Iran verbietet bekannte Wirtschaftszeitung

Die staatliche iranische Presseaufsichtsbehörde hat die bekannte Wirtschaftszeitung Asia verboten. Dies berichtet Radio Farda von RFE/RL.

Der stellvertretende Chef des iranischen Ministeriums für Kultur und islamische Führung Mohammad Ali Ramin begründete die Schließung der Zeitung mit den Worten, Asia habe Bilder veröffentlicht, die „die öffentliche Keuschheit verletzen“, „Verschwendung und Extravaganz“ propagiert und außerdem an diesen genannten „Verstößen“ festgehalten.

Asia ist dafür bekannt, der Wirtschaftspolitik der Regierung kritisch gegenüber zu stehen.
„Asia“ is known to be critical of the Iranian government’s economic plans.

Ahmad Alavi, iranischstämmiger Dozent an der Universiät Stockholm, sagte gegenüber RFE/RL, die Zeitung sei am 18. August vermutlich deshalb geschlossen worden, weil sie zu viele Informationen entüllt habe.

„Die Informationen, die diese Zeitung veröffentlicht hat, enthüllten die Ineffizienz der (iranischen) Regierung, und bekanntermaßen schwächt die Ineffizienz der Regierung ihre Legitimität“, so Alavi.

„Zeitungen wie Asia liefern Informationen für private Investoren, die dadurch ein Bild über die wirtschaftliche Lage erhalten und mögliche Investitionsrisiken analysieren können“, so Alavi weiter. „Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Situation (im Iran) werden private Investoren aufgrund von Informationen über Missmanagement, Inflation und Stagnation die wirtschaftliche Lage verstärkt als riskant einstufen, was die von der Regierung geschaffenen wirtschaftlichen Strukturen schädigen kann.“

Derartiger Druck auf Wirtschaftszeitungen und Medien schädigt Alavi zufolge das Wirtschaftswachstum eines Landes.

Wirtschaftsnachrichten wie diese können hingegen genutzt werden, um Korruption zu bekämpfen und mehr Transparenz zu erreichen. Beides sind Alavi zufolge Schlüssel für eine gesunde Wirtschaft.

„Es ist natürlich, dass eine Regierung, die an einer klaren Informationsplitik gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung nicht interessiert ist, etwas gegen unabhängige und aktive Zeitungen wie Asia hat“, so Alavi weiter.

Iran gehört zu den Ländern mit den meisten Zeitungs- und Publikationsverboten und den meisten inhaftierten Journalisten.

Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben
Veröffentlicht bei Radio Free Europe/Radio Liberty am 19. August 2010
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/Iran_Bans_WellKnown_Economic_Newspaper_/2131890.html

Eine Antwort zu “Iran verbietet bekannte Wirtschaftszeitung

  1. Karroubi sagte einmal im iranischen Präsidenten Duell (so was wie Kanzler Duell)vor den manipulirten Wahlen zu Ahmadinedjad:

    „Die Inflation spürt meine Oma, wenn sie Tomaten einkaufen geht. Es bringt nichts, wenn sie die Zahlen verfälschen, Herr AN“

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