Tagesarchiv: 9. April 2010

Gefängnis Rajai-Shahr: Kontaminiertes Wasser bedroht Gesundheit der Gefangenen

Veröffentlicht auf RAHANA am 9. April 2010
Quelle (Englisch): http://www.rhairan.info/en/?p=2385
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Die Verunreinigung des Trinkwassers im Gefängnis Rahai-Shahr in Karaj hat beunruhigende Werte erreicht. Es wird befürchtet, dass sich unter den Gefangenen Krankheiten ausbreiten könnten.

RAHANA – Seit dem 7. April ist der Verschmutzungsgrad des Trinkwassers im Rajai-Shahr-Gefängnis alarmierend. Das Wasser, das mehrere Stunden lang durchgehend abgestellt war, riecht faulig, und es wird befürchtet, dass im Gefängnis Krankheiten unter den Gefangenen ausbreiten könnten. Die Organisation HRDAI [Human Rights and Democracy Activists in Iran] berichtet, dass das Wasser im Gefängnis am Mittwoch, dem 7. April für mehrere Stunden abgestellt wurde. Danach war das Wasser hochgradig verschmutzt und roch nach Abwasser. Die Gefangenen haben keine andere Wahl, als dieses Wasser zu trinken. Viele Gefangene leiden Berichten zufolge an Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen und Mattigkeit – alles Symptome, die beim [Genuss] von verschmutztem [Trink-]Wasser auftreten können.

Das Wasser von Rajai-Shahr kommt direkt aus einem unterirdischen Brunnen unter dem Gefängnis. Das Gefängnis ist nicht an das städtische Wasserversorgungsnetz angeschlossen. Die Abwässer sickern seit einigen Wochen ungeklärt in das Wasserversorgungssystem des Gefängnisses ein, weshalb das Wasser oft abgestellt wird. Infolgedessen müssen die Gefangenen mit kaltem Wasser duschen, was zum Auftreten von Hautkrankheiten geführt hat. Gegen das Problem der Wasserverschmutzung, das seit mehreren Wochen besteht und das gesamte Gefängnis in Mitleidenschaft zieht, sind bisher keine Maßnahmen ergriffen worden.

Das Gefängnis ist um ein Vielfaches überbelegt, was die Seuchengefahr erhöht. Darüber hinaus können die Gefangenen kein Trinkwasser in Flaschen oder andere Getränke im Gefängnisladen kaufen, da diese Getränke zu Beginn der Verschmutzung aus dem Laden genommen wurden.

Die meisten sanitären Anlagen in Abteilung 6 funktionieren seit Langem so gut wie nicht mehr. Abteilung 6 besteht aus mehreren Räumen in einem mehrstöckigen Gebäude. Gefangene, die die Waschräume in den unteren Geschossen benutzen, müssen sich mit Plastiktüten vor dem Abwasser schützen, das von den darüberliegenden Geschossen heruntertropft. Die hygienischen Verhältnisse sind außerordentlich mangelhaft, viele Waschräume sind derzeit unbenutzbar, so dass 600 Gefangene sich 3 bis 4 halbwegs normal funktionierende Waschräume teilen müssen.