Fars News inszeniert neues Szenario gegen Führer der Grünen Bewegung

Veröffentlicht bei Rooz Online am 16. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://www.roozonline.com/english/news/newsitem/article/2010/june/16//new-scenario-against-leaders-of-green-movement.html
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin
Fotos von Sajad Sabzalipour und Meysam Ebadi eingefügt von der Übersetzerin

Von Fereshteh Ghazi

Obwohl ein Jahr seit dem 12. Juni 2009 vergangen ist, bleiben offiziell eingereichte Beschwerden von Familien der Märtyrer der Ereignisse nach der Wahl weiterhin unbeachtet. Das Regime versucht, ein neues Szenario zu implementieren, indem es die Familien mit Drohungen und Einschüchterungen dazu zu bringen versucht, Beschwerde gegen die Führer der grünen Bewegung einzureichen.

In diesem Zusammenhang hat die dem militärischen Sicherheitskomplex nahestehende Nachrichtenagentur Fars News Interviews mit den Familien veröffentlicht, in denen diese Mir Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi für die Gewalt nach der Wahl verantwortlich machen.

Doch in exklusiven Interviews mit Rooz haben die Familien der beiden Märtyrer der grünen Bewegung Sajad Sabzalipour und Meisam Ebad den Bericht von Fars dementiert und angekündigt, formal Beschwerde gegen die Nachrichtenagentur einreichen zu wollen.

Die Familien warne, dass das Regime das Blut der Märtyrer missbrauchen wolle, anstatt die Mörder ihrer Söhne ausfindig zu machen. Sie würden jedoch nicht zulassen, dass die Regierung dies tut.

Unterdessen teilten die Familien der Märtyrer vom 15. Juni 2009 Rooz mit, dass sie am Todestag ihrer Angehörigen eine Mahnwache auf dem Friedhof Behesht Zahra abhalten werden.

Die Nachrichtenagentur Fars News, die während des gesamten letzten Jahres zum Tod von mehr als 100 Demonstranten geschwiegen hatte, versucht nun, den Plan der Putschregierung [zur Beschädigung von] Moussavi und Karroubi zu befördern, indem sie gefälschte Interviews mit Familien von Ermordeten veröffentlicht.

So zitiert die Agentur Sajad Sabzalipour[s Familie] mit den Worten: „Ich mache Moussavi und Karroubi für die Ereignisse verantwortlich“.

In einem exklusiven Interview mit Rooz erklärt die Familie dieses Märtyrers jedoch, sie werde gegen Fars eine Beschwerde einreichen.

Sajad Sabzalipour

Sajad Sabzalipour, auch bekannt als Kaveh Sabzalipour,war am 30. Khordaad (20. Juni 2009) bei Zusammenstößen an der Lolagar-Moschee an den Folgen eines Kopfschusses gestorben und in seiner Heimatstadt Rasht beigesetzt worden.

In einem ähnlichen Bericht zitierte Fars News den Vater von Meisam Ebadi wie folgt: „Ich will, dass Karroubi und Moussavi für das [vergossene] Blut meines Sohnes zur Verantwortung gezogen werden, und ich will, dass diese beiden Personen bestraft werden.“

Meisam Ebadis Familie dementierte derartige Äußerungen ebenfalls. Meisam Ebadis Vater sagt Rooz gegenüber: „Diese Worte und Sätze haben sie sich selbst ausgedacht. Sie wollten mich dazu zwingen, solche Dinge zu sagen, und wollten mir Worte in den Mund legen, aber ich habe nur gesagt, dass sie den Mörder meines Sohnes identifizieren und bestrafen müssen, was sie nach einem Jahr immer noch nicht getan haben.“

Meysam Ebadi

Meisam Ebadi war nur 17 Jahre alt, als er am 13. Juni 2009 am Sadeghiyeh-Platz in Teheran in den Unterleib geschossen wurde.

Im vergangenen Jahr hatte die staatliche Rundfunkanstalt die Familien der Märtyrer aufgesucht, um sie zu interviewen.

Bei diesen Interviews wurden sie aufgefordert, Moussavi als Mörder ihrer Kinder zu nennen, aber keine der Familien folgte der Aufforderung, und keines der Interviews wurde je gesendet.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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