Iran will neugeborene Mädchen zu Basij-Mitgliedern erziehen

Weibliche Mitglieder der islamistischen Basij-Milizen bei einer Zeremonie zum 30. Gründungstag in der Imam-Khomeini-Moschee in Teheran 2009

Laut Zohreh Abbasi, einer Kommandantin der regierungstreuen Basij-Milizen, hat ihre Einheit ein Sonderprogramm gestartet, das eine Registrierung von neugeborenen Mädchen als Mitglieder der Miliz und eine entsprechende Ausbildung für sie ermöglicht.

Abbasi, die der Einheit Hossein Haj Mousaie vorsteht, erklärte, innerhalb der letzten sechs Jahren seien aus 23 neugeborenen Mädchen mit Hilfe von „Unterricht auf den Gebieten Koran, Kultur, Bildung und Militär“ zu Basij-Mitgliedern ausgebildet worden.„Basij-Mütter registrieren ihre neugeborenen Mädchen 40 Tage nach deren Geburt unter Vorlage von Dokumenten und Ausweisen bei der Einheit Hossein Haj Mousaie“, wurde Abbasi von iranischen Nachrichtenseiten zitiert.

Abbasi zufolge sind derzeit 420 Frauen in der Basij-Einheit Hossein Haj als Mitglieder registriert. Vor Kurzem seien zwei Kinder geboren worden. Derzeit würden für die neuen „Basij-Babys“ Akten angelegt und ihre Aufnahme in das Sonderprogramm vorbereitet.

Hossein Aryan und Roozbeh Bolhari von Radio Farda hatten [im Mai] über die Einrichtung von „Widerstandszentren“ in den Grundschulen berichtet, mit denen Kinder auf den Eintritt in die Basij-Einheiten vorbereitet werden sollen. [s. dazu auch Gehirnwäsche für Kinder: Basij-Milizen sollen in 6000 Grundschulen etabliert werden, d. Übers.]

Das Programm für die „Basij-Babys“ legt nahe, dass es in der Islamischen Republik Menschen gibt, die der Ansicht sind, dass Kinder nicht erst in der Grundschule indoktriniert werden müssen, sondern schon früher, nämlich direkt nach ihrer Geburt. Damit soll verhindert werden, dass sie zu potenziellen Kritikern oder unabhängigen Persönlichkeiten heranwachsen, die selbst über ihr Leben bestimmen wollen, anstatt sich von den vom iranischen Establishment festgelegten Regeln leiten zu lassen.

Der frühere Parlamentssprecher Gholam Ali Haddad Adel, ein Verbündeter von Präsident Mahmoud Ahmadinejad, hat einmal gesagt, dass die iranische Jugend und die iranischen Frauen von Irans „Feinden“ bedroht werden.

„Der Feind hat Pläne mit ihnen“, hatte er 2008 gesagt.

Offenbar glauben einige Hardliner mittlerweile, dass der „Feind“ auch für Irans Neugeborene Pläne hat.

von Golnaz Esfandiari

Veröffentlicht bei Radio Free Europe/Radio Liberty am 23. August 2010
Quelle (Englisch): http://www.rferl.org/content/Iran_To_Raise_Baby_Girls_as_Basij_Members/2135599.html
Übersetzung aus dem Englischen: Julia, bei Weiterveröffentlichung bitte Link
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Eine Antwort zu “Iran will neugeborene Mädchen zu Basij-Mitgliedern erziehen

  1. Brigitte Kreisl-Walch

    Bis die zum Einsatz kommen, ist alles hoffentlich schon vorbei !

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