Sorge um inhaftierten iranischen Arbeiteraktivisten wächst

Veröffentlicht bei Radio Free Europe/Radio Liberty am 11. August 2010
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/Concern_Grows_Over_Detained_Iranian_Labor_Unionist_/2125230.html

Die Sorge um den inhaftierten iranischen Gewerkschafter Reza Shahabi wächst – seine Familie hat seit Ende Juni nichts mehr von ihm gehört. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

Alireza Navei von der International Alliance in Support of Workers in Iran sagte Radio Farda am 10. August, Shahabis Familie habe sich wiederholt bei der Teheraner Staatsanwaltschaft erkundigt – vergeblich. Selbst seinem Anwalt sei es nicht gelungen, herauszufinden, wie es ihm geht.

Shahabi, Mitglied im Vorstand der Gewerkschaft der Beschäftigten der Teheraner Busbetriebe, war am 12. Juni, dem Jahrestag der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009, von Sicherheitsagenten verhaftet worden. Er wird in der vom Geheimdienstministerium betriebenen Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses festgehalten.

Navaei fügte hinzu, Shahabi sei gefährdet, weil politische Gefangene im Iran – darunter auch Gewerkschaftsaktivisten – im Gefängnis verfolgt und gefoltert werden.

Wie Navaei RFE/RL gegenüber anmerkte, hatte Shahabi bei der Wiedereinstellung vieler Teheraner Busfahrer nach deren Entlassung oder Dienstbefreiung nach einem Streik im Jahre 2005 eine Schlüsselrolle gespielt.

Die Britische National Union of Rail, Maritime, and Transport Workers hat vor Kurzem eine Kampagne gestartet, mit der die iranische Regierung aufgefordert wird, Shahabi freizulassen.

Die Gewerkschaft der Teheraner Busbetriebe, die nach der Islamischen Revolution von 1979 aufgelöst worden war, ist vor fünf Jahren wieder aktiv geworden.

Seither erlebten ihre mehr als 17.000 Mitglieder Verhaftungen, Drohungen und Entlassungen vom Arbeitsplatz. Viele Mitglieder geben zudem an, eine Vielzahl ihrer sozialen und medizinischen Rechte eingebüßt zu haben.

Auch die Führer der Busgewerkschaft Ebrahim Madadi und Mansour Osanloo wurden von den iranischen Behörden inhaftiert. Osanloo leistet eine fünfjährige Haftstrafe ab. Gewerkschaftssprecher Said Torabian war am 20. Juli gegen Kaution freigelassen worden.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

Eine Antwort zu “Sorge um inhaftierten iranischen Arbeiteraktivisten wächst

  1. Pingback: Menschenrechtsbericht (Persian2English) | Woche vom 13. September 2010 – Teil 2 | Julias Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s