Angehörige von Inhaftierten beschweren sich bei der Teheraner Staatsanwaltschaft

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 25. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/06/families-of-detainees-com.html

Mehrere Familien von Gefangenen, die im Zusammenhang mit den Ereignissen nach den Wahlen im Iran [von 2009] verhaftet wurden, haben sich bei der Teheraner Staatsanwaltschaft über die „kurzen Besuchszeiten und das schlechte Verhalten einiger Gefängnisbeamter“ im Gefängnis Rajai Shahr in der Stadt Karaj beschwert.

In einem Brief, der von den Familien von Massoud Bastani, Ahmad Zeidabadi, Issa Saharkhiz, Davoud Soleymani, Rasoul Bedaqi, Mehdi Mahmoudian, Heshmatollah Tabarzadi und Reza Rafii Foroushani unterschrieben ist, wird auch gegen die Einschränkungen bei Telefonaten für politische Gefangene protestiert.

Nach den Protesten gegen den vermuteten Betrug bei der Wahl im vergangenen Juni, durch den Mahmoud Ahmadinejad in eine zweite Amtszeit als Präsident gebracht wurde, waren tausende Iraner verhaftet worden.

Viele dieser Verhafteten waren in das Gefängnis Rajai Shahr in der westlich von Teheran gelegenen Stadt Karaj verlegt worden. Dadurch entstanden weitere Einschränkungen für die Familien der Gefangenen, die nun zwischen Karaj und Teheran hin- und herfahren müssen, um ihre Angehörigen besuchen zu können.

Einige der Familien berichten, dass viele Gefangene nach einem vollen Jahr noch immer keinen Prozess hatten. Ihre ungewisse Situation sei zu einem großen Stressfaktor geworden.

„Das unangemessene Verhalten einiger Richter und Justizbeamten“ ist ein weiterer Beschwerdepunkt, der in dem Brief genannt wird.

Die Familien der politischen Gefangenen im Gefängnis Rajai Shahr fordern die Behörden auf, die Einschränkungen bei Besuchen und Telefonaten aufzuheben und sich um die Fälle der Gefangenen zu kümmern, deren Status in der Schwebe ist.

Im vergangenen Jahr waren unzählige soziale und politische Aktivisten verhaftet und zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Damit sollten die Proteste gegen den vermuteten Wahlbetrug unterdrückt werden, infolge dessen Mahmoud Ahmadinejad im Juni letzten Jahres an der Macht bleiben konnte.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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