Ali Tavakoli: “Lassen Sie uns Kontakt mit den Hungerstreikenden aufnehmen!”

Englische Übersetzung veröffentlicht bei Green Translations am 8. August 2010
Quelle (Persisch): Daneshjoo News

Sonntag, 8. August 2010 – Majid Tavakoli, der sich seit zwei Wochen zusammen mit 16 weiteren politischen Gefangenen im Hungerstreik befindet, ist in einem sehr schlechten körperlichen Zustand. In seinem Hungerstreik verweigert er nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern verzichtet auch auf Flüssigkeit („trockener Hungerstreik“).

Die 17 politischen Gefangenen im Evin-Gefängnis, die vor zwei Wochen aus Protest gegen die Verletzung ihrer gesetzlichen Rechte durch Justiz und Gefängnisbeamte in den Hungerstreik getreten waren, wurden in Einzelhaft verlegt und sind seitdem von jedem Kontakt mit der Außenwelt abgeschnitten.

Die Familien der protestierenden Häftlinge, aber auch Menschenrechtsaktivisten sind angesichts der langen Dauer dieses Hungerstreiks in großer Sorge. Viele politische Aktivisten und Gruppen, darunter auch die Führer der Grünen Bewegung, haben die Protestierenden in Statements aufgerufen, ihren Hungerstreik zu beenden.

Majid Tavakolis Bruder Ali Tavakoli, der in großer Sorge um das Wohlergehen seines Bruders ist, hat darum gebeten, dass die Justizbehörden seiner Mutter und anderen Familienangehörigen eine telefonische Kontaktaufnahme mit Majid gestatten, damit sie versuchen können, ihn zur Aufgabe seines Hungerstreiks zu bewegen.

Daneshjoo News gegenüber sagte Ali Tavakoli: „Die Situation ist sehr schwer für uns. Sie [die Behörden, d. Übers.] haben den Familien der hungerstreikenden Gefangenen schriftliche Verpflichtungen abgenommen, in denen es heißt, dass sie verhaftet werden, wenn sie sich vor dem Evin-Gefängnis oder vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft versammeln. Sie haben die Familien sogar telefonisch kontaktiert und ihnen gedroht. Meiner Mutter geht es wegen dieser Drohungen und ihrer Sorge um Majid gesundheitlich immer schlechter.“

„Leider haben wir überhaupt keine Neuigkeiten von Majid“, so Ali Tavakoli weiter. „Wir haben keine Möglichkeit, mit ihm in Kontakt zu treten. Wir machen uns sehr große Sorgen um seinen Gesundheitszustand. Dies ist schon sein dritter trockener Hungerstreik. Alles, was wir wollen, ist, dass man uns wenigstens mit ihm sprechen lässt, damit wir ihn dazu bewegen können, seinen Hungerstreik zu beenden. Aber nicht einmal dieses Recht gewähren sie uns. Wenn sie schon keine Männer der Religion sind, sollten sie zumindest etwas Menschlichkeit und Mitgefühl an den Tag legen.“

Zur Situation der anderen Gefangenen im Hungerstreik sagte Ali Tavakoli: „Der Zustand der anderen Gefangenen ist nicht besser. Alle machen sich große Sorgen und fordern, dass die Gefängnisbeamten den Familien erlauben, Kontakt mit den Gefangenen aufzunehmen und sie zu bitten, den Hungerstreik zu beenden. Vor allem die Angehörigen von Herrn Samimi und Herrn Amouei sind extrem besorgt, denn diese beiden befinden sich ebenfalls im trockenen Hungerstreik.“

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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