Shell bezog vermehrt iranisches Rohöl / 4 große europäische Ölgesellschaften wollen Handelsbeziehungen mit Iran einstellen

Zamaaneh, 1. Oktober 2010 – Einem Bericht der britischen Zeitung Guardian zufolge hat Shell diesen Sommer mehr Öl aus Iran bezogen als zuvor. *)

Während wichtige Importeure von iranischem Öl, wie BP und die indische Reliance ihre Ölkäufe in Iran einstellten, um die internationalen Sanktionen gegen Irans Nuklearaktivitäten zu unterstützen, hat Shell mehr iranisches Öl geordert und zudem verstärkt von Preisnachlässen profitieren können, da die Nachfrage nach iranischem Öl wegen zu befürchtender Maßnahmen der USA gegen Firmen, die Handel mit Iran betreiben, gesunken war.

Shell wollte seine vermehrten Geschäfte mit der staatlichen Nationalen Iranischen Ölgesellschaft nicht kommentieren, betonte jedoch, man befinde sich weiterhin „im Einklang mit allen Gesetzen“.

Dem Bericht zufolge haben die französische Total und die italienische API in den Monaten Mai – August des laufenden Jahres ebenfalls vermehrt iranisches Rohöl zu vergünstigten Preisen bezogen.

Veröffentlicht bei Radio Zamaaneh am 1. Oktober 2010
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2010/09/shell-buys-more-iranian-c.html

‚) Gleichzeitig berichtet Radio Free Europe/Radio Liberty heute:

Angaben aus Washington zufolge haben vier große europäische Ölgesellschaften sich einverstanden erklärt, ihre Handelsbeziehungen mit Iran einzustellen, um nicht selbst von US-Sanktionen getroffen zu werden. Beteiligt sind einige der ganz großen Namen der Branche: Total, Shell, Statoil, und Eni. Dies gab US-Vizeaußenminister James Steinberg am späten Abend des 30. September bekannt.

Die Entscheidung der Ölgesellschaften markiert einen wichtigen Sieg Washingtons bei seinen Bemühungen um stärkeren wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Damit soll erreicht werden, dass Iran mit den Forderungen der Vereinten Nationen kooperiert und seine Nuklearaktivitäten einstellt, die nicht nur der Gewinnung von Atomstrom, sondern auch der Produktion von Nuklearwaffen dienen können.

Steinberg unterstrich dieses Ziel nochmals, als er am 30. September die Entscheidung der vier Ölgesellschaften lobte und andere Ölfirmen dazu anhielt, dem Beispiel zu folgen, anderenfalls drohten ihnen Untersuchungen der USA:

„Ein nuklear bewaffneter Iran würde die Sicherheit und die Stabilität eines Teils der Welt gefährden, der für unsere Interessen und die Gesundheit der globalen Wirtschaft essentiell ist“, so Steinberg. „Daher glauben wir, dass die internationale Gemeinschaft kollektiv von der ‚business-as-usual‘-Einstellung gegenüber Iran Abstand nehmen muss.  Allerdings haben sich einige internationale Ölgesellschaften noch nicht zur Beendigung ihrer Aktivitäten im iranischen Ölsektor verpflichtet. Daher wird das Außenministerium Untersuchungen dieser Firmen veranlassen.“

Steinberg zufolge hat das US-Außenministerium gegen die in der Schweiz ansässige Tochterfirma der Naftiran Intertrade Company (NICO) wegen ihrer Beteiligung am iranischen Energiesektor Sanktionen beschlossen. Weitere Firmen, die betroffen sein könnten, nannte Steinberg nicht. […]

[Washington Post] zitiert japanische Offizielle, die diese Woche eine Bekanntmachung des japanischen Ölgiganten Inpex ankündigten, seine Investitionen in Irans größtes Onshore-Energieprojekt, den Azadegan-Ölfeldern, einstellen zu wollen.  Japan bezieht ein Viertel seines Öls aus Iran.

Weiterhin gab das US-Außenministerium am 30. September bekannt, die russiche Lukoil, die indische Reliance und die türkische Turpras hätten versprochen, ihre Verkäufe von Benzin und anderen Raffinerieprodukten an Iran einzustellen, oder dies bereits umgesetzt.

Die Vereinigten Staaten sind nicht die einzigen, die Handelsbeziehungen mit Iran mit neuen Sanktionen belegt haben. Am 26. Juli 2010 hatten auch die Europäische Union und Kanada neue Sanktionen gegen gegen Irans Außenhandel, Bankwesen, Energie- und Transportsektor angekündigt.

Westliche Mächte hoffen, dass ihre Sanktionen zusammen mit denen der UN dazu beitragen, Teheran zurück an den Verhandlungstisch um Irans Atomprogramm zu zwingen.  Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates – die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Russland und China – arbeiten gemeinsam mit Deutschland daran, Iran wieder in die letztes Jahr gescheiterten Verhandlungen zu bringen. […]

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