Umweltdesaster: Urmia See soll mit 2 Mrd. Kubikmeter Wasser aufgefüllt werden

Die iranische Umweltschutorganisation teilte am Mittwoch mit, dass zur Rettung des gefährdeten Urmia-Sees 2 Milliarden Kubikmeter Wasser eingeleitet werden sollen.

Im Rahmen der Bemühungen zum Schutz der iranischen Seen hat die Organisation einen lokalen Umweltplan zur Rettung des Urmia-Sees ausgearbeitet. Dies teilte Mohammad-Javad Mohammadizadeh der [staatlichen] Nachrichtenagentur Mehr News mit.

Die Regierung habe diesen Plan befürwortet und auf ihre Agenda gesetzt.

Er rief die Bevölkerung und Nichtregierungsorganisationen dazu auf, sich für ein erhöhtes Bewusstsein über den Zustand des Sees einzusetzen.

„Wegen des kritischen Zustands des Gewässers ist eine Sonderkommission eingerichtet worden. Beide Vizepräsidenten, der Minister für Energie, Bebauung und urbane Entwicklung, der Landwirtschaftsminister sowie die drei Gouverneure der angrenzenden Provinzen sind Mitglieder dieser Kommission“, so Mohammadizadeh.

Vergangene Woche hatten zwanzig Parlamentsabgeordnete in einen Schreiben an Präsident Mahmoud Ahmadinejad sofortiges Handeln gegen die fortschreitende Degeneration des Gewässers gefordert.

Experten warnen seit Langem, dass natürliche Faktoren im Zusammenspiel mit menschlichem Einfluss zu einer baldigen Austrocknung des Sees führen könnten, wenn nichts dagegen unternommen wird.

Die Wasseroberfläche des Salzsees hat sich vor einiger Zeit infolge eines als „Red Tide“ bekannten Phänomens rötlich verfärbt.

Der im Nordwesten Irans gelegene Urmia-See hat eine Oberfläche von ca. 5200 km².

Die UNESCO hat den Urmia-See zum Biosphärenreservat erklärt. Außerdem ist der See unter der Ramsar-Konvention von 1971 als Feuchtbiotop von internationaler Bedeutung gelistet.

Der Urmia-See ist einer der größten natürlichen Lebensräume für die winzige Artemia, einem im Wasser lebenden Krustentier, dass zu den Nahrungsquellen für Flamingos und andere Zugvogelarten zählt.

Mehr Fotos vom Urmia-See

Quelle dieser Übersetzung: Payvand News
Veröffentlicht bei Mehr News am 25. August 2010
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

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Klingt ja toll… oder soll zumindest toll klingen.
Ob das mehr ist als eine propagandistische Maßnahme zur Beruhigung der Bevölkerung? Immerhin gab es am Urmia-See immer wieder Proteste gegen die Vernachlässigung des Problems.
Wie soll man sich die Einleitung von 2 Milliarden Kubikmetern Wasser technisch vorstellen – woher soll dieses Wasser kommen? Wird das biologische Gleichgewicht eines Salzsees dadurch wieder annähernd hergestellt, oder vielleicht sogar zusätzlich gestört? Bleibt diese spektakulär klingende Aktion die einzige Maßnahme gegen den Verfall des Sees?

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