Tagesarchiv: 30. Mai 2010

Isa Saharkhiz mit Schmerzen in der Brust in Gefängnisklinik eingeliefert

Veröffentlicht bei Persian2English am 30. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=11257

Der inhaftierte Journalist Isa Saharkhiz ist wegen beginnender heftiger Schmerzen in der Brust in die Klinik des Gefängnisses Rajai Shahr eingeliefert worden. Die Ärzte, die ihn untersuchten, empfahlen weitere Tests und Untersuchungen außerhalb des Gefängnisses.

Isa Saharkhiz befindet sich seit einem Jahr ohne Prozess im Gefängnis. Sein Schicksal ist nach wie vor ungewiss, und der Grund für seine Verlegung in das Gefängnis Rajai Shahr, das berüchtigt dafür ist, dass dort Straftäter untergebracht sind, die schwere Verbrechen begangen haben, bleibt unklar.

Es muss erwähnt werden, dass er nach seiner Verlegung nach Rajai Shahr bis heute keine Medikamente mehr bekam, was seine jetzigen Beschwerden erklärt.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Vier Forderungen erfüllt: Kouhyar Goodarzi beendet Hungerstreik

Veröffentlicht bei Persian2English am 30. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=11262
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin

Committee of Human Right Reporters (CHRR) – Informierten Quellen zufolge hat Kouhyar Goodarzi, Mitglied des CHRR, nach Erfüllung von vier seiner Forderungen seinen Hungerstreik beendet. Er war in Einzelhaft verlegt worden, nachdem er sich bei der Leitung der Abteilung 350 des Evin-Gefängnisses beschwert hatte, und war [daraufhin] in einen trockenen Hungerstreik getreten.

Kouhyar Goodarzis vier Forderungen lauteten:

1) Die ungewisse Situation seines Falls muss angesprochen werden

2) Majid Tavakolis Wünsche müssen erfüllt werden

3) Verlegung aus der Einzelhaft zurück in die allgemeine Abteilung, Verfolgung seiner Beschwerde beim Leiter von Abteilung 350

4) Besuchsrecht und Telefonkontakt

Kouhyar Goodarzis Mutter konnte heute endlich ihren Sohn sehen. Sie berichtet, dass Kouhyars körperlicher und psychologischer Zustand bestenfalls als schwach zu bezeichnen ist und dass er stark abgenommen hat.

In einem Treffen mit Goodarzi informierte der Teheraner Staatsanwalt Abbas Jafari Dowlatabadi ihn darüber, dass die Anhörung seines Falls am 2. Juni 2010 in Abteilung 26 des Revolutionsgerichts unter Aufsicht von Richter Pir Abbasi stattfinden wird.

Goodarzi wurde aus der Einzelhaft genommen und sehr wahrscheinlich in Abteilung 350 von Evin zurückverlegt.

Auch der Student der Amir Kabir-Universität Majid Tavakoli ist gestern nach einem sechstägigen trockenen Hungerstreik aus der Einzelhaft zurück in die allgemeine Abteilung verlegt worden.

Obwohl Kouhyar Goodarzi seit über 160 Tagen inhaftiert ist, ist sein Fall noch nicht behandelt worden. Er war am 20. Dezember 2009 inhaftiert worden. Goodarzi wurde von der Sharif Industrial University ausgeschlossen, wo er Luft- und Raumfahrttechnik studierte.

Menschenrechtsaktivist Hossein Ronaghi Maleki, dessen Mutter vor dem Evin-Gefängnis in einen Hungerstreik getreten war, ist heute zum dritten Mal mit seiner Familie zusammengetroffen.

