Tagesarchiv: 26. Juni 2010

Gefängnis Rajai Shahr: Issa Saharkhiz in schlechter körperlicher Verfassung

Quelle (Persisch): Kalemeh, veröffentlicht am 26. Juni 2010
Zusammenfassende Übersetzung Persisch-Englisch: Negar Irani (Facebook)

Einem von Kalemeh veröffentlichten Bericht zufolge ist Issa Saharkhiz im Gefängnis Rajai Shahr in sehr schlechter körperlicher Verfassung. Die Gefängnisbeamten verweigern ihm die Verlegung in die gefängniseigene Krankenstation und haben ihm trotz seines sich verschlechternden Zustands nur einige wenige Basismedikamente gegeben, die für eine angemessene Behandlung nicht ausreichen.

Der seit einem Jahr ohne Prozess im Gefängnis einsitzende Issa Saharkhiz leidet an niedrigem Blutdruck uns ist nach seinem zweiten Zusammenbruch in die Intensivstation eines Krankenhauses eingeliefert worden.

Der Webseite Kalemeh zufolge erklärte Issa Saharkhizs Sohn Mehdi, das Fehlen einer angemessenen medizinischen Behandlung im Gfängnis sowie die Erkrankung seines Vaters, der an sehr niedrigem Blutdruck leidet, erforderten die Einnahme spezieller Medikamente und die Aufsicht eines Spezialisten. Obwohl die medizinische Versorgung im Gefängnis Rajai Shahr als mindestens unterdurchschnittlich bezeichnet werden muss, habe sein Vater keine Erlaubnis erhalten, zwecks Behandlung seiner Beschwerden das Gefängnis zu verlassen.

Mehdi Saharkhiz erklärte, selbst vor der Verlegung seines Vaters in das Gefängnis Rajai Shahr sei es äußerst schwierig gewesen, ihn zu besuchen. Nicht nur seine eigene Familie, sondern auch die Familien anderer politischer Gefangener wie die Zeidabadis und Bastanis müssten stundenlange Anfahrten in Kauf nehmen, um ihre inhaftierten Angehörigen zu besuchen. Seit dem Inkrafttreten einer neuen Regel, nach der die Ehefrauen von politischen Gefangenen ihre Ehemänner nur alle paar Wochen besuchen dürfen, sei es für viele Familien noch schwieriger geworden, wichtige Tage wie den Vatertag mit ihren [inhaftierten] Angehörigen zu verbringen.

Mehdi Saharkhiz wiederholte, dass Gefangenen im Gefängnis Rajai Shahr das Recht auf medizinische Behandlung vorenthalten wird. Obwohl sich der Gesundheitszustand seines Vaters verschlechtert, verweigern die Gefängnisoffiziellen eine Verlegung in die Krankenstation und stellen ihm lediglich einige einfache Standardmedikamente zur Verfügung.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Hassan Khomeini fordert Ende des Extremismus

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 26. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/06/hassan-khomeini-calls-for.html

Seyed Hassan Khomeini

Seyed Hassan Khomeini, Enkel des verstorbenen Ayatollah Khomeini, ist der Ansicht, dass „Extremismus“ abgeschafft werden muss und dass „Extremisten“ in der Islamischen Republik keinen Platz haben dürfen [„must be churned away“]

Der Enkel des Gründers der Islamischen Republik sagte in einer Rede vor Angehörigen der Opfer des Bombenanschlags vom 7. Tir *), der Iran mache „trotz der Einkünfte aus dem Ölgeschäft und des riesigen menschlichen Potenzials“ nichts aus seinen Möglichkeiten.

Er unterstrich, es sei wichtig, die wirtschaftlichen Probleme in der Gesellschaft zu lösen, da die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die Schließung von Fabriken, der Import ausländischer Güter und die hohe Inflation die Bevölkerung „entmutigt“ habe.

Der Webseite Jamaran zufolge betonte Hassan Khomeini, Iran habe bei der Versorgung seiner Bevölkerung große Probleme zu bewältigen.

