Geistlicher Parlamentarier kritisiert Ahmadinejads Pläne zur Steigerung der Geburtenrate

Veröffentlicht bei Payvand News am 17. April 2010
unter Bezugnahme auf einen Artikel von Mehr News
Quelle dieser Übersetzung (Englisch): http://www.payvand.com/news/10/apr/1162.html
Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Ahmadinejad gab bekannt, dass seine Regierung plant, für jedes neugeborene Kind im laufenden Jahr 1000 Dollar zu zahlen und diese Summe jedes Jahr um 100 Dollar zu erhöhen.

Kinder im Dorf Zarg in Kouhrang in der iranischen Provinz Chaharmahal-Bakhtiyari

Ein Geistlicher, der als Parlamentsabgeordneter auch im Wirtschaftsausschuss des Parlaments sitzt, entgegnete auf das Argument des Präsidenten, er sei gegen eine Zwei-Kind-Politik, die Strategie des Landes sei es, die Geburtenrate niedrig zu halten.

Der Präsident sei „nicht der Stratege des Systems, sondern hat vielmehr die Aufgabe, Gesetze und gesamtwirtschaftliche Politik umzusetzen“, so der Parlamentarier Gholamreza Mesbahi-Moghaddam am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Mehr News.

In einer live im Fernsehen übertragenen Sendung am Dienstag Abend hatte Präsident Ahmadinejad gesagt, er halte die gegenwärtige Geburtenrate für zu niedrig.

Mesbahi-Moqaddam zufolge hatte Imam Khomeini selbst Ende der 1980er Jahre, als der Bevölkerungszuwachs hoch war, Vorschläge für eine Geburtenkontrolle befürwortet.

Es erfordere gute Planung, Kinder mit Nahrung und Kleidung, Wohnung und Ausbildung zu versorgen, so der Parlamentarier.

Kinder einer Nomadenschule in Ahvaz, Iran

Wenn ein beträchtlicher Teil der Jugend arbeitslos ist und sich keine Heirat leisten kann, sei jedes Gerede von Geburtenanstieg „unangemessen“.

Mesbahi-Moqaddam sagte, selbst wenn der Präsident eine Idee hätte, wie man die Geburtenrate steigern kann, so könne er persönlich trotzdem keine Strategie dafür vorschlagen.

In den 1980er Jahren lag die Geburtenrate in Iran bei ca. 3,2 Prozent. Seitdem ist sie allerdings kontinuierlich gesunken und liegt jetzt bei 1,3 Prozent.

Präsident Ahmadinejad zufolge plant seine Regierung, im laufenden Jahr für jedes neugeborene Kind 1000 Dollar zu zahlen und die Summe jedes Jahr um 100 Dollar zu erhöhen.

„Alle Versprechen“ des Präsidenten müssten zunächst von Experten abgesegnet werden und zudem „praktikabel“ sein, fügte er [Mesbahi-Moqaddam] hinzu.

So würden im Land beispielsweise jedes Jahr 1,35 Millionen Kinder geboren. Wenn für jedes Neugeborene 1000 Dollar gezahlt würden, bedeute dies einen Finanzbedarf von 1,35 Milliarden Dollar.

Der Geistliche und Wirtschaftsexperte sagte, es sei unklar, woher dieses Geld kommen solle und auf welchen „gesetzlichen Dokumenten“ solche Äußerungen beruhten.

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