Tehraner Busgewerkschaft verurteilt Hinrichtung von Farzad Kamangar

Veröffentlicht bei Iran Labor Report am 11. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://iranlaborreport.com/?p=702

Die Gewerkschaft der Busbetriebe von Teheran und Umgebung haben anlässlich der Hinrichtung von Farzad Kamangar ein Statement veröffentlicht. Der Wortlaut:

Einschüchterung und Hinrichtung sind verwerflich

Wir trauern um einen Lehrer, dessen Arbeitsgerät Kreide und Stift war. Um einen Menschen, der Kinder unterrichtete, von denen viele Abends hungrig schlafen gingen. Sein Verbrechen war, dass er für Menschenrechte einstand. Ein Verbrechen, das in den letzten hundert Jahren viele ins Grab gebracht und viele Familien in Trauer gestürzt hat. In den letzten vier Jahren haben viele nationale und internationale Organisationen die Inhaftierung Farzad Kamangars verurteilt und, was noch wichtiger ist, die unarteiische und rechtmäßige Untersuchung seines Falls gefordert. Vertreter internationaler Organisationen haben viele Male darum gebeten, Delegationen entsenden zu dürfen, die ihn im Gefängnis besuchen sollten. Diese Anfragen wurden stets abgelehnt.

Seine Familie hatte traurigerweise weder das Recht noch die Möglichkeit, in seinen letzten Momenten bei ihm zu sein. Diese Hinrichtungen ereignen sich, während unser Volk immer und überall Gewalt in jeder Ausprägung abgelehnt hat.

Farzad Kamangar mit seinen Schülern

Die iranische und die internationale Arbeiterbewegung hat einen Lehrer verloren, der nicht einmal im Gefängnis aufhörte zu lernen und zu lehren. Wir übermitteln unser Beileid über den Verlust Farzad an Familie Kamangar und seine Lehrerkollegen auf der ganzen Welt.

Wir haben in der Vergangenheit bereits immer wieder die Abschaffung der Todesstrafe gefordert und sehen die Urteile der illegalen Gerichte als null und nichtig an. Wir fordern die Freilassung aller Gefangenen der Bürgerrechtsbewegung, unter anderem die der Herren Madadi und Osanloo.

Mögen Frieden und Gerechtigkeit sich in der Welt verbreiten.

Die Gewerkschaft der Busbetriebe in Teheran und Umgebung

Mai 2010

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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