Iran verhindert Ausreise Jafar Panahis nach Venedig

Jafar Panahi

2. September 2010 – Der iranische Filmemacher Jafar Panahi, der  zur Eröffnung  seines neuesten Films beim Filmfestival in Venedig reisen wollte, ist an der Ausreise aus dem Iran gehindert worden.

Reuters zufolge teilte Panahi, der bis vor Kurzem mehrere Monate lang im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert war, in einem Statement mit, dass die Behörden der Islamischen Republik ihm verboten haben, das Land zu verlassen.

Bei dem gestern eröffneten Filmfestival sollte Panahi bei der Vorstellung seines Films Das Akkordeon zugegen sein.

Panahi schreibt: „Ich bin zwar aus dem Gefängnis freigelassen worden, aber ich habe nicht die Freiheit, das Land zu verlassen und an Filmfestivals teilzunehmen.“

In seinem Statement kritisiert Panahi die Behörden für die vielen Restriktionen, denen seine Arbeit als Filmemacher in den letzten fünf Jahren unterworfen war. „Wenn ein Filmemacher keine Filme machen kann, heißt das, dass sein Geist gefangen ist. Auch wenn er nicht in einer kleinen Zelle sitzt, so lebt er doch in einem größeren Gefängnis.“

Jafar Panahi dankt der internationalen Filmgemeinschaft dafür, dass sie sich während seiner Zeit im Gefängnis für seine Freilassung eingesetzt hat.

Für seinen Film Der Kreis gewann Panahi im Jahre 2000 den Goldenen Löwen beim Filmfestival von Venedig.

Im März war er zusammen mit 17 Freunden und Familienangehörigen von Sicherheitskräften der Islamischen Republik in seinem Haus verhaftet worden. Hintergrund der Verhaftung war seine Unterstützung der oppositionellen Proteste im letzten Jahr.

Nach 80 Tagen Haft trat Panahi in einen Hungerstreik und löste damit eine internationale Unterstützungskampagne aus. Im Mai wurde er gegen eine Kaution in Höhe von 200.000 Dollar freigelassen.

Gestern sollte er nach Venedig reisen, um seinen Film zu eröffnen und einen Workshop für junge Filmemacher zu leiten.

Bereits im Februar hatten die Behörden der Islamischen Republik Panahi verboten, zum Filmfestival von Berlin zu reisen.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 2. September 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/09/iran-bars-iranian-filmmak.html
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