Irans Revolutionsgarden hinter den jüngsten Verhaftungen von Aktivisten vermutet

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 26. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/03/irans-revolutionary-guard-2.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Angaben der Organisation Human Rights Activists in Iran (HRAI) zufolge wird „der Plot gegen Menschenrechtsaktivisten in Iran von den Revolutionsgarden ausgeführt“.

Der Menschenrechtsgruppe zufolge werden Aktivisten aus dem ganzen Land verhaftet und ins Evin-Gefängnis gebracht, ihre Akten sind für ihre Anwälte nicht zugänglich.

Den Gefangenen wird kein Kontakt zu ihren Familien oder Anwälten gestattet, sie werden unter harten Bedingungen in Einzelhaft gehalten. Vermutet wird außerdem, dass sie physisch und körperlich gefoltert werden.

HRAI behauptet, dass die Gefangenen unter Druck gesetzt werden, damit sie sich bereiterklären, vor laufenden Fernsehkameras erzwungene Geständnisse abzulegen.

In den letzten Tagen hatte das staatliche Fernsehen Berichte ausgestrahlt, in denen HRAI angegriffen wurde.

Die iranische Justiz behauptet, dass in Iran ein Netzwerk oppositioneller Gruppen unter dem Codename „Iran Proxy“ aktiv war und einen „Cyber-Krieg“ gegen das System geführt habe. Weiterhin behauptet die Justiz, dass Menschenrechtsgruppen wie Human Rights Activists in Iran, Defenders of Human Rights Center und [Committee of] Human Rights Reporters in diese Aktivitäten verwickelt waren.

Den Behörden der Islamischen Republik zufolge ist diese Operation verantwortlich für das „Hacking von regierungseigenen Webseiten, die Organisation und Unterstützung ausländischer oppositioneller und terroristischer Gruppen, Abhaltung illegaler Versammlungen, Veröffentlichung falscher Informationen, psychologische Kriegführung und Spionage.“

Die Menschenrechtsorganisationen haben diese Vorwürfe zurückgewiesen und wiederholt erklärt, sie seien vollkommen unabhängig.

HRAI hat eine Liste mit 35 Personen veröffentlicht, die angeblich im Zusammenhang mit dem Plan der Regierung zur Unterdrückung der Menschenrechtsaktivisten in Iran verhaftet worden sein sollen.

Das Teheraner Revolutionsgericht hatte zuvor verkündet, es seien 30 Personen im Zusammenhang mit einem Plot verhaftet worden, der darauf abzielte, „die Regierung mit einem Cyber-Krieg zu destabilisieren“.

Menschenrechtsgruppen erklären, diese Vorwürfe seien konstruiert, und die Gefangenen seien tatsächlich legitime Aktivisten, deren Aktivitäten im Bereich der Menschenrechte der Regierung ein Dorn im Auge ist.

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