Moussavi verurteilt Beleidigungen gegen Ayatollah Khomeinis Enkel

Auf Englisch veröffentlicht bei Facebook am 5. Juni 2010
Persisches Original: Kalemeh

Mir Hossein Moussavi hat in einem Statement seine Ansichten über die Ereignisse während der Feierlichkeiten zum 21. Todestag Ayatollah Khomeinis dargelegt und die organisierten Beleidigungen gegen Seyyed Hassan Khomeini, den Enkel von Ayatollah Khomeini, während der Gedenkfeier verurteilt. Er bezeichnete diese Zwischenfälle als im Voraus geplant.

Der vollständige Wortlaut des Statements:

Im Namen Gottes

Vor einigen Jahren hat der verstorbene Ayatollah Tavasoli, ein naher Vertrauter des verstorbenen Imams (Khomeini) sein Leben dem Kampf für ein Projekt gewidmet, das sich zum Ziel gesetzt hatte, Seyyed Hassan Khomeini (den Enkel Ayatollah Khomeinis) von der politischen Bühne zu beseitigen und den Imam (Khomeini) aus dem Gedächtnis der Nation auszulöschen. Der traurige und schockierende Tod Ayatollah Tavasolis hat dieses Projekt zwar unterbrochen, aber nicht gestoppt.

In diesem Jahr wurden die Feierlichkeiten zum Gedenken an das Ableben des Imam (Khomeini) am 4. Juni auf nur einen Tag begrenzt. Alle anderen öffentlichen und offiziellen Veranstaltungen, auch die am Abend des 4. und 5. Juni, wurden gestrichen. Selbst für diese verkürzte Feier war zu erwarten, dass sie sich auf die Erwähnung einiger moralischer Charakterisierungen des Imams beschränken würde. Es war zu erwarten, dass kein Wort darüber fallen würde, wie sehr dem Imam der Respekt vor den Wählerstimmen am Herzen lag und dass er das Parlament in allen Angelegenheiten als oberste Instanz ansah. Auch war abzusehen, dass die Besorgnis des Imams bezüglich der Gefahren des Radikalismus und der Diktatur für die Zukunft der Revolution ignoriert werden würde, und dass im Widerspruch zu der Demut des Imams gegenüber den schiitischen Imamen einige als Ebenbürtige des Imam Ali (des ersten schiitischen Imams) und anderen heiligen schiitischen Imamen dargestellt werden würden, diejenigen aber, die sich gegen Verstöße, Lügen, Korruption, Verfassungsverletzungen und Zerstörung des Landes infolge närrischer Politik stellen, als Gegner hingestellt werden.

[Anm. d. Übers.: Der Inhalt des hier folgenden Absatz erschließt sich mir nicht zweifelsfrei. Moussavi geht auf die Methoden der Interpretation von Geschichte und Religion ein und folgert:]
Die Konsequenzen einer solchen Interpretation von Geschichte, Religion und Prinzipien sind die jüngsten Morde und Inhaftierungen, und man sollte angesichts der praktischen Folgen und Ergebnisse die Meinung führender religiöser Persönlichkeiten über diese Interpretationsweisen hören.

Die diesjährige Gedenkfeier stand infolge der jüngsten Verbrechen Israels unter dem Zeichen härtester antizionistischer Parolen. Aber unter diesen Parolen fand sich kein einziger Hinweis auf das Interview eines arabischen Präsidenten, der ein Verbündeter des Iran ist, in dem er sagte, dass die iranische Regierung Verhandlungen seines Landes mit Israel befürwortet. Und wieder war es nicht schwer vorauszusehen, dass der Rat, den der verstorbene Imam (Khomeini) in der MacFarlane-Geschichte *) den Regierungsoffiziellen gab: „Tut nichts, was ihr dem Volk nicht erklären könnt.“

[*) Wahrscheinlich bezieht sich diese Bemerkung auf die Iran-Contra-Affäre, d. Übers.]

Ist es nicht an der Zeit, zu fragen, wer sich in all dieser betrügerischen, obskuren und schädlichen Politik als goldene Gelegenheit für die Vereinigten Staaten, Israel, MKO und die Monarchisten darbietet: Die, die Freiheit und Gerechtigkeit suchen, den Ruhm des Islam, Irans und der Iraner, durch die Rückkehr zur Verfassung und die Beseitigung von Korruption und Lüge? Oder die suspekten Kulte, die mit ihrer Politik die Arbeiterklasse, Lehrer, Angestellten, Bauern, und all die unterdrückten Klassen zerstören und die trotz all ihrer rhetorischen Verbalattacken gegen Ost und West die muslimischen Märkte den Ausländern übergeben haben?

Unterbrechungen und Beleidigungen einiger weniger Personen bei der Gedenkfeier zum Jahrestag des Todes von Imam (Khomeini) vor dem Podium wären ohne vorheriges Einverständnis und vorherige Planung nicht möglich gewesen. Wer wüsste nicht, dass sich immer einige in organisierter Weise vor den Podien versammeln, um Störungen wie diese zu verursachen? Auch am 4. Juni ist es so gekommen – vor laufenden Kameras und überraschten Gesichtern bedachte eine kleine Gruppe dieses Mal den Enkel des Imam (Khomeini) mit den üblichen Schmähungen; vermutlich, weil er nie beabsichtigte, das Volk allein zu lassen. Aber sie verstehen nicht, dass solche geplanten Aktionen nur dazu führen werden, dass das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Schutzes und der Sicherheit der Erben des Imams (Khomeini) weiter wächst.

Seyyed Hassan Khomeini ist einer der leuchtenden Sterne der Geistlichenseminare und unserer nationalen Bühne, und alle Pläne, dieses Licht zu trüben, werden nichts anderes erreichen als die Beschädigung ihrer Architekten selbst.

Mir Hossein Moussavi

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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