Rahnavard fordert Ende der Diskriminierung von Frauen in der Islamischen Republik

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 20. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/06/rahanavard-call-for-end-t.html

Zahra Rahnavard

Zahra Rahnavard [die Ehefrau des Oppositionsführers Mir Hossein Moussavi] hat zum ersten Jahrestag der Ermordung von Neda Agha Soltan [am 20. Juni] in einem Statement erklärt, Freiheit und Demokratie könnten nicht verwirklicht werden, ohne dass „die Diskriminierung von Frauen beendet wird“.

In ihrem auf der Webseite Kalemeh veröffentlichten Statement betonte sie, die Grüne Bewegung stünde in der Schuld des „Widerstands“ der Frauen, die „an der vordersten Front der Bewegung“ stünden.

Rahnavard nannte Neda Agha Soltan, Shabnam Sohrabi und Taraneh Moussavi – drei bei den Protesten nach der Wahl getötete Frauen – als Beispiele für die Frauen in der Grünen Bewegung und bezeichnete den 20. Juni als Jahrestag des Todes standhafter und freiheitssuchender Frauen.

Die Oppositionsführerin nannte diesen Tag darüber hinaus einen ruhmreichen Ausdruck der Präsenz von Nation und Volk in der Geschichte Irans.

Am 19. Juni 2009 hatte Irans Oberster Führer [Ali Khamenei] seine Unterstützung für Mahmoud Ahmadinejad erklärt und betont, dass die Wahlen allen Annahmen in der Bevölkerung zum Trotz gesund und gültig gewesen seien. Er hatte zudem gewarnt, dass weitere Straßenproteste für die Teilnehmer schwere Folgen haben könnten.

Am 20. Juni waren Millionen Menschen wieder auf die Straße gegangen, um Ahmadinejads Wahlsieg in Zweifel zu ziehen. Sicherheitskräfte griffen die Demonstranten brutal an, dabei kam es zu zahlreichen Todesfällen und Verletzten.

Neda Agha Soltan wurde an diesem Tag erschossen; ein Videoclip hielt ihre letzten Momente fest, in denen sie auf der Straße verblutete. Es wurde im Internet verbreitet und rief weltweit Empörung über die Niederschlagung der Proteste hervor. Neda Agha Soltan wurde zur Symbolfigur für die Grüne Reformbewegung im Iran.

Zahra Rahnavard verwies ausdrücklich auf die wichtige Rolle, die Frauen als aktive Demonstrantinnen in den Straßén, als unbeugsame Gefangene, Journalistinnen, Lehrerinnen, Arbeiterinnen, Menschenrechtsaktivistinnen, Mütter und Ehefrauen von Gefangenen, die auf die Freilassung ihrer geliebten Kinder und Ehemänner warten, für die Grüne Bewegung gespielt haben.

Rahnavard rief das Establishment dazu auf, die Forderungen der Frauenbewegung nach so vielen Jahren des Kampfes Ernst zu nehmen und zu handeln, um alle frauendiskriminierenden Gesetze abzuschaffen. Weiterhin forderte sie die Freilassung aller politischen Gefangenen, Pressefreiheit und freie Wahlen, um „die gegenwärtige Krise zu beenden und Rationalität in der Gesellschaft zu fördern“.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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Eine Antwort zu “Rahnavard fordert Ende der Diskriminierung von Frauen in der Islamischen Republik

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