassen worden. Die meisten davon waren bekannte politische und soziale Aktivisten.

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