Karroubi bedauert die unberechtigten Hinrichtungen

Veröffentlicht bei Green Voice of Freedom am 12. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://en.irangreenvoice.com/article/2010/may/12/1863

GVF – Oppositionsführer Mehdi Karroubi hat sein Bedauern über die ungerechtfertigte und plötzliche Hinrichtung fünf politischer Aktivisten durch die iranischen Behörden geäußert.

Wie die offizielle Webseite der Partei [Karroubis] „National Trust Party“ berichtet, sagte der Parteivorsitzende Karroubi bei einem Treffen mit der Familie des inhaftierten Journalisten Ali Malihi, er habe „nie gedacht, dass einmal ein Punkt erreicht werden würde, an dem ein solches Vorgehen als normal angesehen“ würde.

Während des Treffens, über das die Webseite Saham News berichtete, beschrieb Ali Malihis Vater, wie einer seiner Söhne nach der Wahl zuerst zusammengeschlagen und dann an Alis Stelle verhaftet worden war.

Zur plötzlichen Hinrichtung des kurdischen Lehrers Farzad Kamangar sagte Karroubi, die Hinrichtung sei erfolgt, obwohl niemand die Einzelheiten des Falles kannte und seine Verbrechen niemandem bekannt waren, da es für ihn und die anderen Hingerichteten keine öffentliche Gerichtsverhandlungen gegeben habe und gesetzliche Normen nicht eingehalten wurden. Der frühere Parlamentssprecher kritisierte den Umstand, dass die Gefangenen ohne vorherige Benachrichtigung ihrer Anwälte und Familien gehängt wurden. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Gerechtigkeit „ausgestorben“ sei und die Prozesse sich völlig außerhalb religiöser und juristischer Standards bewegt hätten.

„Ist ein menschliches Leben so wenig wert, dass es mit solcher Leichtigkeit und ohne die geringste juristische Sorgfalt genommen werden kann, während die Öffentlichkeit [darüber] im Dunkeln gelassen wird?“

Karroubi erklärte, mit solchem Vorgehen sei in einem Land, wo Demonstranten auf den Straßen für ihren Protest gegen die Ergebnisse der gefälschten Präsidentschaftswahl vom Juni vergangenen Jahres erschossen wurden, zu rechnen gewesen.

„Noch immer haben sie den Fall Kahrizak und die sexuellen Übergriffe nicht aufgeklärt, obwohl die Ungewissheiten um diesen Fall nach wie vor existieren und wachsen“, so Karroubi.

Karroubi, der im Jahre 2009 für das Präsidentenamt kandidiert hatte, fügte hinzu, die Sorgen des Staats und der Justiz seien andere als die der Bevölkerung. „Fehlendes Vertrauen bedeutet, dass man am tiefstmöglichen Punkt angelangt ist, und das Regime verhält sich in einer Weise, dass ein nie dagewesener Bruch zwischen Volk und Staat entstanden ist.“

„Ich schwöre bei Gott, wie hätten nie geglaubt, dass das Schicksal des Landes sich so entwickeln könnte… Das Volk bewegt sich in eine Richtung, und der Staat in eine andere.“

Die kürzliche Äußerung des Wächterratsmitglieds Gholamhossein Elham, mit der er Mir Hossein Moussavi einen „Mohareb“ genannt hatte – eine Anklage, die im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann – bezeichnete Karroubi als „wertlos“.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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