Iranische Polizei richtet Bürgerrechtsausschuss ein

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 29. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/03/citizens-rights-commissio.html
Übersetzung Englisch-Deutsch: @en2ge, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Die iranische Polizei hat erklärt, die Respektierung der Bürgerrechte sei eine der Prioritäten für das neue Jahr. Daher werde innerhalb der Sicherheitskräfte ein Bürgerrechtsausschuss eingerichtet.

Der Befehlshaber der Polizei der Islamischen Republik, Brigadegeneral Esmail Ahmadi Moghaddam, hat erklärt, dass selbst Kriminelle angemessen behandelt werden müssten, und Bürger müssten ebenfalls im Einklang mit dem Gesetz behandelt werden. Dies berichtet das Nachrichtenzentrum der Polizei der Islamischen Republik.

Während der Proteste nach den Wahlen vom vergangenen Juni konnte man sehen, wie die iranische Polizei Demonstranten auf den Straßen misshandelte. Berichte über Misshandlungen von Gefangenen in der Haftanstalt Kahrizak bei Teheran wurden von einer parlamentarischen Untersuchungskommission vor Kurzem bestätigt.

Menschenrechtsgruppen in Iran und im Ausland haben die Vorgehensweise der Sicherheitskräfte wiederholt verurteilt.

Die Initiative der Polizei zum Schutz der Bürgerrechte scheint ein Versuch zu sein, nach monatelangen negativen Schlagzeilen den Ruf der Polizei wiederherzustellen.

Brigadegeneral Ahmadi Moghaddam hatte zuvor erklärt, dass Haftanstalten und Verhörräume zur Gewährleistung der Bürgerrechte mit Überwachungskameras und Überwachungssystemen ausgestattet werden sollen.

Eine Antwort zu “Iranische Polizei richtet Bürgerrechtsausschuss ein

  1. Welcher „Ruf der Polizei“ soll denn bitte wiederhergestellt werden? Den Iranern sind diese Polizisten recht egal: jeder weiß, dass die IRI Exekutive, wie fast alle Beamtengruppen, korrupt und bestechlich ist.

    Eines der ersten Dinge, die jedem Touristen in Tehran (auch in den Jahren vor der gefälschten Wahl) auffallen, sind die etlichen Polizisten an jeder Straße. Auch wenn zweifelslos „normale“ Menschen hinter den Uniformen stecken, so sind diese dennoch selektiert (z.B. interessanterweise fast ausschließlich überdurchschnittlich groß und dünn — dies ist sicher kein Zufall) und stehen unter einem suspekten und unprofessionellen Kommando. Kaum ein Iraner würde sich auf die Hilfe der Polizei verlassen – die Sicht als Freund und Helfer gibt es dort gar nicht.

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie mir eine Einheimische lachend auf eine Frage bzgl. des für westliche Verhältnisse chaotisch-verrückten Verkehrs erklärte, dass die Polizei sich nicht für Verkehrsunfälle interessiert sondern nur stationiert ist um Aufstände zu verhindern…. ich war ganz baff! Man muss sich vor Augen halten, dass Tehran riesig ist und ich erinnere mich an keine 50 Meter ohne Polizisten auf den Straßen. Diese greifen höchstens irgendwo ein, wenn sie Schmiergeld wittern.
    Auf der anderen Seite muss man sagen, dass die größte Gruppe krimineller immun ist gegen die Polizei, da sie sie erstens durchwandert hat und zweitens mehr Rechte besitzt: Die IRGC/Basiji – das noch größere Übel.

    Übrigens: Der Aufschrift „Police“ sagt im Iran auch gar nichts aus – die schwarzen Anzüge tragen Anzare Hisbollah & Basiji eben so…

    Ein irreparabel durchwobenes Geflecht aus islamischer Korruption und noch mehr Korruption in einem zur Korruption verdammten System mit einer hierarchischen Pyramide voller korrupter Politiker & deren gierigen Mitarbeiter (ebenfalls korrupt) –
    das ist der Iran zur Zeit 😦

    PS: Willkommen zurück Julia!

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