Tagesarchiv: 9. September 2010

Kianoush Asas Familie stundenlang verhört

Kianoosh Asa

9. September 2010 – RAHANA Kianoush Asa ist einer der Opfer, die bei den Unruhen nach der Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 getötet wurden. Seine Mutter und sein Bruder wurden am Dienstag von Sicherheitskräften festgenommen und nach einem siebenstündigen Verhör freigelassen. Weiterlesen

Inhaftierter Aktivist berichtet von “Folter” und “erzwungenen Geständnissen” in iranischem Gefängnis

Abdollah Momeni (bei einem der Schauprozesse im Sommer 2009)

9. September 2010 – Der inhaftierte iranische politische Aktivist Abdollah Momeni hat in einem an Irans obersten Führer Ayatollah Khamenei adressierten Brief die Folter beschrieben, der er vor seiner Beteiligung an den „erzwungenen Geständnissen und Schauprozessen“ des letzten Sommers unterzogen wurde.

Die Organisation International Campaign for Human Rights (ICHRI) hat Momenis Brief [auf Englisch] veröffentlicht und große Besorgnis um die Sicherheit dieses Aktivisten im Gefängnis geäußert. ICHRI schreibt Aytaollah Khamenei und dem iranischen Justizchef Ayatollah [Sadegh] Larijani die Verantwortung für das Leben Momenis zu. Weiterlesen

Sicherheitskräfte umstellen Karroubis Haus

Mehdi Karroubi

9. September 2010 – Iranische Sicherheitskräfte wurden heute in der Umgebung von Mehdi Karroubis Haus stationiert, nachdem Gerüchte die Runde gemacht hatten, dass Karroubi zum Ende des Fastenmonats Ramadan ein öffentliches Gebet leiten wolle. Weiterlesen

„Mein Vernehmungsbeamter hat dann das Geständnis unterschrieben“ – Interview mit Matin Yar

Veröffentlicht bei Mehr Iran am 9. September 2010

Die Islamische Republik Iran duldet keine Abweichungen von ihrer Staatsideologie. Es gibt Kreise innerhalb der Machtelite, die gerne ihre Vorstellungen von Lebensführung, Sexualität, Bekleidung, Verhalten oder Glaubensinhalten der gesamten Bevölkerung im Iran überstülpen wollen. Neben Bahai, Sunnis, Yogis oder Sufis, die eine brutale Kampagne gegen ihren Lebensstil und ihre Glaubensrichtung durchleben, gibt es auch weitere Gruppierungen, die verfolgt werden oder per Gesetz vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind. Schwulen und Lesben droht laut Artikel 110 des Iranischen Strafgesetzbuchs die Todesstrafe. Viele von ihnen haben den Iran verlassen, um in Ländern Asyl zu suchen die mehr Toleranz anzubieten haben. Einer von ihnen ist Matin Yar, der in der Türkei auf die Gewährung seiner Asylbitte in einem westlichen Land zu leben, wartet. Das Interview soll einen kleinen Einblick in seine Situation gewähren. Die Verständigung mit Matin Yar war mit Hilfe von Saghi Ghahraman von der Iranian Queer Organisation in Kanada möglich, der wir auch gleich einige Fragen zu ihrer Arbeit gestellt haben.

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Arzhang Davoudi will Hungerstreik fortsetzen, bis all seine Forderungen erfüllt sind

10. September 2010, CHRR – Am Morgen des 9. September konnte Arzhang Davoudi mit seiner Frau Nazanin Davoudi zusammentreffen. Zunächst wurde seine Frau von einer Gefängnisbeamtin [oder einem Gefängnisbeamten – in Rajai Shahr ist alles möglich, d. Übers.] mithilfe verschiedener Scanner ausgiebig durchsucht. [Anwesende] Angehörige anderer Gefangener zeigten sich angesichts dieses Vorgehens erstaunt. Weiterlesen