Nach Bekanntwerden der Hungerstreiks von Kouhyar Goodarzi, Majid Tavakoli und Hossein Ronaghi Maleki hatten viele Menschenrechtsorganisationen innerhalb und außerhalb Irans in Statements das Vorgehen der iranischen Regierung verurteilt und sie für das Wohl dieser drei Gewissensgefangenen direkt verantwortlich gemacht.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Inhaftierter Schriftsteller Nourizad beklagt Behandlung politischer Gefangener im Evin-Gefängnis

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 30. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/05/detained-iranian-writer-d.html

Mohammad Nourizad

Der inhaftierte iranische Filmregisseur und Journalist hat das Evin-Gefängnis in einem Brief an den Obersten Führer als „zweites Kahrizak“ bezeichnet.

Die Haftanstalt Kahrizak wurde im vergangenen Sommer auf direkte Anordnung Ayatollah Khameneis geschlossen. Später bestätigte sich, dass nach der Wahl verhaftete Gefangene in dieser Haftanstalt gefoltert, misshandelt und getötet wurden.

Nourizad, der gegenwärtig im Evin-Gefängnis inhaftiert ist, hat den Brief auf Geheiß des Generalstaatsanwalts geschrieben. Aus dem Brief geht hervor, dass der Teheraner Generalstaatsanwalt Abbas Jafari Dowlatabadi Nourizad besucht und ihm nahegelegt hat, sich in einem Brief beim Obersten Führer zu entschuldigen.

Er schreibt: „Im Evin-Gefängnis wurde ich von ungebildeten Verhörbeamten beleidigt und geschlagen“.

Er fügt hinzu, die Verhörbeamten wendeten „die hässlichsten Methoden an, um den Angeschuldigten ihre Geständnisse zu entringen“. „Wenn Sie diesen Ort persönlich aufsuchen würden, würde ich Ihnen gern das zweite Kahrizak vorstellen und Ihnen von dem desaströsen Verhalten von Menschen berichten, die behaupten, die Soldaten des Verborgenen Imams zu sein“, schreibt Nourizad weiter.

Mohammad Nourizad war im Zuge der Proteste nach der Wahl gegen den vermuteten Wahlbetrug verhaftet worden, der Mahmoud Ahmadinejad eine weitere Amtszeit als Präsident verschafft hatte. Er hatte drei an den Obersten Führer adressierte Briefe veröffentlicht, in denen er das gewaltsame Vorgehen gegen Protestteilnehmer kritisierte, und war im Dezember wegen Beleidigung des Führers und des Justizchefs verhaftet worden.

Das erste Gericht hat Nourizad zu dreieinhalb Jahren Gefängnis und fünfzig Peitschenhieben verurteilt.

Letzte Woche trat Nourizad in den Hungerstreik. Am dritten Tag des Hungerstreiks besuchte der Teheraner Generalstaatsanwalt ihn im Gefängnis.

In einer heute auf der Webseite Kalemeh veröffentlichten Notiz beschreibt Nourizad Einzelheiten dieses Besuchs und die Forderung des Generalstaatsanwalts nach einem Entschuldigungsschreiben an den Obersten Führer.

Nourizads Notiz zufolge sagte er dem Generalstaatsanwalt: „Ich werde mich nicht entschuldigen, denn ich glaube, dass ich keinen Fehler gemacht habe.“

Der inhaftierte Schriftsteller kritisiert die Gesetzlosigkeit der Justiz der Islamischen Republik, die Nourizad zufolge „nichts mit dem Islam zu tun hat“.

Der Filmemacher fügt hinzu, dass die meisten offiziellen Institutionen der Islamischen Republik „korrupt“ sind und rät dem Teheraner Staatsanwalt, von seiner Position zurückzutreten, da „die Gerechtigkeit in unserem Justizsystem ein großer Witz ist“.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Iranische Studenten wegen Nichtbeachtung der islamischen Kleidervorschriften suspendiert

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 30. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/05/photow01-a-number-of-stud.html

Mehrere Studentinnen [„students“] sind wegen „unzlänglicher Körperbedeckung“ („Hijab“ entsprechend den islamischen Kleidervorschriften) für die Dauer „eines oder zweier Semester“ von der Universität suspendiert worden. Dies wurde von einem Offiziellen der Allameh Tabatabaei-Universität offiziell bekannt gegeben.

