Tagesarchiv: 21. Juli 2010

Studenten wegen Teilnahme an Gedenkfeier für Kianoosh Asa suspendiert

Veröffentlicht bei RAHANA am 21. Juli 2010
Quelle (Englisch): http://www.rhairan.us/en/?p=5720
Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Übersetzerin.

Studenten, die an der Gedenkfeier zum Jahrestag des Todes von Kianoosh Asa teilgenommen hatten, sind von den Disziplinarkomitees [der Universitäten] bestraft worden.

Kianoosh Asa

RAHANA: Studenten, die bei der Gedenkfeier zum Jahrestag von Kianoosh Asas Tod an der Teheraner Elm-o Sanat-Universität (Universität für Technologie und Wissenschaft) anwesend waren, sind für die Dauer von bis zu zwei Semestern von der Universität suspendiert worden.

[Der Webseite] Daneshjou News zufolge berichtete ein Student, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, dass er „vor zwei Tagen zum zweiten Mal vom Disziplinarkomitee vorgeladen und für ein Semester suspendiert“ wurde. Weiter berichtete er, er habe später herausgefunden, dass „etwa 20 bis 30 Studenten für die Dauer von bis zu zwei Semestern von der Universität suspendiert worden waren.“ Er sagte, dass die Studenten [damit] für ihre Teilnahme an der Gedenkfeier für Kianoosh Asa bestraft wurden.

Zu erwähnen ist, dass die Universität als Gründe für die Suspendierungen Unterbrechung des [Studien]Programms und Verletzung der Universitätsordnung sowie Nichteinhaltung der Richtlinien nennt.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Moussavi wirft Regierung Verbreitung von Lügen vor

Veröffentlicht bei http://www.zamaaneh.com/enzam/ am 21. Juli 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/07/iranian-opposition-leader-25.html

Mir Hossein Moussavi

Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Moussavi hat die Islamische Republik dafür kritisiert, die Wahrheit zu „verzerren“ und Lügen zu verbreiten.

Wie die Webseite Kalemeh berichtet, verurteilte Moussavi die „Verfälschung“ und „Verzerrung“ der Wahrheit durch die Regierung und erklärte, „systematische Lügen“ seien Anzeichen für den „Niedergang“ eines Systems. Der Oppositionsführer hob hervor, dass die „Grünen“ Internet-Medien alles unternehmen müssten, um diese Lügen zu „entlarven“ und diesem „bedrohlichen Phänomen“ etwas entgegenzusetzen.

„Wir müssen unserem Volk eine wahrheitsgemäße Analyse einer jeden Situation liefern, über die die Regierung Lügen verbreitet – auch wenn wir nicht so viele Möglichkeiten haben wie die autoritäre Regierung“, so Moussavi.

Er betonte, die Probleme ethnischer Gruppen in den Grenzregionen müssten vorrangig vor anderen Problemen behandelt werden. Er verurteilte die jüngsten Bombenanschläge in Zahedan und erklärte, diese Regionen könnten nur durch „Entwicklung, gekoppelt mit Gerechtigkeit“ vom Terrorismus befreit werden.

Die iranische Opposition vertritt die Ansicht, dass die Regierung Ahmadinejad die von ihr zu den Finanzen der Regierung und zur
wirtschaftlichen Situation veröffentlichten Statistiken fälscht.

Bei den Wahlkampfdebatten zu den Präsidentschaftswahlen im letzten Jahr hatte Moussavi Ahmadinejad direkt vorgeworfen, hinsichtlich der Inflations- und Arbeitslosenzahl und des wirtschaftlichen Wachstums im Land gelogen zu haben.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Politischen Gefangenen im Iran wird medizinische Versorgung vorenthalten

Veröffentlicht bei Radio Free Europe/Radio Liberty am 21. Juli 2010
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/Rights_Groups_Say_Iranian_Political_Prisoners_Denied_Treatment/2105629.html

Demonstranten in Deutschland protestieren gegen Folger und Hinrichtung von oppositionellen Demonstranten im Iran.

