Anwalt: Leichen von 5 Hingerichteten heimlich von den Behörden begraben

Veröffentlicht bei RAHANA am 7. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://www.rhairan.biz/en/?p=4246

Dem Anwalt von zweien der fünf am 9. Mai hingerichteten politischen Gefangenen Khalil Bahramian zufolge wurden die Leichen heimlich begraben; all seine Versuche, eine Herausgabe der Leichname zu erreichen, seien ergebnislos verlaufen.

RAHANA – Bahramian bedauert die Weigerung der Behörden, auf die Familien der Hingerichteten und ihre Anwälte zu reagieren. „Die trauernden Familien suchen seit fast einem Monat nach den Leichen ihrer Angehörigen und haben keine einzige Reaktion erhalten, die auf irgendeine Verantwortung dieser Herren hindeuten würde“, so Bahramian.

In einem Gespräch mit der oppositionellen Webseite Jaras sagte Bahramian: „Wir haben in dieser Zeit an die Provinzbehörden, an Parlamentsabgeordnete, an den Justizchef und an jeden geschrieben, der in irgendeiner verantwortlichen Position ist. Leider ähnelt der Justizchef dem Safavidischen König Sultan Hossein (1) insofern, als dass er nutzlos und ineffizient eine wichtige Position besetzt und nur Haftbefehle ausstellt.“

Zu [Staatsanwalt] Jafar Dowlatabadis Rolle und der Möglichkeit eines Treffens mit ihm sagte Bahramian: „Um ehrlich zu sein, habe ich keine Geduld mehr für ein Treffen mit dem Teheraner Staatsanwalt, denn er ist nicht einmal bereit, die Verantwortung für seine eigenen Entscheidungen zu übernehmen.“

Er fügte hinzu, die Leichen der fünf hingerichteten Gefangenen seien heimlich begraben worden und die Behörden verweigerten die Auskunft über den Ort der Bestattung. „In einem Land, in dem Logik und Weisheit in Vergessenheit geraten sind, kann man nur darauf hoffen, dass die Vernunft in diesem kranken System wieder Einzug halten wird.“

Über die Familien der hingerichteten Gefangenen sagte Bahramian: „Es ist offensichtlich, dass Familien, deren Kinder ermordet wurden, in keiner guten psychologischen Verfassung sein können. Aber Farzads Mutter ist immer noch stark und sagt, sie hat ihren Sohn für die Freiheit Irans gegeben. Ihr starker Geist steht in starkem Kontrast zu denen, die so schwach sind, dass sie nicht einmal über die Leichen der hingerichteten Gefangenen sprechen wollen.“

Am 9. Mai hatte die Justiz, deren Chef vom Obersten Führer ernannt ist, fünf politische Gefangene im Teheraner Evin-Gefängnis heimlich hinrichten lassen. Die Anwälte und Familien der Opfer waren über die Hinrichtung nicht informiert worden.

Am 2. Juni war eine Delegation, bestehend aus Farzad Kamangars Mutter, seiner Schwester, Farhad Vakilis Schwester, Ali Haydarians Mutter und seiner Schwester, mit dem Gouverneur [der Provinz] Kurdistan, Esmail Najjar, zusammengetroffen. Bei dem Treffen erbaten die Familien Informationen über das Verfahren, mit dem sie die Leichen zurückbekommen könnten. Der Gouverneur sagte den Familien, er könne aus Sicherheitsgründen nichts über den Verbleib der Leichen bzw. den Bestattungsort sagen. Die Behörden würden die Familien zu gegebener Zeit über den Ort der Bestattung in Kenntnis setzen.

(1) Soltan Hosein war ein Safavidischer König im Iran (Persien). Er regierte von 1694 an bis zu seinem Sturz durch Mir Mahmoud Hotaki, einen afghanischen Krieger, im Jahre 1722. Seine Regierungszeit fiel mit dem Niedergang der safavidischen Dynastie zusammen, die Persien seit Beginn des 16. Jahrhunderts regiert hatte. Sultan Hosseins Oberbefehl bei der Besetzung Isfahans zeigte seine übliche Unentschlossenheit, und die die Loyalität seiner Provinzgouverneure geriet angesichts dieser Inkompetenz ins Wanken.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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