Wie die Nachrichtenagentur Mehr News heute berichtete, gab Ghader Parviz bekannt, dass die „Nichtbeachtung“ von Warnungen bezüglich des „Hijab“ zur Suspendierung mehrerer Studenten geführt hat, deren Zahl er nicht bekannt geben könne, weil er an Vorschriften gebunden sei.

Er merkte an, dass die Anzahl der Hijab-Verstöße im letzten Jahr zugenommen habe. „Jede Woche gibt es Vorladungen vor die Disziplinarkomitees der Universität.“

In den letzten Wochen hatte das Ministerium für Wissenschaft und Technologie eine Direktive an alle Universitäten erlassen, mit der ein strengeres Vorgehen gegen Verstöße gegen islamische Kleidervorschriften durchgesetzt werden soll.

Iranische Universitäten, die für die Aufrechterhaltung der Proteste gegen die Wahl im vergangenen Jahr eine führende Rolle spielten, sind zum Ziel eines konservativen Gegenschlags seitens der Regierung der Islamischen Republik geworden.

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Gewerkschafter im Gefängnis heftig geschlagen

Veröffentlicht bei Iran Labor Report am 30. Mai 2010
Quelle (Englisch): http://iranlaborreport.com/?p=814

Rasoul Bodaghi, Vorstandsmitglied der iranischen Lehrervereinigung, ist am 28. Mai im Gefängnis Gohardasht in Karaj von Wachmännern heftig geschlagen worden. Der Übergriff ereignete sich um 7 Uhr Morgens. Einer der Wachmänner mit dem Namen Ghasem Mohammadi beschimpfte Bodaghi. Als er protestierte, wurde er von zwei anderen Revolutionsgardisten namens Sheikh und Aghvaii am ganzen Körper geschlagen.

Dann wurde er auf den Flur gebracht, an den Gitterstäben festgebunden und wiederholt geschlagen. Er erlitt Verletzungen am Kopf, im Gesicht und an den Zähnen.

Mitgefangene, die gegen das Vorgehen der Wachen protestierten, wurden ebenfalls geschlagen. Einer von ihnen ist Dr. Ahmad Zeidabadi, der inhaftierte Journalist, Vorstandsmitglied der iranischen Journalistengewerkschaft und Leiter der Islamischen Studentenvereinigung Advar Tahkim Vahdat.

Nach dem Angriff verurteilten die Gewissensgefangenen in Abteilung 6 des Gefängnisses Gohardasht in einem Statement die Übergriffe und forderten Menschenrechtsorganisationen und -aktivisten der ganzen Welt auf, ihre Aufmerksamkeit auf die fehlende Sicherheit für das Leben der politischen Gefangenen im Iran zu richten.

Bodaghi ist seit September 2009 inhaftiert. Er war zwanzig Jahre lang im Iran als Lehrer tätig.

Zwei weitere Mitglieder der Lehrergewerkschaft waren vor Kurzem in der Stadt Yazd ebenfalls verhaftet worden. Ihre Namen sind Mohammad Ali Shahedi und Mohammad Ali Shirazi. Sie sind Mitglieder im Vorstand der Gewerkschaft von Yazd.

Mansour Osanloo, der Chef der Gewerkschaft der Busfahrer in Teheran und Umgebung, ist unterdessen in Abteilung 5 von Gohardasht [oder Rajai Shahr] verlegt worden. Diese Abteilung ist speziell für Gefangene vorgesehen, die mit Methadon behandelt oder an Hepatitis oder AIDS erkrankt sind. Die Verlegung erfolgte auf eine Beschwerde hin, die ein Gefangener namens Seyyed Mohammad Rouhollah Hashemi gegen ihn vorgebracht hatte, der wegen Mordes an seinem Bruder und Schwager [sic] einsitzt. Berichten zufolge stecken der Sicherheitschef von Gohardasht und sein Stellvertreter hinter dieser Beschwerde.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben