Protest gegen Hinrichtungen: Streik in kurdischen Gebieten Irans

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 13. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/05/since-early-thusrday-morn.html

Läden und Geschäfte in den sunnitischen Gebieten der kurdischen Gebiete im Westen Irans blieben heute aus Protest gegen die jüngste Hinrichtung kurdischer politischer Gefangener in Teheran geschlossen.

In den Städten Sanandaj, Marivan, Baneh und Kamyaran in der Provinz Kurdistan, in Mahabad, Boukan und Oshnouyeh in der Provinz West-Aserbaidjan und in anderen Regionen des Landes blieben Berichten zufolge viele Geschäfte aus Protest geschlossen. In den Städten herrschte Sicherheitsatmosphäre.

In einigen Städten wie Kamyaran, aus der der hingerichtete Lehrer Farzad Kamangar stammte, streikten auch Schüler, die Straßen der Stadt waren ausgestorben.

Die vier kurdischen Gefangenen, die am Sonntag in Teheran zusammen mit Mehdi Eslamian gehängt wurden, waren Farzad Kamangar, Ali Heydarian, Farhad Vakili und Shirin Alam Holi.

Oppositionelle Gruppen in den kurdischen Regionen Irans forderten die Menschen zur Teilnahme am öffentlichen Streik auf, mit dem gegen die plötzlichen und unangekündigten Hinrichtungen protestiert werden sollte. Berichten zufolge stieß der Streik auf große Resonanz, die Stadtzentren blieben heute leer, und die Polizei- und Sicherheitskräfte der Region waren in Alarmbereitschaft.

Bilder aus den verlassenen Städten in den westlichen Gebieten Irans, die aus Protest gegen die Hinrichtungen in den Streik traten:

Es wird berichtet, dass am Mittwoch Gewerkschaftsvertreter von Sicherheitskräften vorgeladen und vor einer Teilnahme an den Streiks gewarnt wurden.

Human Rights Watch verurteilte gestern die Hinrichtund der fünf Gefangenen und warnte, dass weitere 17 iranische Kurden in iranischen Gefängnissen unmittelbar von Hinrichtung bedroht sind.

Außerdem berichtet Human Rights Watch, dass die sterblichen Überreste der vier hingerichteten Kurden noch nicht zur Bestattung an ihre Familien übergeben wurden.

Auch die iranischen Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi sprachen sich gegen die Hinrichtungen aus.

Mehdi Karroubi erklärte, die fünf Menschen seien hingerichtet worden, obwohl die Anklagen gegen sie noch nicht zweifelsfrei bewiesen gewesen seien. Allein die Tatsache, dass die Hinrichtungen ohne die erforderliche Benachrichtigung der Anwälte und Familien der Gefangenen vonstatten gegangen sei, zeige, dass es „an Gerechtigkeit mangelt und die gegenwärtigen Procedere nicht mit den juristischen und islamischen Prinzipien übereinstimmen.“

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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2 Antworten zu “Protest gegen Hinrichtungen: Streik in kurdischen Gebieten Irans

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