Die Armen in der iranischen Gesellschaft wollten die Effizienz des Regimes sehen, so Hojatoleslam Khomeini weiter. Die Bevölkerung erwarte, dass ihre Offiziellen ihre „persönlichen Rachefeldzüge“ und ihr „kindisches Grollen“ gegen andere überwinden und sich stattdessen für eine Lösung der Probleme des Landes einsetzen.

Der Enkel des verstorbenen Führers der iranischen Revolution von 1979 erklärte: „Wir schämen uns für unsere Unfähigkeit, die Probleme des Volkes zu lösen.“

Hassan Khomeini ist einer der stärksten Kritiker Mahmoud Ahmadinejads und hatte wiederholte erklärt, dass die gegenwärtige Politik der Regierung im Widerspruch zu den Idealen seines Großvaters stehen.

In den Unruhen nach der Wahl, die zur Verhaftung unzähliger Reformer geführt hatten, besuchte er ehemalige Gefangene kurz nach deren Freilassung und zeigte damit seine Unterstützung für das Reformerlager der Islamischen Republik.

Bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag des Todes seines Großvaters musste er seine Rede nach massiven Störungen einer Gruppe von Ahmadinejad-Anhängern abbrechen, die Parolen gegen ihn und andere Reformführer riefen.

Viele politische und religiöse Persönlichkeiten hatten diesen Vorfall verurteilt und als ein Zeichen für das Ausmaß der Abweichung der Islamischen Republik von ihrem ursprünglichen Weg gewertet.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

*) Bombenanschlag vom 7. Tir: Am 28. Juni 1981 (7. Tir 1360 nach dem iranischen Kalender), detonierte vor der Zentrale der Iran Islamic Republic Party (IRP) in Teheran, wo gerade ein Meeting der Parteiführung stattfand, zu eine mächtige Bombe. 73 führende Offizielle der Islamischen Republik wurden getötet, darunter auch der Justizchef Ayatollah Mohammad Beheshti, der damals nach Ayatollah Khomeini der zweitmächtigste Mann in der Revolution war. Als Verantwortliche für den Bombenanschlag gelten die iranischen Volksmojahedin/Mojahedin-e Khalgh (MKO). Quelle : Wikipedia

UN-Generalsekretär letzte Hoffnung für die Abwendung der Hinrichtung von Zeynab Jalalian

Auf Persisch veröffentlicht bei RAHANA
Englische Übersetzung veröffentlicht bei Persian2English am 26. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=12236

RAHANA – Heute wurden mehrere unbestätigte Meldungen veröffentlicht, nach denen Zeynab Jalalian möglicherweise morgen früh hingerichtet werden könnte. Wir kontaktierten Khalil Bahramian, den Anwalt, der versucht hatte, Zeynab Jalalian zu verteidigen, um die Berichte zu verifizieren. In einem Gespräch mit RAHANA erklärte Bahramian: „Nachdem ich davon erfahren hatte, habe ich viele Erkundigungen eingezogen, konnte aber nichts herausfinden. Ich weiß nicht, ob die Meldungen stimmen oder nicht. Sie [Zeynab Jalalian] müsste eigentlich in der öffentlichen Abteilung von Evin sein, aber sie wurde in Abteilung 209 verlegt, was noch mehr Anlass zur Sorge um ihr Schicksal gibt.“

„Ich habe keine Kontaktdaten ihrer Familie und ihrer Angehörigen. Das ist der Grund dafür, warum ich nicht ihr Anwalt werden konnte. Wenn diese Meldungen stimmen, bleibt uns nur noch, den UN-Generalsekretär zu kontaktieren, um zu erreichen, dass die Hinrichtung auf seine Intervention hin ausgesetzt wird.“

Zeynab Jalalian war im Jahre 2007 in der Stadt Kermanshah im kurdischen Gebiet im Westen Irans verhaftet und in das Gefängnis von Kermanshah verlegt worden. Nachdem längere Zeit nicht bekannt war, wo sie inhaftiert war, wurde schließlich berichtet, dass sie in Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses verlegt worden war. Der Grund für die Verlegung ist unklar.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Hintergrundinformationen und Aktionsaufruf von „Mission Free Iran“