Irans Obrigkeit bereitet sich auf mögliche Straßenproteste vor

"18. September 2009, die größte Demonstration der grünen Bewegung, Qods-Tag" (Archivbild)

Inmitten der Aufrufe mehrerer sozialer Netzwerke an die Bevölkerung, an der morgigen Demonstration [zum Qods-Tag] teilzunehmen, treffen iranische Sicherheitskräfte entsprechende Vorkehrungen. Internetnutzer berichten von einer deutlichen Verlangsamung des Internets und häufigen Unterbrechungen der Verbindung.

Die Nachrichtenagnetur Fars News berichtet von einem Manöver der Sicherheitskräfte mit dem Namen „Niederschlagung in Teheran“. Hossein Sajedinia, Chef der Teheraner Sicherheitskräfte, beschrieb dieses Manöver als eine Übung zur „Verbesserung der Kommunikation zwischen Sondereinheiten der Polizei“ sowie zur Verbesserung der Verbrechensbekämpfung.

Sajedinia kündigte an, dass die Sicherheitskräfte am morgigen Qods-Tag an allen sensiblen Punkten der Stadt präsent sein werden, um Problemen vorzubeugen.

Andere Berichte deuten an, dass Anti-Aufruhr-Einheiten an zentralen Punkten der Stadt wie den Plätzen Haft-e tir, Engehelab und Vali Asr stationiert seien und bereit sind, nötigenfalls einzugreifen.

Im Iran wird der letzte Freitag des heiligen Monats Ramadan als Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk begangen. An diesem von Irans verstorbenem Führer Ayatollah Rouhollah Khomeini  „Qods-Tag“ getauften Tag gibt es normalerweise große Demonstrationen auf den Straßen mit Parolen, die sich gegen Israel wenden. [Anm. d. Übers.: „Al Quds“ ist der arabische Name der Stadt Jerusalem].

Nach den massiven Protesten gegen den vermuteten Wahlbetrug, der Mahmoud Ahmadinejad im Juni 2009 wieder ins Amt brachte, waren Oppositionsführer und Demonstranten am Qods-Tag auf die Straße gegangen und hatten die Regierungstreuen mit ihren Parolen gegen die Regierung überrumpelt.

Seit heute Morgen soll in Teheran und anderen Großstädten der Zugang zu sozialen Netzdiensten wie YouTube, Twitter, Facebook und sogar zu E-Mail-Providern stark eingeschränkt sein.

Demonstranten im Iran hatten im letzten Jahr der Proteste hauptsächlich über das Internet kommuniziert und Aktionen organisiert.

Die Oppositionsführer haben zwar keinen offiziellen Demonstrationsaufruf herausgegeben, aber Mehdi Karroubi, der bei Straßenprotesten im letzten Jahr wiederholt Ziel von Angriffen geworden war, hatte angekündigt, an den Qods-Demonstrationen teilnehmen zu wollen.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 2. September 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/09/iranianian-authorities-pr.html
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