Weitere 99 Peitschenhiebe für Sakineh Mohammadi Ashtiani

Update: Diese Meldung ist angeblich falsch. Hier sind Auszüge aus der Gegendarstellung von Ashtianis Anwalt zu lesen.

5. September 2010 – Sajjad Ghaderzadeh, der Sohn der zum Tode durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani, berichtet, dass seine Mutter wegen „Unschicklichkeit“ zu weiteren 99 Peitschenhieben verurteilt wurde.

Einem Bericht der Londoner Times zufolge berichtete Ashtianis Sohn, dass die Justiz sie wegen „Verbreitung von Verderbtheit und Unschicklichkeit“ verurteilt habe, weil in der Times-Ausgabe vom 28. August ein Foto einer als Sakineh Mohammadi identifizierten unverschleierten Frau veröffentlicht worden war.

Mina Ahadi, Leiterin des Committee Against Stoning and Execution, erklärte, das Foto stelle eine in Schweden lebende Iranerin namens Sousan Hejrat dar. „Als wir von dem Fall erfuhren, gaben wir durch die Zeitung Aftonbladet umgehend bekannt, dass die Frau auf dem Foto nicht Frau Ashtiani ist“, so Ahadi.

Vor zwei Tagen entschuldigte sich die Times für den Fehler, was aber bisher keine Auswirkungen auf die Entscheidung der iranischen Justiz gezeigt hat.

Sajjad Ghaderzadeh zufolge soll seine Mutter mit der neuen Strafe weiter unter Druck gesetzt werden.

Die 43jährige zweifache Mutter Sakineh Mohammadi Ashtiani war im Mai 2006 wegen ungesetzlicher Beziehungen zu zwei Männern zu 99 Peitschenhieben verurteilt worden. Nach der Vollstreckung des Urteils wurde sie im Zusammenhang mit dem Mord an ihrem Ehemann des Ehebruchs angeklagt und zum Tode durch Steinigung verurteilt.

In den letzten Monaten hatte es eine internationale Kampagne gegen das Urteil gegeben, die zur Aussetzung der Steinigung führte. Die internationale Aufmerksamkeit für den Fall verärgerte jedoch die iranischen Behörden, die daraufhin erklärten, der Fall sei eine innere Angelegenheit [des Iran].

Der Hohe Menschenrechtsrat der iranischen Justiz erklärte, die Aussetzung der Steinigung sei auf eigene Bemühungen hin erfolgt, man arbeite an „besonderen Lösungen“ für den Fall.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 5. September 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/09/iran-gives-99-lashes-to-w.html
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link angeben

3 Antworten zu “Weitere 99 Peitschenhiebe für Sakineh Mohammadi Ashtiani

  1. Wenn wir von unseren „demokratischen Exil-Iranern“ jeden Unsinn glauben, der verzapft wird, dann brauchen wir uns nicht wundern, dass wir keine Ahnung über die echte Lage in Iran haben. Leider sehe ich diesen Artikel spät, aber Zu diesem Thema: http://www.20min.ch/news/ausland/story/25807122

    • Stimmt – die Informationslage beim Thema Ashtiani war wirklich in vieler Hinsicht undurchsichtig, weshalb ich zu dem Thema hier seitdem auch nichts mehr bringe. Danke für den ergänzenden Link!

  2. Wilfried Schildbach

    Wenn unsere „demokratische“ Parteien so etwas ins Land holen wollen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die Braunen Zulauf kriegen!

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