Ein Sprecher der in Paris ansässigen Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) hat erklärt, dass „politischen Gefangenen“ im Iran routinemäßig eine medizinische Versorgung vorenthalten wird. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

Reza Moeni, der Leiter der Abteilung Iran, Afghanistan und Tadjikistan bei RSF, sagte gegenüber Radio Farda am 18. Juli, Haftanstalten (im Iran) würden „nicht beaufsichtigt, weshalb weder lokale noch internationale Normen beachtet“ würden.

RSF und Amnesty International gaben am 16. Juli ein gemeinsames Statement heraus, in dem sie sich besorgt über den Gesundheitszustand dieser Gefangenen im Iran äußern. Die Organisationen glauben, dass mit der Verweigerung medizinischer Versorgung „Druck auf (die Gefangenen) und ihre Familien“ ausgeübt werden soll.

„Wir haben die sofortige Freilassung von Gewissensgefangenen und die umgehende medizinische Behandlung der kranken Gefangenen gefordert“, so Moeni. Er fügte hinzu, eine Verweigerung medizinischer Versorgung sei mit Folter gleichzusetzen.

Moeni zufolge gibt es keine genauen Statistiken über die Anzahl politischer Gefangener im Iran, aber es handle sich um 400 – 600 Gefangene.

Viele davon wurden bei den Demonstrationen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 verhaftet.

„Leider war es weder Amnesty International noch RSF möglich, im Iran präsent zu sein und für die (Gefangenen) in diesem Land zu einzutreten“, so Moeni.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Reza Rafiei Foroushani: Geheimdienstministerium, IRIB und Richter Salavati vertuschen die Wahrheit

Veröffentlicht bei RAHANA am 21. Juli 2010
Quelle (Englisch): http://www.rhairan.us/en/?p=5701

In einem langen und bewegenden offenen Brief an Justizminister Ayatollah Larijani hat der freiberufliche Journalist Reza Rafiei Forushani die Vorfälle aufgedeckt, die er während seiner Haft seit Juni 2009 erlebt hat.

Reza Rafiei Foroushani hat erklärt, er habe diese Beschwerde veröffentlicht, um „die Unterscheidung von richtig und falsch wieder ins Gedächtnis zu rufen“ und seine „niedergetrampelten Rechte“ zu erforschen.

In diesem Brief, den RAHANA zuerst veröffentlicht hat, beschwert sich dieser Journalist über die Ungerechtigkeiten, die er erlitten hat, und erwähnt das „abgekartete“ [„collusive“] Zusammenwirken von Richter Salavati, dem Staatssender IRIB und dem Geheimdienstministerium, die die Wahrheit verbiegen wollten.

Zu Beginn führt Reza Rafiei Forushani aus: „Daß ich diese Bemerkungen als offenen Brief veröffentliche, bedeutet, daß sie schon zuvor in offiziellen Papieren niedergeschrieben worden sind, die innerhalb des Gefängnisses verteilt worden sind. Als die Frist zu ihrer Untersuchung abgelaufen war, ohne daß es irgendeine effektive Handlung zur Überprüfung dieser Beschwerde durch Eure Exzellenz gegeben hat, nicht einmal eine Eingangsbestätigung dieses Briefes erfolgte und alle legalen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, habe ich keine andere Möglichkeit, als dieses Gesuch und eine Beschwerde als offenen Brief zu veröffentlichen.“

Reza Rafiei Forushani hat auch die Foltern aufgedeckt, die er während seiner Haft erlitten hat und erklärte, er sei zu dem Geständnis gezwungen worden, „eine Affäre mit der Frau eines Parlamentsmitglieds unterhalten zu haben.“
Der vollständige Text dieses Briefes steht in persischer Sprache hier zum Download bereit. [Eine deutsche Übersetzung mit Link zur englischen Quelle befindet sich hier]

Reza Rafiei Forushani, ein freiberuflicher Journalist mit Beiträgen in iranischen und internationalen Medien, darunter in der Times, wurde am 27. Juni 2009 verhaftet und ins Evin-Gefängnis gebracht. Das erstinstanzliche Gericht hat ihn zu 7 Jahren Haft verurteilt, das Berufungsgericht reduzierte diese Strafe später auf dreieinhalb Jahre.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben