Zeynab Jalalians Bruder: “Viele haben ihre Hilfe angeboten, aber niemand hat etwas getan”

Veröffentlicht bei Persian2English am 29. Juni 2010
Quelle (Englisch): http://persian2english.com/?p=12287

RAHANA – Unbestätigte Berichte vom 27. Juni lassen darauf schließej, dass Zeynab Jalalian kurz vor der Hinrichtung stehen könnte. Jalalian ist zum Tode verurteilt, und es gibt keine neueren Berichte, die die Vollstreckung ihres Urteils bestätigen würden.

Jalalian wurde in der Stadt Maku (im nordwestlichen Teil der iranischen Provinz West-Aserbaidjan) geboren und ist 28 Jahre alt. Sie wurde zum Tode verurteilt, weil sie im Jahre 2009 mit der PJAK (einer kurdischen Oppositionsgruppe) kooperiert haben soll. Sie war 2009 in Kermanshah verhaftet und später in das Gefängnis von Sanandaj verlegt worden. Später wurde sie aus unbekannten Gründen in Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses verlegt. In dieser Sicherheitsabteilung wird sie festgehalten, obwohl sie bereits verurteilt wurde.

Jalalian wurde im Oktober 2009 wegen „Moharebeh“ (Kriegführung gegen Gott) zum Tode verurteilt. Das Berufungsgericht bestätigte das Urteil. Ihr Gerichtsprozess dauerte wenige Minuten, ihr Anwalt war nicht anwesend. Jalalian hat die gegen sie erhobenen Anklagen nicht angenommen.

Die jüngsten Hinrichtungen im Iran geben hinsichtlich ihrer bevorstehenden Hinrichtung Anlass zur erhöhter Besorgnis. Die Unterstützung der Öffentlichkeit wird sehr begrüßt. Trotz der Schwierigkeiten gelang es uns, mit der Hilfe anderer ihre Familie ausfindig zu machen.

Zeynabs Familie hat bezüglich der Vollstreckung ihres Urteils nichts gehört. In einem Interview mit RAHANA erklärte ihr jüngerer Bruder, die Behörden hätten nach Versuchen, etwas über den Fall herauszufinden, schließlich gesagt, dass Zeynabs Akte verloren gegangen sei.

Vor einem Monat hatte die Familie einen Anruf von Zeynab erhalten. Ihr Bruder: „Sie erwähnte, dass die im Evin-Gefängnis inhaftiert ist.“ Zeynab hat seitdem keinen Kontakt mehr aufgenommen, und die Familie konnte über ihre Situation nichts in Erfahrung bringen.

Die Familie fühle sich hilflos, so ihr Bruder. Bei ihrem letzten Kontakt mit den Behörden habe es geheißen, dass Zeynabs Akte nicht auffindbar sei und dass es keine Informationen über ihre Situation gebe.

In der Vergangenheit waren auch Akten anderer zum Tode verurteilter Gefangener verloren gegangen. Pasha Jalalian, Zeynabs anderer Bruder, sagt: „Die Familie weiß nichts über ihren Fall, und ihre Anwälte konnten nichts in Erfahrung bringen.“

Pasha zufolge hat die Familie zwei Anwälte mit Zeynabs beauftragt, die aber nichts tun konnten, weil das Gericht ihnen nie die Akten vorgelegt hat.

Pasha übte Kritik an den Menschenrechtsaktivisten und erklärte, viele hätten die Familie kontaktiert und Hilfe angeboten, aber niemand habe etwas getan. Er erwähnte, dass die Anwälte nichts tun konnten, aber man erwarte von den Aktivisten mehr. „Wenn sich nichts ändert, wird Zeynab bald hingerichtet werden, denn ihr Urteil wurde bestätigt.“

Khalil Bahramian, der Zeynab als Anwalt vertreten wollte, erklärte, er könne keinen Zugang zu den Akten erhalten, und der einzige Weg, Zeynab zu helfen, sei, den UN-Generalsekretär um seine direkte Intervention zu bitten. Trotz aller Bemühungen gibt es auch weiterhin keine Informationen über Zeynabs Situation und ihre Akte.

Deutsche Übersetzung: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Petition an den UN-Generalsekretär „Save Iran from Executions“

Hintergrundinformationen und Aktionsaufruf von „Mission Free Iran“

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