Tagesarchiv: 31. März 2010

Baha’is dürfen Iran nicht verlassen

Veröffentlicht auf Radio Free Europe/Radio Liberty am 31. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/Bahais_Barred_From_Leaving_Iran/1999282.html
Deutsche Übersetzung: @en2ge, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Die Vertreterin der Baha’i bei den Vereinten Nationen teilt mit, dass 50 Baha’is aus Südiran das Land nicht verlassen dürfen. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

Diane Alai von der Internationalen Gemeinschaft der Baha’i sagte RFE/RL gegenüber, die Baha’s seien im Jahre 2006 verhaftet worden, weil sie Kindern aus unterprivilegierten Familien in Vorstadtsiedlungen bei Shiraz Unterricht erteilt hatten. Drei von ihnen seien für ihre Lehrtätigkeit zu vier Jahren Gefängnis, die anderen [jeweils] zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, so Alai.

Alai zufolge hatte die Unterrichtstätigkeit der jungen Baha’s nichts mit der Verbreitung des Baha’i-Glaubens zu tun. Der Grund für das Ausreiseverbot sei noch unklar.

Nach Angaben der Baha’is sind seit der Islamischen Revolution von 1979 in Iran hunderte ihrer Anhänger ins Gefängnis gekommen und hingerichtet worden. Die Regierung bestreitet, dass Personen für ihre religiösen Überzeugungen inhaftiert oder hingerichtet wurden.

Der Baha’i-Glaube entstand in Iran vor 150 Jahren und hat weltweit 5 Millionen Anhänger, wovon Schätzungen zufolge 300.000 in Iran leben.

Iranischer Verhandler soll Nukleargespräche mit China führen

Veröffentlicht auf Radio Free Europe/Radio Liberty am 31. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/Iran_Negotiator_To_Hold_Nuclear_Talks_With_China/1998695.html
Deutsche Übersetzung: @en2ge, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Der iranische Nukleargesandte Said Jalili

Offiziellen iranischen Medien zufolge wird der iranische Verhandlungsführer für Nuklearfragen, Said Jalili, am 1. April nach China reisen, um mit hochrangigen chinesischen Vertretern „die Nuklearfrage zu erörtern.“

Jalilis Besuch erfolgt kurz nachdem die Außenminister der Gruppe der acht wichtigsten Industrienationen sich für höheren Druck auf Iran ausgesprochen hatten, um Iran zum Stopp seiner Urananreicherungsaktivitäten zu bewegen.

US-Präsident Barack Obama hatte den Druck noch erhöht, als er sagte, er hoffe, innerhalb von „Wochen“ neue internationale Nuklearsanktionen gegen Iran durchzusetzen. Er hatte allerdings eingeräumt, dass Washington „bisher noch“ kein globales Einverständnis dafür habe.

„Meine Hoffnung ist, dass wir es diesen Frühling schaffen“ , sagte Obama. „Ich habe kein Interesse daran, monatelang auf eine Sanktionsregelung zu warten. Mein Interesse ist es, diese Regelung innerhalb von Wochen zu erreichen.“

Peking wird innerhalb der 5+1-Gruppe – den ständigen Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat plus Deutschland – als das zögerlichste der mit Teheran über dessen Nuklearprogramm in Verhandlung stehenden Mitglieder angesehen.

Iran hatte immer wieder Vermutungen dementiert, dass es unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklarprogramms die Entwicklung von Atomwaffen anstrebt.

Zusammengestellt aus Agenturberichten

Vermisster iranischer Nuklearwissenschaftler zu den USA übergelaufen

Veröffentlicht auf Radio Zamaaneh am 31. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/03/missing-iranian-nuclear-s.html
Deutsche Übersetzung: @en2ge, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Shahram Amiri

Der iranische Nuklearwissenschaftler Shahram Amiri, der während einer Pilgerreise nach Mekka „verschwunden“ war, ist zu den USA übergelaufen.

Wie der amerikanische Fernsehsender ABC bekannt gab, arbeitet Amiri bezüglich der iranischen Nuklearaktivitäten mit der CIA zusammen.

Associated Press berichtet, dass amerikanische Agenten Amiri über eine Mittelsperson in Teheran kontaktiert und zum Verlassen des Landes ermutigt hatten.

CIA hat diesen Bericht nicht bestätigt.

Diesen Berichten zufolge hat Amiri neueste Informationen über das iranische Nuklearprogramm an CIA geliefert.

Amiri hatte an der Malek Ashtar-Universität, einem Ableger des iranischen Verteidigungsministeriums, als Nuklearforscher gearbeitet.

Drei Monate, bevor bekannt wurde, dass Iran eine neue Atomanlage in der Nähe der Stadt Qom baut, war Amiri verschwunden.

Damals hatte der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki die USA beschuldigt, den Nuklearwissenschaftler entführt zu haben.

Im Dezember hatte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Ramin Mehmanparast behauptet, dass Saudi Arabien Shahram Amiri an die USA ausgeliefert habe.

300 Beschäftigte des Röhrenwerks Ahvaz entlassen

Veröffentlicht auf RAHANA am 31. März 2010
Quelle (Englisch): http://www.rhairan.info/en/?p=2097
Deutsche Übersetzung: Günter Haberland, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Etwa 300 Arbeiter des Röhrenwerks Ahwaz haben zu Nowrooz keine Bonuszahlungen erhalten. Stattdessen wurden sie während er Feiertage entlassen.

Beschäftigte des Röhrenwerks Ahvaz haben seit mehr als einem Jahr ihre Löhne nicht erhalten. Zusätzlich sind knapp 300 von ihnen nach Rückkehr aus den Neujahrsferien entlassen worden.
Einer Quelle aus Arbeiterkreisen zufolge haben Beschäftigte dieses Werks im letzten Jahr mehrere Proteste wegen der ausstehenden Lohnzahlungen und der Arbeitsbedingungen veranstaltet. Ihre Proteste wurden jedes Mal ignoriert.